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Freier deutsch-österreichischer Strommarkt bleibt erhalten

Nur kleine Abstriche bei Spitzen im Stromaustausch

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Vor kurzem sah die Situation bedrohlich aus:

  • Deutschland will die gemeinsame deutsch-österreichische Strompreiszone trennen
  • Ab einem relativ niedrigen Schwellenwert wird eine Bewirtschaftung eingeführt
  • Österreich soll sich an deutschen Redispatch-Kosten beteiligen  

Die Folgen:

  • Steigende Strompreise um 10-15%
  • Jährliche volkswirtschaftliche Mehrkosten von 300 Mio. Euro
  • Geringere Versorgungssicherheit in Österreich und Bayern  

Und dies alles einseitig, ohne Zustimmung Österreichs. Österreich signalisierte rechtlichen und politischen Widerstand. Dann gab es doch Verhandlungen und seit wenigen Tagen liegt das Ergebnis vor. Die WKÖ war daran an vorderster Front beteiligt, einerseits in der innerösterreichischen Abstimmung, andererseits in der Kommunikation nach außen (Pressekonferenz vom Februar 2017). 

Erfolg für die heimische Wirtschaft: Der gemeinsame deutsch-österreichische Strommarkt bleibt erhalten, nur die Spitzen im Stromaustausch werden gekappt. Österreich akzeptiert eine Festlegung von 4.900 Megawatt Strom als gesicherte freie Langfristkapazität. Dies ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der deutschen Bundesnetzagentur und der österreichischen E-Control. Die Einigung bedeutet demnach keine Trennung, sondern eine Beschränkung. Dem österreichischen Interesse kommt auch entgegen, dass der Beginn des neuen Netzregulativs um drei Monate auf Oktober 2018 verschoben wurde.  

Wichtig ist auch, dass die Kapazität stufenweise wieder angehoben wird, bis dahin werden die Engpässe behoben. Der erste Teil der grenzüberschreitenden Stromleitung vom oberösterreichischen St. Peter/Hart ins benachbarte Bayern soll 2022 fertiggestellt sein und 6 Gigawatt Kapazität zulassen, der letzte schließlich 2024 und zu 7 Gigawatt Kapazität führen. 

Gravierender Kostensprung konnte vermieden werden

Zunächst wurde für österreichische Stromkunden ein Kostensprung von 10 % bis 15 % vorausgesagt – das hätte für die Wirtschaft einen schweren Wettbewerbsnachteil bedeutet. Mit dem Verhandlungsergebnis konnten diese zu erwartenden Auswirkungen abgefedert werden und die Steigerung wird deutlich geringer ausfallen. Die Chancen sind gut, dass ein merkbarer Effekt überhaupt ausbleibt. Genaue Angaben können derzeit noch nicht gemacht werden, da hierfür die Entwicklungen am Markt ausschlaggebend sind.  

Versorgungssicherheit gewährleisten - gemeinsame Absicherung der verlässlichen Stromversorgung

Die Krisensituation, die die deutsche Seite in Bedrängnis gebracht hat, resultiert aus einer überhitzten Ökostromförderung. Diese wurde vom deutschen Gesetzgeber zwar mittlerweile auf ein marktkonformes Ausschreibungsmodell umgestellt, um die Konsumenten nicht über Gebühr zu belasten. Weiterhin werden aber Strommengen erzeugt, die weit über den deutschen Bedarf und vor allem die Leitungskapazitäten hinausgehen. Die Bewirtschaftung der Stromleitungskapazitäten soll die künftige Versorgung absichern. 

Österreichische Kraftwerke werden im Rahmen dieser Kooperation den deutschen Übertragungsnetzbetreibern weiterhin für allenfalls erforderliches Redispatch (Rauf- bzw. Runterfahren von Kraftwerken zur Stromnetzstabilität) zur Verfügung stehen. Österreich hat sich bereit erklärt, ab 1. Oktober 2018 zunächst 1 Gigawatt bestimmte kalorische Erzeugungskapazitäten für deutsche Übertragungsnetzbetreiber bereitzuhalten, ab Oktober 2019 dann 1,5 Gigawatt. Rufen deutsche Übertragungsnetzbetreiber diese Reserven etwa für Redispatch ab, tragen sie die Kosten.  

Ziel bleibt offener Markt: Am Ziel wollen wir festhalten, Abbau von Barrieren an der Grenze, Beseitigung von Engpässen, leistungsfähige, resiliente Netze.

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