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Zeit für Vernunft und Augenmaß 

2. Runde der KV-Verhandlungen Metalltechnische Industrie ohne Ergebnis, Datenbasis noch offen, nächste Runde am 16. Oktober

Zeit für Vernunft und Augenmaß
© wkö

Ohne konkretes Ergebnis endete am Dienstag die zweite Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie. Christian Knill, Obmann des Fachverbands, meint dazu: „Unserem Verhandlungsteam war es besonders wichtig, Fakten sprechen zu lassen. Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis über die Lage der Branche und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Außerdem haben wir unsere Forderungen und das Konzept des KV 4.0 vorgestellt.“

Nachdem die Wachstumsdaten für 2017 kürzlich von der Statistik Austria nach unten revidiert wurden, sind die neuen Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute, die Ende dieser Woche präsentiert werden, von besonderer Relevanz für die KV-Verhandlungen. Auch für 2018 ist eine Korrektur der Prognosen nach unten zu erwarten. „Wir müssen auf Sicht fahren und nicht im Nebel verhandeln, daher ist es ganz zentral, wie sich die Wirtschaftsdaten entwickeln. Bevor wir diese Daten nicht kennen, haben wir keine vernünftige Basis, um über Prozente zu reden. Wir haben unsere Argumente heute und in den letzten Tagen klar dargelegt. Wir bekennen uns zu einem fairen Abschluss für unsere Beschäftigten, denn sie haben sich eine ordentliche Erhöhung verdient. Fair heißt aber auch, dass wir Betriebe nicht schwächen und damit Arbeitsplätze gefährden, das kann nicht im Sinne unserer Gesellschaft sein.“

Wunschliste der Gewerkschaften ist Milliarden-Belastungspaket

Die Forderungsliste der Gewerkschaften sieht Knill sehr kritisch: „Rechnet man das alles zusammen, wäre das für die 1.200 Betriebe in der Metalltechnischen Industrie eine Milliardenbelastung. Das würde unmittelbar tausende und mittelfristig zehntausende Arbeitsplätze in Frage stellen. Wir verhandeln nicht nur für die Top-Betriebe, an denen sich die Gewerkschaften orientieren, sondern für alle, viele davon familiengeführte KMU. Ich kann daher wieder nur einen Appell an die Gewerkschaften richten: Verhandeln wir mit Vernunft und Augenmaß auf Basis echter Daten, dann können wir uns rasch einigen.“

Zu dem Forderungspaket hinsichtlich der Arbeitszeitregelungen meint Knill: „Es kann keine `Kompensation´ geben, da ja gar nicht klar ist, ob die Arbeitszeitnovelle überhaupt konkrete Auswirkungen in unseren Betrieben haben wird. Unser KV ändert sich nicht, wir haben weiterhin den 8-Stunden-Tag und die 38,5-Stunden-Woche. Wir sollten daher erst einmal abwarten, ob sich in der betrieblichen Praxis etwas ändert, dann können wir gerne darüber reden. Jetzt im Moment ist das alles nur Fiktion.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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