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Herausforderungen für Europas Unternehmerinnen im 21. Jahrhundert

Interview mit Martha Schultz, Präsidentin des EUROCHAMBRES Women Network

Martha Schultz ist seit 2017 Vorsitzende des EUROCHAMBRES Women Network (EWN). Als Vizepräsidentin der WKÖ und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft ist sie prädestiniert für den Aufbau eines starken europäischen Netzwerks. Das EWN wurde ins Leben gerufen, um die Interessen, Themen und Prioritäten aller europäischen Unternehmerinnen und Frauen im Management anzusprechen. Es versteht sich als informelles professionelles Netzwerk innerhalb des europäischen Wirtschaftskammern-Dachverbandes EUROCHAMBRES.
EWN
© Sujet Eurochambers Women Network

Sie sind seit 2017 Vorsitzende des EWN. Das EWN hat zum Ziel, den Unternehmerinnen in Europa eine stärkere Stimme zu geben. Was haben Sie in den vergangenen Jahren erreicht? 

Ich wollte den Spirit von Frau in der Wirtschaft auf europäische Ebene heben und den Stellenwert der Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit auch in Europa erhöhen. Das ist jedenfalls gelungen, aber natürlich bleibt noch viel zu tun. Wir sind dabei, unser in den letzten Jahren aufgebautes Netzwerk noch weiter zu vergrößern. Zweimal pro Jahr gibt es Netzwerkveranstaltungen. Normalerweise finden diese in Brüssel statt, derzeit natürlich online. 

Wie ist das EWN bei EUROCHAMBRES eingebunden? 

Wir geben den Frauen bei EUROCHAMBRES eine starke Stimme. Rund 1/3 aller Unternehmer in Europa sind weiblich und wollen auch von Frauen vertreten werden. Wir haben zwei Umfragen durchgeführt, um unsere Forderungen an die EU-Institutionen mit Daten zu untermauern. Unternehmerinnen müssen sichtbarer werden, denn sie sind eine feste Stütze der Gesellschaft.

Die neue Umfrage des EWN zeigt, dass die COVID-19-Einschränkungen Unternehmerinnen besonders hart treffen? 

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit politischer Maßnahmen in ganz Europa. Wir haben die Entscheidungsträger aufgefordert, eine gezielte Unterstützung für Unternehmerinnen sicherzustellen. Nur dann können sie ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung maximieren. 

Unternehmerinnen brauchen Digitalisierungskompetenzen, einen angemessenen Zugang zu Finanzmitteln und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Die Ergebnisse der Umfrage beruhen auf dem Feedback von über 500 Befragten in 20 Ländern. Sie zeigen, dass die Krise bei Geschäftspraktiken und -modellen vieler Unternehmerinnen einen Wandel bewirkt hat: So hat z.B. fast die Hälfte der Befragten digitalen Verkauf bzw. Dienstleistungen gestartet.  

In welchen Bereichen kämpfen die Europäerinnen mit den meisten Hindernissen? 

Die Hälfte der Befragten gab an, dass die Pandemie ihre Work-Life-Balance stark beeinflusst. Die finanzielle Liquidität wurde als großes Problem genannt. Die Pandemie hat aber keine signifikanten Auswirkungen auf den Zugang zu Finanzmitteln, der für Unternehmerinnen eine anhaltende Herausforderung bleibt. Zwei Drittel der Unternehmerinnen haben ihr Geschäftsmodell geändert, und erwarten langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensvision. 75% benötigen Schulungen und Unterstützung, um ihre digitalen Fähigkeiten zu verbessern. 

Mit welchen Maßnahmen kann den Unternehmerinnen rasch geholfen werden?  

Die Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben ist für jede Gesellschaft und jede Wirtschaft essentiell. Das unternehmerische Potenzial von Frauen ist eine zu wenig genutzte Quelle für Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Bei wichtigen Zukunftsthemen müssen wir europaweit deutliche Verbesserungen für Unternehmerinnen auf den Weg bringen. Politisch sind das die Themen, die wir auch bei unseren Umfragen herausgehört haben: Finanzierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Digitalisierung. Das kann gelingen, wenn wir uns innerhalb eines geeinten, starken Europas vernetzen, voneinander lernen und profitieren. 

Und was leistet das EWN konkret für seine weiblichen Mitglieder, um sie fit für die Zukunft zu machen? 

Unternehmerinnen müssen auf nationaler wie auch europäischer Ebene die bestmögliche Unterstützung erhalten. Jedes Land oder jede Organisation, die unsere Präsenz nicht ausnützt, wird nur halb so stark sein, wie sie sein könnte. Das EWN bietet Informationen direkt aus Brüssel über Veranstaltungen, Seminare oder Ausschreibungen. Wir machen Unternehmerinnen und ihre speziellen Bedürfnisse auf europäischer Ebene sichtbar. Auch die Beteiligung an europäischen Projekten ist angedacht. 

Wo liegen für Sie persönlich die größten Unterschiede zwischen der interessenpolitischen Arbeit auf österreichischer und auf europäischer Ebene? Was sind die größten Herausforderungen, was die größten Chancen in Brüssel? 

In Österreich ist Frau in der Wirtschaft bekannt. Auf europäischer Ebene braucht es eine starke Unternehmerinnenvertretung. Je nach Ebene werden unterschiedliche Themen gespielt. In Österreich ist Kinderbetreuung ein größeres Thema. Die Kompetenz dafür liegt bei den Mitgliedstaaten. In Europa wiederum sind Themen wie Finanzierung und Digitalisierung besonders wichtig. 

Auf europäischer Ebene ist der Austausch über Best-practices noch viel interessanter, da wir zu wenig von der Arbeit in anderen Ländern wissen. Hier können wir uns noch viele Anregungen und Ideen holen. Wir profitieren auch von den Erfahrungen, die andere Länder mit Förderungen oder bestimmten Maßnahmen gemacht haben. 

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