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WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz: "Es darf keine Schulschließungen geben."

Schultz setzt sich für die Chance auf Bildung für unsere Kinder und die Zukunft unserer Bildung ein

Kinder in der Klasse
© Envato

Mit einem eindringlichen Appell richtet sich Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, gegen mögliche Schulschließungen, über die medial aktuell immer wieder spekuliert wird: "Schließungen von elementaren Bildungseinrichtungen sind sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus gesellschaftspolitischer Sicht abzulehnen. Sie brächten sowohl für die Kinder als auch Betriebe und Beschäftigten gravierende Nachteile. Wir können eine Gesundheitskrise nicht auf dem Rücken unserer Zukunft, der Jüngsten in unserer Gesellschaft, bewältigen." Ein solcher Schritt würde auch tausende Klein- und Mittelbetriebe, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele Ein-Personen-Unternehmerinnen vor nicht bewältigbare Herausforderungen stellen.

"Schließung hätte weitreichende Folgen."

Schultz: "Es gibt keinerlei wissenschaftliche Evidenz, die einen solchen Schritt rechtfertigen würde. Die Folgen und Auswirkungen wären sowohl für Kinder und Jugendliche wie auch für die Eltern gravierend und weitreichend."  Auch viele der rund 130.000 österreichischen Unternehmerinnen wären von einer derartigen Maßnahme, die wieder intensive Betreuungspflichten bzw. Distance Learning und Home-Schooling mit sich bringen würden, massiv betroffen. Schultz: "Rund zwei Drittel aller weiblichen Selbstständigen sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also im Job auf sich alleine gestellt. Wir wissen zudem aus aktuellen Umfragen, dass es nach wie vor zumeist die Frauen sind, die die Doppelbelastung von Job und Familie bzw. betreuungspflichtigen Kindern stemmen müssen. Gerade auch der erste Lockdown mit wochenlangen Schulschließungen hat alle Frauen in der Wirtschaft - Unternehmerinnen wie auch Unselbständige - oftmals über die Maßen gefordert."

„Gerade aus ökonomischer Sicht ziehen coronabedingte Schließungen von Pflichtschulen und Kindergärten hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten nach sich und sollten nur bei ausreichender gesundheitlicher Begründung in Betracht gezogen werden, die nicht vorliegen“, so Schultz. Die Auswertungen der Infektionszahlen zeigen ganz klar, dass Kinder und Jugendliche im Pflichtschulalter deutlich weniger von COVID-19 betroffen sind als die anderen Altersgruppen. In zahlreichen wissenschaftlichen Corona-Studien wird zudem vor allem die sehr geringe Rolle von Kindern in elementarpädagogischen Einrichtungen hervorgehoben. Auch die Bedeutung der Schulen für das Infektionsgeschehen ist mit "nur" 6 Prozent vergleichsweise gering, wie die Clusteranalyse der AGES deutlich zeigt.

Schulschließungen haben weniger Einfluss auf das Infektionsgeschehen

Mittlerweile ist auch erwiesen, dass Schulschließungen weniger Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben als andere Maßnahmen des Social Distancing, wie z.B. Einschränkung privater Feiern etc. Dass sich der Weg im Vergleich zur ersten Corona-Welle im Frühjahr auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse geändert hat, zeigt auch, dass die meisten europäischen Staaten - bis auf wenige Ausnahmen - die Schulen offen halten, auch jene, die stark von der Pandemie betroffen sind. Schultz: "Alle Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ganz klar: es darf keine Schulschließungen geben. Deshalb setze ich mich als Unternehmerin für eine Chance auf Bildung für unsere Kinder und die Zukunft unserer Bildung ein."

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