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Österreich hat Reformbedarf bei Abschreibungen

WKÖ Investitionsradar 2020

Quelle: Asen und Bunn (2019): Capital Cost Recovery across the OECD, Tax Foundation.
© WKÖ Quelle: Asen und Bunn (2019): Capital Cost Recovery across the OECD, Tax Foundation.

Länder, die in den letzten Jahren stärker gewachsen sind, weisen auch einen höheren Anstieg bei den Investitionen auf. Es sind dies jene Länder, die mehr gezielte Anreize für Investitionen und insbesondere flexiblere Abschreibungsbedingungen, die sich stärker an der wirtschaftlichen Realität orientieren, aufweisen.

Österreich hat starre Abschreibungsregeln, während die Konkurrenz nicht schläft und diese Regelungen reformiert. Österreich liegt beim Anteil an Investitionen, die abgeschrieben werden können, unter dem OECD-Schnitt und weit hinter den führenden Ländern. Die Schweiz, Estland oder Lettland haben z.B. bezüglich Abschreibungen ein attraktiveres Steuersystem als Österreich.

Österreich ist in der OECD unterdurchschnittlich beim Anteil der Investitionen, die abgeschrieben werden können.

Können Investitionen nicht zu attraktiven Konditionen abgeschrieben werden, kann das dazu führen, dass manche Investitionen entweder nicht getätigt werden, oder in Länder verlagert werden, die bessere Bedingungen bieten. Da Österreich hier unter dem OECD-Schnitt liegt, finden Unternehmen selbst in der direkten Nachbarschaft attraktivere Bedingungen vor. 

Eine flexible degressive/vorzeitige Abschreibungsmöglichkeit bzw. die bessere Anpassung der Nutzungsdauer entspricht eher der Wertentwicklung des Investitionsgutes und bildet damit die wirtschaftliche Realität wesentlich besser ab als die rein lineare Abschreibungsmethode. Verbesserte Abschreibungsregeln sind daher wirksame Impulse für mehr Investitionen in Österreich.

2019 wurde die erste Etappe der Steuerreform verabschiedet, die unter der Regierung Kurz I entworfen wurde. Alle Branchen profitieren von der Anhebung der Abschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter. Erstmals seit 1982 wurde darin diese Grenze von 400 auf 800 Euro angehoben [1]. Das zeigt, dass Reformen in diesem Bereich möglich sind. Der positive eingeschlagene Pfad bei der Verbesserung der Abschreibungsregeln muss fortgesetzt werden, weil das zu mehr Investitionen durch Unternehmen und daher mehr Beschäftigung und Wertschöpfung führen wird.

Eigenkapitalinvestitionen in % des BIP waren 2018 in Dänemark mehr als viermal so hoch wie in Österreich.

Exkurs: Österreich bei Finanzierungen über den Kapitalmarkt weit abgeschlagen

Wachstum, Innovation und Beschäftigung profitieren von einem leistungsstarken Kapitalmarkt, der zukunftsträchtige Unternehmen optimal mit finanziellen Mitteln versorgt. Österreich hat einen guten und breit aufgestellten Kreditmarkt, der Unternehmen als verlässlicher Partner dient. Chancen, die sich über den Kapitalmarkt z.B. aus der Wagniskapitalfinanzierung ergeben, werden jedoch noch nicht optimal genützt.

Österreich liegt bei Wagnisfinanzierung weit hinter den innovativsten Staaten Europas. Österreichs Unternehmen finanzieren sich vorwiegend über Eigenkapital und Kredite. Das schränkt das Wachstum durch Innovationen ein und macht Förderprogramme zur Unternehmensgründung weniger effektiv. 2018 lag Österreich bzgl. Wagnisfinanzierungen unter dem europäischen Schnitt und konnte sich im Vergleich zu den Vorjahren nur leicht verbessern. Österreich liegt weit hinter Ländern, die ein ähnliches Wohlstandniveau haben. Die Eigenkapitalinvestitionen in % des BIP waren 2018 in Dänemark mehr als viermal so hoch wie in Österreich.

Ein gestärkter Risikokapitalmarkt erhöht die Möglichkeiten der Finanzierung von Unternehmensinvestitionen und Innovationen. Wagnisfinanzierungen sorgen dafür, dass Unternehmen stärker auf Wachstum ausgerichtet sind, ebenso werden sie überdurchschnittlich in forschungsintensiven Branchen angewendet. Bessere Verfügbarkeit von Wagniskapital ermöglicht daher die Weiterentwicklung innovativer Unternehmen.

Österreich hat keine ausgeprägte Kapitalmarktkultur. Österreichische Unternehmen arbeiten gerne mit ihrer Hausbank. Österreichische Sparer greifen gerne zum Sparbuch. Das ist definitiv nicht normativ schlecht, es können jedoch Chancen vergeben werden. Wissen zum Kapitalmarkt kann z.B. verbreitet werden, indem jede Person in Österreich jährlich 2000 Euro unbürokratisch steuerlich begünstigt am Kapitalmarkt investieren kann. Wenn man „skin in the game“ hat, ist man motiviert sich weiterzubilden.

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