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Zahlungsverkehr-Studie 2017: Gutes Zeugnis für Österreichs Geldinstitute

Private Bankkunden zahlen in Österreich deutlich weniger als der EU-Schnitt

Simon El Dib, Head of Financial Services Austria bei Capgemini Consulting, und Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der WKÖ
© WKÖ/Leithner Simon El Dib, Head of Financial Services Austria bei Capgemini Consulting, und Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der WKÖ

Die „Zahlungsverkehrs-Studie 2017 “, eine aktuelle Erhebung von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Capgemini Consulting, vergleicht die Kosten für Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen von Banken in Europa. Die Studie basiert nicht auf Befragungen oder Statistiken, sondern auf tatsächlich analysierten Daten von 61 Banken aus 11 Ländern (Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien, Schweden, Tschechien, Slowakei). Das erfreuliche Ergebnis: Österreichs private Bankkunden bezahlen in absoluten Zahlen rund 48 Euro weniger für ihr Kontopaket als der durchschnittliche EU-Bürger und im EU-Ländervergleich die zweitniedrigsten Preise. Die tatsächlich verrechneten Preise waren darüber hinaus in Österreich im Jahr 2016 um knapp 23 Prozent niedriger als jene, die 2010 ausgeschrieben waren.

Während Bankkunden hierzulande etwa 75 Euro pro Jahr bezahlen, sind es im EU-Schnitt etwa 123 Euro, also 48 Euro mehr. Lediglich in den Niederlanden, in denen Banken mit einer gänzlich anderen Preisphilosophie agieren, sind die durchschnittlich verrechneten Preise für ein privates Bankkonto geringer als in Österreich. So lautet eines der Kernergebnisse der Studie, die heute von der Bundessparte Bank und Versicherung in der WKÖ in Zusammenarbeit mit Capgemini Consulting veröffentlicht wurde. 

Österreichische Banken investieren seit Jahren auch massiv in die Sicherheit der Daten ihrer Kunden, Stichwort Cybersicherheit, neben den enormen Anforderungen aus der Regulierung, ein relevanter Kostenfaktor. „Digitalisierung und Cybersicherheit sind kommunizierende Gefäße“, hält Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), fest. Die heimischen Banken sind sich hier ihrer Verantwortung bewusst.

Maßgeschneiderte Kontopakete zu ausgezeichnetem Preis-/Leistungsverhältnis

„Österreichs Banken bieten maßgeschneiderte Kontopakete zu einem auch im Europa-Vergleich ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis”, erklärt Rudorfer zu den Ergebnissen der aktuellen Untersuchung. Das bedeutet auch: „Die von Banken in Österreich angebotenen Kontopakete decken das Nutzungsverhalten besser ab als in anderen untersuchten Ländern. Verdeutlicht wird dies zusätzlich, wenn Preise in Europa auf Basis des nationalen Nutzungsverhaltens verglichen werden, wo Österreichs Banken sogar am günstigsten sind. Während ein österreichischer Durchschnittskunde für sein aktuelles Leistungspaket 75 Euro bezahlt, müsste er in Großbritannien 269 Euro ausgeben. Österreichische Banken brauchen hier also keinen Vergleich mit anderen europäischen Ländern zu scheuen. Damit entkräftet die neue Zahlungsverkehrs-Studie auch die immer wieder von Konsumentenschutzseite vorgebrachte Kritik an den Preisen rund ums Konto”, so Banken-Branchensprecher Rudorfer: „Das bestärkt uns in unserer Überzeugung, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, so wie sie unsere Kunden am besten servicieren.“

Neunmal mehr Onlinezugriffe seit 2010

Die intensivere Nutzung von Online- und Mobile-Diensten zeigt sich vor allem in der Anzahl der Logins pro Jahr: Während sich Nutzer 2010 durchschnittlich zehnmal über verschiedene Bankportale angemeldet haben, waren es im gesamten Jahr 2016 bereits 87 Logins. Im gesamten EU-Raum ist zudem der Trend hin zur Pauschalverrechnung zu erkennen, von denen in Österreich vor allem Bankkunden mit hohem Aktivitätslevel profitieren.

PSD2 als Chance für Bankbranche

In der aktuellen Studie wurden außerdem Trends im Zahlungsverkehr beleuchtet. Simon El Dib, Head of Financial Services Austria bei Capgemini Consulting, erklärt dazu: „Die seit Jänner 2018 gültige PSD2-Regulierung der EU hat nachhaltige Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Banken, u.a. da diese einen Teil ihrer Daten für den Wettbewerb zur Verfügung stellen müssen.“ Laut El Dib bedeutet dies für die Banken vorerst erhebliche Investitionen ohne unmittelbare Rendite. Mittelfristig wird die Kooperation mit „industriefremden Partnern“, wie z.B. FinTechs, aber vereinfacht und das Kundenerlebnis durch zielgerichteten Einsatz von offenen Schnittstellen und das sogenannte „Open Banking“ weiter verbessert. Diese Analyse wird durch die von der EU prognostizierte Wachstumsrate - jährlich um 61,8 Prozent bis 2021 – bei Transaktionen mit so genannten „mobile Wallets“ gestützt. (PWK048/JHR)

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