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„Papa-Monat“: Was bedeutet ein Rechtsanspruch für Österreichs Unternehmen?

SPÖ, FPÖ und Liste Pilz haben den Rechtsanspruch auf den sogenannten „Papa-Monat“ im Nationalrat beschlossen. Gerade die heimischen Klein- und Mittelunternehmen könnte das vor Probleme stellen.

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© unbekannt

Eine Produktionshalle und ein Bürogebäude im Industriegebiet von Brunn am Gebirge am Wiener Stadtrand, gehalten in hellem Gelb. Am Tor ein grünes Schild, auf dem in schwarzer Schrift steht: "Lahner KG Oberflächentechnik", darunter die Öffnungszeiten. Hier führt Andreas Lahner in vierter Generation ein Galvanisierungsunternehmen. Unter seinen aktuell 32 Mitarbeitern finden sich überwiegend Männer, viele in einer Lebensphase, in der das Thema Nachwuchs relevant ist.

"Das Bewusstsein der Männer über ihre Rolle als werdende Väter und in weiterer Folge auch als Jungväter hat sich in den letzten Jahren sicherlich gewandelt", sagt der 57-jährige Lahner. "Sie wollen mehr für ihre Kinder da sein." Bisher habe man diesem Wandel aber gut Rechnung tragen können und bei jedem Anlassfall eine Regelung finden können, die für beide Seiten funktioniert habe, für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber.

Aktuell "Papa-Monat" nur für Beamte

Aktuell findet sich ein Rechtsanspruch auf einen "Papa-Monat" nur bei den Bundesbediensteten und den Bediensteten aller Bundesländer bis auf Kärnten. Diese können innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt für maximal 4 Wochen unbezahlt einen Papamonat in Anspruch nehmen. In manchen Branchen räumt auch der Kollektivvertrag die Möglichkeit eines "Papa-Monats" ein. Die Bedingungen können von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Ein unbezahlter Urlaub bzw. eine vereinbarte Karenz ist mit Zustimmung der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers grundsätzlich für alle Arbeitnehmer möglich.

"Es ist ein Geben und Nehmen."
Andreas Lahner, Geschäftsführer Lahner KG

"Man will ja niemandem was verwehren", sagt auch Günther Reisinger, Geschäftsführer von Bioanalyticum, einem Institut für Mikrobiologie und Hygiene im oberösterreichischen Perg. Von einer gesetzlichen Regelung für seine neun Mitarbeiter hält er dennoch nicht viel. So etwas müsse sich der betroffene Mitarbeiter mit seinem Chef ausmachen können. "Das schmälert doch auch den Wert der eigenen Leistung, wenn so leicht auf einen verzichtet werden kann." Und das sei weder politisch, noch unternehmerisch oder aus Sicht eines Arbeitnehmers wünschenswert, so der 58-jährige Hygieniker.

"Es ist ein Geben und Nehmen", erklärt Galvaniseurmeister Lahner. Dadurch könne man flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse eingehen. Einen Rechtsanspruch auf vier Wochen "Papa-Monat" sieht er als enormen Einschnitt, vor allem für die Klein- und Mittelunternehmen, die etwa im Bereich Handel und Gewerbe rund 90 Prozent der Betriebe ausmachen. Da könne es schnell existenzbedrohend sein, wenn ein Facharbeiter für vier Wochen ausfällt. "Das ist einfach zu lang, da kann es passieren, dass eine ganze Abteilung handlungsunfähig wird. Und welcher qualifizierte Facharbeiter kommt denn schon für einen einzigen Monat?"

In seinem Unternehmen sei man stolz darauf, gute und flexible Mitarbeiter zu haben, das Miteinander werde großgeschrieben. Deswegen werde man auch weiterhin nach gemeinsamen Lösungen suchen, sagt Andreas Lahner, der die Übergabe der Geschäftsagenden an seinen Sohn Armin vorbereitet. Der 25-jährige Oberflächentechniker-Meister verfüge über bestes Einvernehmen mit den Arbeitern: "Da bin ich schon sehr stolz und zuversichtlich."

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