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Wirtschaft zu gesetzlichen Mehrwegquoten: Mehrwegausbau muss sich an Bedürfnissen der Konsumenten orientieren

Getränkewirtschaft treibt Ausbau der Kreislaufwirtschaft konsequent voran 

Kreislaufwirtschaft
© Envato

In einer ersten Reaktion zum heute vorgelegten Entwurf einer Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) unterstützt die heimische Getränkewirtschaft das Ziel, Getränke in dem von den Konsumentinnen und Konsumenten gewünschten Ausmaß vermehrt in Mehrwegverpackungen anzubieten, lehnt die vorgeschlagenen gesetzlichen Angebotsquoten aber grundsätzlich ab.

Für die heimische Wirtschaft ist klar: Der Ausbau von Mehrwegsystemen ist wünschenswert und wird von Herstellern und Handel selbstverständlich mitgetragen. Der Mehrwegausbau muss sich allerdings an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten orientieren. Gesetzliche Quoten sind kein zeitgemäßes Instrument und unionsrechtlich fragwürdig.

"Die österreichische Getränkewirtschaft bekennt sich zu Mehrweg und steht vorbehaltlos hinter dem Ausbau einer modernen und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. In den vergangenen Jahren haben wir umfassende und erfolgreiche Maßnahmen für mehr Mehrweg gesetzt“, unterstreicht Alfred Hudler, Obmann des Verbandes der Getränkehersteller Österreichs..

Das Mehrweg-Angebot folgt der Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten, erläutert Christian Prauchner, WKÖ-Fachverbandsobmann des Lebensmittelhandels: "Schon heute bietet der überwiegende Teil des Lebensmittelhandels ein breites Getränkeangebot in Mehrwegverpackungen überall dort an, wo diese nachgefragt werden".

In den vergangenen ein bis zwei Jahren ist die Nachfrage nach Mehrweg in Österreich spürbar gestiegen, Handel und Hersteller haben ihr Angebot dementsprechend ausgebaut. So finden sich heute etwa auch wieder Milch und Joghurt in Mehrwegflaschen bzw. -gläsern, ebenso Erfrischungsgetränke, die Markenhersteller nach vielen Jahren wieder in Mehrweg-Lösungen anbieten. "Die Angebotspalette wächst automatisch mit der steigenden Nachfrage. Je stärker der Trend bei den Konsumentinnen und Konsumenten in Richtung Mehrweg geht, desto mehr werden Abfüller und Handel darauf reagieren und das Angebot weiter ausbauen", so Prauchner weiter.

Einwegverpackungen werden von den Kundinnen und Kunden dort nachgefragt, wo sie praktikabler sind, etwa im Outdoor-Aktivitäten oder im urbanen Bereich. "Sowohl Einweg als auch Mehrweg haben in der Realität der Menschen daher einen wichtigen Platz", betonen die beiden Branchensprecher.

Mehrweganteil steigern – mit sinnvollen Maßnahmen

Möchte man den Mehrweg-Anteil steigern, ist eine gesetzlich auferlegte Quote der falsche Weg, sind die Branchenvertreter überzeugt. "Statt der Wirtschaft gesetzliche Quoten aufzuerlegen, sollten sich die gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darauf konzentrieren, die Nachfrage nach Mehrwegverpackungen dort weiter konsequent zu steigern, wo dies ökologisch vorteilhafter sind. Wenn der Konsument mehr Mehrweg kauft, folgt das Angebot von selbst", ergänzt Stephan Schwarzer, Leiter der umweltpolitischen Abteilung der WKÖ.

Das Argument, die Einweg-Nutzung sei aus ökologischer Sicht nicht vertretbar, ist überholt, sagt der WKÖ-Umweltexperte: Sammlung und Recycling werden immer besser, weitere Schritte zum Ausbau einer moderner Kreislaufwirtschaft in Österreich stehen vor der Tür. Gebrauchte Einweg-Verpackungen werden als wertvolle Rohstoffe für die Herstellung neuer Produkte genutzt, was Ressourcen spart. „Die ökologische Performance recycelter Einwegverpackungen ist somit längst mit jener gängiger Mehrweg-Gebinde vergleichbar“, unterstreicht Schwarzer.

Nachhaltigkeit in der Getränkewirtschaft

Die österreichische Getränkewirtschaft übernimmt seit Jahrzehnten ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwortung für die kontinuierliche Steigerung der Nachhaltigkeits-Performance von Getränkeverpackungen.

Der aktuelle Umsetzungsbericht der "Nachhaltigkeitsagenda Getränkeverpackungen"
mit umfassenden Aktivitäten von Verpackungsherstellern, Abfüllern, Handel sowie Sammel- und Verwertungssystemen zum lesen/download.

Ablassen vom Pfand sorgt in der Wirtschaft für Erleichterung

In der Novelle nicht enthalten sind Vorgaben zur Einführung eines Einweg-Pfands im Getränkebereich. Vor allem für Unternehmen mit kleinen Verkaufsflächen wäre die Rücknahme gebrauchter Dosen und Flaschen eine schwere Belastung und Einschränkung gewesen und hätte viele Greißler, Fleischer oder Bäcker hart getroffen. Es ist evident, dass ein Einwegpfand den Mehrwegquoten nicht gut tun würde. Daher ist es folgerichtig, dass das Einweg-Pfand in dieser Novelle nicht weiterverfolgt wird. (PWK213/PM)

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