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Wirtschaftskammer-Studie belegt: Schiene schafft Wachstum und Wohlstand in Österreich

System Bahn erstmals in seiner Gesamtheit untersucht – es sorgt für mehr als 100.000 Jobs und einen Bruttowertschöpfungseffekt von 8,18 Milliarden Euro

Schienenbahnen
© WKÖ

Im Rahmen einer österreichweiten Studie, die der Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer (WKO) in Auftrag gegeben hat, untersuchte das Economica Institut die wirtschaftlichen Leistungen der ÖBB, von zehn privaten Regionalbahnen, der fünf größten innerstädtischen Verkehrsbetriebe (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck) und der privaten Güterbahnen. Noch nie wurde das gesamte System Bahn eines Landes in diesem Umfang und dieser Tiefe analysiert. Die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte dieser Bahnen wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. „System Bahn bedeutet zuallererst, dass es sich dabei um kein Neben-, sondern ein Miteinander handelt. Es bestehen starke wechselseitige Abhängigkeiten und wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den einzelnen Unternehmen“, erklärt Studienautor Christian Helmenstein.

Österreich ist beim Schienenpersonenverkehr EU-weiter Spitzenreiter

Konkret wurden die Betriebsleistung aller teilnehmenden Schienenverkehrsunternehmen ausgewertet. „Nur wenn man einen Sektor in seiner vollen Breite analysiert, kann man seine gesamte wirtschaftliche, gesellschaftliche und auch politische Bedeutung ableiten“, sagte Fachverbandsobmann Thomas Scheiber über das Ziel der Studie, die nicht zuletzt deshalb so wichtig ist, weil Österreich beim Schienenpersonenverkehr EU-weiter Spitzenreiter ist. Durchschnittlich fährt jeder Österreicher 2.255 Kilometer pro Jahr mit Zug, Straßen- und U-Bahn. Das ist mehr als das Doppelte als der EU-Durchschnitt (1.090km).

Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Infrastruktur und Technologie, fasste die Ergebnisse zusammen und stellte vor allem den hohen Beschäftigungseffekt der heimischen Bahnen in den Vordergrund: „Das ‚Bahnland Nummer 1 in der EU´, das sind nicht nur viele Zahlen, sondern in erster Linie Menschen – Fahrgäste, Pendler, Schüler, Touristen und vor allem mehr als 100.000 Beschäftige, die über acht Milliarden Euro an Wertschöpfung schaffen.“

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Der gesamte Bruttowertschöpfungseffekt des Systems Bahn liegt bei 8,18 Milliarden Euro. 

  • Das System Bahn umfasst 2,6 Prozent der Bruttowertschöpfung Österreichs. 

  • Insgesamt sind es 101.179 Personen, deren Arbeitsplätze durch das System Bahn geschaffen oder gesichert werden. Das entspricht circa der Einwohnerzahl der Stadt Klagenfurt.

  • Zehn Personen, die bei Österreichs Bahnen beschäftigt sind, schaffen weitere sechs Arbeitsplätze. 


Die Detailauswertungen für die einzelnen Bereiche zeigen, dass schon aufgrund der Größe die ÖBB Wachstumsturbo im österreichischen Bahnsystem sind. Knapp 5 Milliarden Euro Wertschöpfung wurden 2016 durch den laufenden Betrieb der ÖBB generiert. Die ÖBB selbst beschäftigen ca. 42.000 Mitarbeiter – weitere 20.000 Jobs sind im Umfeld der ÖBB entstanden, dazu kommen 1.900 ausgebildete Lehrlinge pro Jahr. „Wir sind uns dieser Verantwortung als starker Partner und Motor der heimischen Wirtschaft bewusst. Als einer der größten Auftraggeber der österreichischen Bau- und Bahnindustrie legen wir gemeinsam mit unseren Partnern den Grundstein für den internationalen Erfolg der heimischen Schienenbahnen und sorgen für zehntausende sichere Jobs“, sagte Silvia Angelo, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG, im Rahmen der Studienpräsentation.

Private Regionalbahnen erhalten und schaffen attraktive Regionen 

Die zentrale Stärke der Privaten Regionalbahnen wiederum liegt in der regionalen Verankerung.

Im Personenverkehr fungieren sie als Zubringer zu den Hochleistungsstrecken, im Güterverkehr nehmen sie eine unverzichtbare Sammel- und Verteilerfunktion wahr. Dies wirkt sich auch erheblich auf die Bruttowertschöpfung und Beschäftigung aus:  Zehn Euro, die im laufenden Betrieb erwirtschaftet werden, generieren weitere acht Euro an Wertschöpfung in der Region. Und zehn Arbeitsplätze bei den privaten Regionalbahnen schaffen weitere neun Arbeitsplätze. „Der Großteil dieser Arbeitsplätze wird wieder direkt in den Regionen geschaffen und gibt den Menschen dort Chancen - und das in doppelter Weise: Entweder in Form von Beschäftigung und Einkommen oder in Form von Mobilität“, ergänzt Scheiber.

Öffentlicher Schienenverkehr erhöht die Lebensqualität in Städten

Der öffentliche Personennahverkehr ist in Österreichs Städten unverzichtbar: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl der Fahrgäste um rund ein Viertel erhöht. „Die Österreicher wissen, warum sie auf öffentliche Schienenverkehrsmittel setzen. Sie sind nicht nur umweltschonend, sondern auch platzsparend – dies ist vor allem bei der stark wachsenden Bevölkerung in Städten ein erheblicher Faktor: Eine Straßenbahn entspricht rund 200, eine
U-Bahnfahrt sogar rund 880 Autofahrten“, so der Obmann-Stellvertreter im Fachverband Schienenbahnen und Direktor der Wiener Linien, Günter Steinbauer. Konkret liegt der gesamte Beschäftigungseffekt des analysierten ÖPNVs in Österreich bei 17.470 Personen. Diese erwirtschaften eine Bruttowertschöpfung von über einer Milliarde Euro.

Privater Schienengüterverkehr als „Hidden Champion“

Die privaten Güterverkehrsbetreiber sind ein gutes Beispiel dafür, wie sehr das „Bahnland Österreich“ miteinander verzahnt ist. Die Unternehmen profitieren von einer guten Bahn-Infrastruktur und nutzen diese möglichst effizient. Insgesamt konnte der private Schienengüterverkehr seinen Marktanteil im Verkehrsaufkommen im Vergleich zum Vorjahr (2016) von 29,1 Prozent auf 30,2 Prozent (2017) steigern. „Ohne private Marktteilnehmer - Güterverkehrsbetreiber, Anschlussbahnen, Halter von Eisenbahngüterwagen – und deren Investitionen in rollendes Material wäre ein Schienengüterverkehr im heutigen Umfang und in dieser Effizienz nicht möglich“, erläutert Andreas Mandl, Vorsitzender des Ausschusses Güterverkehr in der WKO.

Bei den privaten Güterbahnen liegt der Fokus der Studie klar auf dem Beschäftigungsmultiplikator. Dieser zeigt, dass sich die Unternehmen auf ihr Kerngeschäft spezialisieren, alles andere auslagern und damit massiv Beschäftigung schaffen: Ein Arbeitsplatz bei den privaten Güterverkehrsbetreibern schafft beinahe zwei weitere Jobs.

Investitionen in die Schiene sind wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig 

Im Verkehr liegt das mit Abstand größte Potenzial, Klima- und Energieziele zu erreichen, die verstärkte Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene ist unverzichtbar, betonten Bundesminister Hofer und Fachverbands-Obmann Scheiber abschließend. Der öffentliche Personennahverkehr ist der wichtigste Hebel, um die Mobilitätswende in den wachsenden Städten zu schaffen. Der Ausbau der Regionalbahnen ist entscheidend, um Regionen und periphere Gebiete attraktiv zu halten. „Das Bahnland Österreich ist eine Erfolgsgeschichte und schafft Wohlstand. Mit den Ergebnissen der Studie ‚Bahnland Österreich‘ haben wir dafür nicht nur eine Bestätigung, sondern eine empirisch haltbare Grundlage für die gemeinsame Weiterentwicklung unserer Bahnen“, so Bundesminister Hofer und Fachverbands-Obmann Scheiber übereinstimmend. (PWK663/DFS)

Bundesminister Norbert Hofer und Fachverbandsobmann Thomas Scheibner
© WKÖ/BSTV Bundesminister Norbert Hofer und Fachverbandsobmann Thomas Scheibner


Über den Fachverband der Schienenbahnen:

Der Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich ist die österreichweite Interessensvertretung für alle Eisenbahnen und städtischen Nahverkehrsunternehmen. Derzeit umfasst der Fachverband 105 Mitglieder und vertritt diese auch auf EU-Ebene. Neben der Initiierung und Begutachtung von Gesetzen, fungiert der Fachverband auch als bewährter Sozialpartner und verhandelt für seine Mitgliedsunternehmen branchenweit die Kollektivverträge im Eisenbahnbereich.

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