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WKÖ/WIFO: Neuer Protektionismus hätte fatale Folgen für Wachstum und Beschäftigung in Österreich

WKÖ-Vizepräsident Roth: „Brauchen Handelsverträge, nicht Handelskriege“ – WIFO-Chef Badelt: „Handelsbeziehungen außerhalb EU machen Österreich weniger krisenanfällig“

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Ein klares Bekenntnis der politischen Verantwortungsträger zur Notwendigkeit offener Märkte und einer forcierten EU-Freihandelspolitik forderte der Vize-Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Jürgen Roth, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), o.Univ.-Prof. Christoph Badelt, heute, Mittwoch, in Wien.

„Als kleines, exportorientiertes Land und offene Volkswirtschaft profitiert Österreich überdurchschnittlich von Freihandel. Zündeln mit Protektionismus, wie wir es in den letzten Monaten in Österreich und neuerdings auch vom neuen US-Präsidenten erleben, ist brandgefährlich und hat sich in der Geschichte noch immer als Bumerang erwiesen: am Ende gibt es keine Gewinner, nur Verlierer“, betont Roth. „Wir brauchen Handelsverträge, nicht Handelskriege.  Daher sagt die österreichische Wirtschaft ein ganz klares Ja zu einem modernen Freihandelsabkommen wie etwa CETA.“ 

Jeder zweite bis dritte Job hängt vom Export ab

Ohne Außenhandel wäre Österreichs Wertschöpfung laut OECD-Daten im vergangenen Jahr um rund 130 Milliarden Euro oder 38 Prozent niedriger ausgefallen. Rund 41.000 heimische KMU könnten nicht mehr am Güterexportmarkt teilnehmen. Zudem hängt jeder zweite bis dritte Job in Österreich direkt oder indirekt vom Export ab und wäre durch eine neue globale Abschottungspolitik gefährdet, so Roth.

Vor allem stärkere Handelsbeziehungen zu Partnerländern außerhalb der EU würden die österreichische Außenwirtschaft weniger krisenanfällig machen: „Österreich hat von der europäischen Integration wirtschaftlich stark profitiert. Die starke Fokussierung auf den EU-Raum kann aber zugleich eine Schwachstelle sein“, sagt WIFO-Chef Badelt.

So würden heimische Investitionen in die Bereiche Forschung und Entwicklung, tertiäre Bildung und erneuerbare Energien ein zusätzliches Exportvolumen von bis zu 3 Milliarden US-Dollar in Ländern außerhalb der EU ermöglichen. Bis zu 13.500 neue Arbeitsplätze könnten auf diese Weise in Österreich geschaffen werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des WIFO. Besonders hohe Chancen würden sich bei den Exporten in Industrieländer in Übersee eröffnen. Insbesondere für die USA ergeben sich Exportzugewinne von bis zu 600 Millionen US-Dollar.

Die Bedeutung der transatlantischen Handelsverflechtungen mit den USA zeigt sich daran, dass die USA im Jahr 2015 zweitwichtigster Handelspartner Österreichs waren - und wird durch die Anzahl der Arbeitsplätze, die mit den Exporten verbunden sind, unterstrichen: Rund 80.000 Arbeitsplätze in Österreich hängen direkt oder indirekt an den guten Beziehungen zu den USA. Das ergeben aktuelle Berechnungen des WIFO.

EU muss gemeinsame Handelspolitik forcieren

Roth: „Schon allein aus Eigeninteresse müssten Österreich und die gesamte EU daher eine gemeinsame Handelspolitik forcieren, also weitere ambitionierte Handelsabkommen mit internationalen Handelspartnern abschließen. „Wenn die USA tatsächlich bei ihren protektionistischen Drohgebärden bleiben, muss die EU eben umso stärker auf den stetigen Ausbau ihrer Handelsbeziehungen setzen“, fordert der WKÖ-Vizepräsident: „Ein TPP ohne die USA sollte die EU als Chance begreifen, sich noch enger mit Asien zu verbinden. Und als Exportnation muss Österreich hier zu den Treibern gehören, nicht zu den Bremsern.“ Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund erwarte sich Österreichs Wirtschaft am 15. Februar eine breite Zustimmung des Europäischen Parlaments zum EU-Handelsabkommen mit Kanada – und zwar auch durch die österreichischen EU-Abgeordneten. „Wer, wenn nicht eine Exportnation wie Österreich muss jedes Interesse an offenen Märkte haben“, so Roth abschließend. (PWK091/SR)   

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