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Wirtschaftsgespräche Alpbach: Grundvertrauen ist Erfolgsrezept der Sozialpartnerschaft 

Präsidenten Leitl und Kaske: Jede Regierung ist gut beraten, uns zu Rate zu ziehen

WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Panel-Moderator Emmerich Tálos und AK-Präsident Rudi Kaske
© WKÖ/Leithner WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Panel-Moderator Emmerich Tálos und AK-Präsident Rudi Kaske

Das Spannungsfeld zwischen „Konflikt und Kooperation“ in der Sozialpartnerschaft stand im Fokus des Abschluss-Panels der Wirtschaftsgespräche des heurigen Forum Alpbach. Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske und Wirtschaftskammer Österreich-Präsident Christoph Leitl waren sich einig: Die Sozialpartnerschaft ist ein Erfolgsmodell. Sie sichert sozialen Frieden und leistet Unverzichtbares für den Standort und die Gesellschaft.

Panel-Moderator und Politologe Professor Emmerich Tálos erwähnte die geringe Streikhäufigkeit in Österreich im internationalen Vergleich als einen Indikator für das Funktionieren des österreichischen Wegs der Kooperation und erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Sozialpartnerschaft. „Sozialpartnerschaft schloss und schließt Konflikte nicht aus“, sagte Tálos.

Grundvertrauen ermöglicht Kooperation

Den beiden Polen „Conflict and Cooperation“, wie das Motto der heurigen Wirtschaftsgespräche lautete, müsse in Bezug auf die Sozialpartnerschaft noch ein weiterer hinzugefügt werden: nämlich „confidence“, betonte WKÖ-Präsident Leitl. „Wir arbeiten als Sozialpartner mit Grundvertrauen und in Wertschätzung miteinander.“ Dieses Grundvertrauen ermögliche das Austragen von Konflikten und die Kooperation.

Konflikte seien als Auseinandersetzung mit den Zukunftsthemen nicht als negativ zu bewerten, und wenn es innerhalb der Sozialpartner einmal nicht zu einer Einigung kommt, „so tragen wir das nicht nach Außen aus. Wir sagen intern sehr wohl klar und deutlich unsere Meinung, aber haben Sie schon einmal erlebt, dass wir uns deshalb in gegenseitigen Schuldzuweisungen ergehen?“, so Leitl.

Mit dieser Kultur des Miteinander im Hintergrund, würden die Sozialpartner weiterarbeiten – unabhängig davon, wie sich die nächste Bundesregierung zusammensetzt. Leitl: „Die Sozialpartner werden – wie schon in der Vergangenheit – auch in Zukunft unabhängig von der Regierungs-Konstellation ihre Aufgaben erfüllen.“

Wichtige Einigungen erzielt

„Jede Regierung ist gut beraten, uns zu Rate zu ziehen“, sagte AK-Präsident Kaske. Auch in den vergangenen Jahren haben die Sozialpartner wichtige Einigungen erzielt. „Zu Beginn der Wirtschaftskrise sind wir als Krisenfeuerwehr eingesprungen mit neuen Regeln für die Kurzarbeit, einer Erleichterung und Ausweitung der Möglichkeit, die Bildungskarenz zu nutzen und der Ausbildungspflicht bis 18 inklusive dem Ausbau Überbetrieblicher Ausbildungseinrichtungen“, sagte Kaske.

„Die Meldungen über das Ableben der Sozialpartner sind „Zeitungsenten“. Die Sozialpartnerschaft funktioniert auf vielen verschiedenen Ebenen – und das 365 Tage im Jahr“, sagte Kaske.

Es sei kein Zufall, dass die Sozialpartner-Organisationen weit höhere Vertrauenswerte in allen Umfragen aufweisen als die Parteien. „Wir mögen zwar als altmodisch gelten, wir treiben keinen Personenkult und sind keine neuartigen Bewegungen -  aber die Leute spüren, wir meinen es ehrlich und sie können sich auf uns verlassen“, sagte Kaske.

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