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WKÖ-Analyse: Austrian Entrepreneurial Index 2017

Ergebnisse der Befragung von über 2.800 UnternehmerInnen

Österreichische UnternehmerInnen stellen in der aktuellen Befragung des Austrian Entrepreneurial Index 2017 (AEI) der Qualität ihrer Arbeit in Bezug auf Abwechslung, Interesse und Sinnstiftung Bestnoten aus.

Die schlechtesten Noten im gesamten Index werden den Bereichen Bürokratie und Verwaltung ausgestellt. 

Was ist der AEI?

Der Austrian Entrepreneurial Index basiert auf einer Befragung von über 2.800 UnternehmerInnen zur Arbeitszufriedenheit ihrer selbständigen Tätigkeit. Der Index setzt sich aus den drei Teilindizes Rahmenbedingungen, Wirtschaftliche Lage und Arbeitszufriedenheit zusammen, die wiederum auf untergeordneten Variablen basieren. Im Vergleich zum Index 2015 sind die Ergebnisse 2017 durchwegs positiver.

Der AEI stellt die Unternehmerperson und ihre Einschätzungen und Handlungsweisen ins Zentrum und misst die Arbeitszufriedenheit österreichischer Unternehmer in Bezug auf ihre eigene selbstständige Tätigkeit. Dabei lässt sich feststellen, dass die befragten Unternehmer eine hohe Arbeitszufriedenheit aufweisen, insbesondere betreffend die Aspekte der selbstständigen Erwerbstätigkeit, die sie selbst gestalten können.

Die Einschätzung zu Verwaltung und Abgaben fällt jedoch eher schlecht aus und zeigt einmal mehr, dass Selbstständige geeignete Rahmenbedingungen brauchen, um sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

Gesamtergebnis des AEI

Die Auswertung der Umfrageergebnisse von über 2.800 Teilnehmern zeigt, dass die österreichischen Unternehmer ihre allgemeine Situation und die Arbeitszufriedenheit mit einem Indexwert von 6,4 - auf einer Skala von 1 (sehr schlechte Bewertung) bis 10 (sehr gute Bewertung) - eher positiv sehen und um 0,3 Punkte positiver als noch 2015 einschätzen. Dies ist v. a. auf die deutliche Verbesserung beim Teil-index Economic Condition zurückzuführen. Dieser hat um 0,7 Punkte von 4,9 auf 5,6 zugelegt. Es gibt jedoch zum Teil erhebliche Unterschiede in den Einschätzungen zu den Teilindikatoren und dessen Variablen.

AEI 2017 verbessert sich auf 6,4 im Vergleich zu 6,1 im Jahr 2015 
WKÖ Hauptergebnise
© WKÖ

Die allgemeine Situation und die Arbeitszufriedenheit der österreichischen Unternehmer hängen von vielerlei Faktoren ab. Ausschlaggebend sind etwa die Freude an der eigenen Arbeit, Einschätzungen zu Belastungen, zur wirtschaftlichen Situation und zu den Rahmenbedingungen am Unternehmensstandort.

Hohe Arbeitszufriedenheit, Unternehmer mit Bürokratie und Verwaltung am unzufriedensten

Am besten wird der Teilindex Arbeitszufriedenheit bewertet. Am zufriedensten sind die Befragten hier – wie auch schon 2015 - mit den Aspekten der selbst-
ständigen Erwerbstätigkeit. Bestnoten gibt es für die abwechslungsreichen (8,8) und interessanten (8,8) Tätigkeiten. Zudem üben UnternehmerInnen häufig eine Arbeit aus, die im Einklang mit ihren persönlichen Wertvorstellungen steht (7,7) und die sie als sinnstiftend (7,6) empfinden. Auch die Vereinbarkeit der selbstständigen Tätigkeit mit dem privaten Leben (Teilindexwert 6,6) und die Belastungssituation durch die Arbeit (Teilindexwert 5,6) bekommen positive Noten. Die schlechteste Bewertung mit einem Teilindexwert von 3,0 erhält der administrative Aufwand, die die UnternehmerInnen belastet.

Unternehmer geben Bestnoten für ihre abwechslungsreiche, interessante und sinnstiftende Arbeit.

Der Teilindex Wirtschaftliche Lage (Teilindexwert 5,6) hat sich gegenüber 2015 in allen Bereichen verbessert. Die heimischen Unternehmen bewerten ihre zukünftige wirtschaftliche Lage (6,8) weiterhin besser als ihre aktuelle Geschäftslage (5,9). Positive Noten erhalten auch die Einkommenssituation (5,9) sowie die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes (5,9). Gegenüber 2015 hat sich dieser Bereich des Index in allen Bereichen verbessert. Am stärksten stieg die Zuversicht in Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs (+1,4 Punkte), die soziale Absicherung (+0,9 Punkte) und die Einkommenssituation (+0,8 Punkte).

Teilindex Wirtschaftliche Lage verbessert sich gegenüber 2015 am stärksten.

Die niedrigste Bewertung erhält der Teilindex Rahmenbedingungen. Während die UnternehmerInnen die allgemeinen Standortfaktoren noch mittelmäßig beurteilen (Teilindexwert 5,0), erhalten alle Indikatoren, die unter Verwaltung und Abgaben subsumiert sind, wie auch bei der Befragung 2015 die schlechtesten Bewertungen, wobei der Bürokratie und Verwaltung (1,3) die schlechtesten Noten im gesamten Index ausgestellt werden. 

Teilindex Rahmenbedingungen
© WKÖ
Die Rahmenbedingungen erhalten auch 2017 die schlechteste
Bewertung.

Ein Faktor, der die Zufriedenheit der befragten UnternehmerInnen und Selbstständigen wesentlich beeinflusst, ist die Branchenzugehörigkeit. Die höchsten Zufriedenheitswerte sind für UnternehmerInnen der Branche Gesundheitswesen (z. B. ÄrztInnen, Psycho- bzw. PhysiotherapeutInnen, Hauskrankenpflege oder Sozial- und Lebensberatung) mit einem Indexwert von 6,9 zu beobachten, gefolgt von sonstigen persönlichen Dienstleistungen (z. B. Friseur- bzw. Kosmetiksalons, Fitnesszentren, Unterrichtswesen) mit 6,8 und den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (z. B. Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung, Unternehmensberatung, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung, Fotografie) mit 6,7.

Diese bessere Bewertung der drei Branchen Gesundheitswesen, sonstige persönliche Dienstleistungen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen ist vor allem auf die überdurchschnittliche Zufriedenheit mit der Qualität der Aus- und Weiterbildung sowie mit dem Angebot an Fachkräften zurückzuführen.

Auch eine Analyse nach Unternehmensgrößenklassen zeigt, dass Unterschiede in der Bewertung vor allem auf divergierende Bewertungen beim Teilindex Wirtschaftliche Lage zurückzuführen sind. Hier bewerten Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten mit 7,2 den Index deutlich höher als alle anderen Unternehmensgrößenklassen (zwischen 6,2 und 6,5). EPU zeigen sich bezüglich Arbeitszufriedenheit jedoch weitaus zufriedener als Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten. Dies ist in erster Linie auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zurückzuführen.

Bei näherer Betrachtung des Bereichs Rahmenbedingungen wird deutlich, dass die Finanzierungsbedingungen umso schlechter eingestuft werden, je kleiner die Unternehmensgröße ist. EPU bewerten die Finanzierungsbedingungen mit 3,3, bei Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten liegt der Wert bei 4,8. Dagegen spielt der Fachkräftemangel mit zunehmender Unternehmensgröße eine wichtigere Rolle und beeinflusst die Zufriedenheit der UnternehmerInnen negativ.

Die Finanzierungsbedingungen werden umso schlechter eingestuft, je kleiner die Unternehmensgröße ist.
Details
© WKÖ

Fazit

Die aktuelle Erhebung des Austrian Entrepreneurial Index ergibt, dass Unternehmer mit den Aspekten ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit - wie den abwechslungsreichen und sinnstiftenden Qualitäten ihrer Arbeit - sehr zufrieden sind und die Zufriedenheit gegenüber 2015 weiter zugenommen hat.

Am wenigsten zufrieden sind die befragten UnternehmerInnen auch im Jahr 2017 mit den Rahmenbedingungen, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Abgaben.

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