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Werte heben in der Kreislaufwirtschaft

Innovative Schritte für den Klimaschutz

Auf Müllbergen liegen Schätze: Geräte, die repariert werden könnten, und Rohstoffe, die immer knapper werden. Das „Recht auf Reparatur“ wird dabei für Dynamik sorgen. Doch Österreichs Wirtschaft engagiert sich bereits in der Kreislaufwirtschaft. Für Impulse sorgt auch die Mehrwertsteuersenkung auf kleine Reparaturen.

Nachhaltigkeit
© © Erik Reis/Hemera/Thinkstock

Mit den wachsenden Bergen an Elektroschrott wächst auch die Menge wertvoller Rohstoffe, die ungenutzt entsorgt werden. Allein aus dem Eisen, dem Alu und dem Kupfer der jährlich 8.000 Tonnen Elektro-Altgeräte auf den Wiener Mistplätzen könnte man 310.000 Fahrräder, 20.000 Alufelgen und 22.000 Kilometer Kupferkabel herstellen. Nach dem aktuellen „Global E-Waste Monitor“ kamen im Jahr 2019 global 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott zusammen, was eine satte Steigerung von 21 Prozent in den letzten fünf Jahren abbildet. Weltweit wurden nur 17,4 Prozent ordentlich recycelt. Bis zu 20 Prozent des Elektro-Mülls aus hochentwickelten Ländern wird auf Schiffen in Entwicklungs- und Schwellenländer exportiert, 8 Prozent einfach in den Hausmüll geworfen. Wo der Rest landet, ist ungewiss.  

Dass es schwierig geworden ist, eine Waschmaschine reparieren zu lassen oder bei einem Handy den Akku zu tauschen, trägt dazu bei, dass immer mehr Elektrogeräte im Müll landen. Nach dem „Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft“ der EU, einem wichtigen Baustein des „European Green Deal“ soll demnächst unter anderem das „Recht auf Reparatur“ kommen. Produkte sollen damit länger halten, Ersatzteile länger zu bekommen sein.

Handy, Tablet und Laptop: „Wie neu, nur besser“

Bereits jetzt verhilft das junge Wiener Unternehmen „refurbed“ ausrangierten Laptops, Tablets und Smartphones zu einem zweiten Leben. In bis zu 40 Arbeitsschritten werden die Geräte derart gründlich erneuert, dass sie „wie neu, nur besser“ werden, wie das Unternehmen verspricht. Für die Konsumenten bedeutet das eine Ersparnis von bis zu 40 Prozent, bei voller Garantie und einem Rückgaberecht für 30 Tage. Für die Umwelt bringt es die Schonung wertvoller Rohstoffe, die für die Produktion neuer Geräte eingesetzt werden müssten, und eine CO2-Reduktion von 70 Prozent. Um die restlichen 30 Prozent zu kompensieren, pflanzt „refurbed“ für jedes verkaufte Gerät einen Baum in Madagaskar, Haiti oder Nepal. Erst kürzlich kamen noch die Länder Indonesien, Kenia und Mosambik hinzu. Refurbed pflanzt die Bäume in Kooperation mit einer Aufforstungsorganisation, die gemeinsam mit Einheimischen versucht, die ökologischen und auch die sozialökonomischen Bedingungen vor Ort zu verbessern.

Refurbed
© Refurbed Die refurbed-Gründer Jürgen Riedl, Kilian Kaminski und Peter Windischhofer (v.l.n.r.)

Aus Getränkeflaschen wird PET-Granulat

Noch häufiger als eine Waschmaschine oder einen Laptop entsorgen die Österreicher Plastikflaschen. Schnell gekauft, schnell ausgetrunken und hoffentlich korrekt entsorgt. Denn damit hat man einen wertvollen Rohstoff in der Hand gehalten: PET. Rund 1,1 Millarde PET-Flaschen hat das burgenländische Unternehmen „Pet to Pet Recycling GmbH“ 2019 zu PET-Flakes oder PET-Granulate in lebensmitteltauglicher Qualität verarbeitet, die dann wieder zu Flaschen werden können. Einige österreichische Getränkeabfüller haben bereits Flaschen aus 100 Prozent Recyclat im Sortiment. „Wir sprechen europaweit über Kreislaufwirtschaft und wie sie funktionieren kann – wir setzen sie bereits erfolgreich um“, sagt Geschäftsführer Christian Strasser. 

1,1 Milliarden PET-Flaschen wurden 2019 im burgenländischen Unternehmen PET to PET recycelt.
© Andi Bruckner 1,1 Milliarden PET-Flaschen wurden 2019 im burgenländischen Unternehmen PET to PET recycelt.

Steuersenkung auf kleine Reparaturen

Ein Signal in Richtung „reparieren statt wegwerfen“ setzt auch das Maßnahmenpaket „Zusammen in die Zukunft“ der Bundesregierung, mit dem die Wirtschaft nach der Coronakrise unterstützt werden soll. Die Umsatzsteuer für kleine Reparaturen, etwa von einem Fahrrad oder von Schuhen, wird von 20 % auf 10 % gesenkt. Von dieser Umsatzsteuersenkung sollen die Kunden profitieren – und dadurch angeregt werden, etwas noch einmal reparieren zu lassen. Peter Paul Cargnelli, der sich 2013 mit seiner kleinen Werkstatt V12A selbständig gemacht hat, verspricht sich davon allerdings einen eher kleinen Effekt: „Meine Preise sind ja nicht so hoch, da fällt die Umsatzsteuer nicht so stark ins Gewicht. Ich verrechne einen Euro pro Minute Arbeitszeit.“ Die Maßnahmen gegen Corona hätten sein Geschäft wenig beeinträchtigt: „Das ist unverändert durchgelaufen, trotz Corona.“ Was repariert werde, hängt bei ihm eher von der Saison ab. 

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