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WKÖ-Tourismus: Wintersaison wird schwieriger, aber schaffbarer Balanceakt

2G-Regel bitter, aber leider unvermeidlich; zusätzliche Wirtschaftshilfen dringend erforderlich

Robert Seeber, Obmann der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
© WKO

Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht in der vorgezogenen Einführung der 2G-Regel im Tourismus zwar eine bittere, aber unvermeidliche Maßnahme, um die Wintersaison angesichts der kritischen epidemiologischen Situation nicht zu gefährden: "Nach dem Totalausfall im letzten Jahr sind unsere Betriebe auf einen erfolgreichen Winter angewiesen. Angesichts der zuletzt guten Buchungslage erscheint diese auch weiterhin schaffbar. Klar ist aber, dass die 2G-Regel für Gäste zusätzliche Hürden schafft und zu Umsatzeinbußen führen wird. Wichtig ist deshalb, dass wir die richtige Balance zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit finden. Dabei ist es unumgänglich, auch über zusätzliche Coronahilfen zu diskutieren."

Zugleich zeigt Seeber auch Verständnis für die jüngsten Verschärfungen: "Angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen war die Politik zum Handeln gezwungen. Außerdem ist der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Infektionsgeschehen ein wichtiges Signal an unsere Herkunftsmärkte, insbesondere gegenüber Deutschland. Bislang gilt Österreich völlig zurecht als sicheres Urlaubsland. Reisewarnungen während der Wintersaison wären eine Katastrophe, weshalb alles getan werden muss, um diese zu verhindern."

2G wird zu Umsatzrückgängen führen

Seeber betont, dass die 2G-Regel für Gäste vor allem in jenen Gastgewerbe-, Sport- und Freizeitbetrieben zu Umsatzrückgängen führen wird, die überwiegend auf junges Publikum setzen: "In den Altersgruppen zwischen 15 und 34 Jahren sind rund 40 Prozent der Bevölkerung noch nicht vollimmunisiert. Diese Zahl zeigt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb oftmals nicht möglich sein wird.“ Vor diesem Hintergrund ist es unumgänglich, so der oberste Branchensprecher, ehestmöglich über weitere Wirtschaftshilfen zu diskutieren. Neben einem Ersatz von Umsatzausfällen fordert Seeber vor allem die Verlängerung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in Gastronomie, Hotellerie und Kulturbereich: „Der reduzierte Umsatzsteuersatz hat sich als wichtige Krisenhilfe erwiesen. Deshalb sollte die Maßnahme unbedingt über Jahresende hinaus verlängert werden.

Zudem bedarf es einer Ausweitung der Steuerbegünstigung auf weitere Sport- und Freizeitbetriebe, wie etwa Fitnessstudios. Dadurch kann besonders betroffenen Branchen rasch, unbürokratisch und zielgerichtet geholfen werden. Außerdem unterstreicht Seeber, dass der Veranstaltungswirtschaft dringend Planungssicherheit zurückgegeben werden müsse. Hierzu könne der Veranstalterschutzschirm einen wertvollen Beitrag leisten: "Neben einer Verlängerung der Antragsfristen ist vor allem wichtig, dass Veranstalter nicht auf ihren Unkosten sitzenbleiben, wenn aufgrund der 2G-Regel weniger Besucher zu einer Veranstaltung kommen." (PWK 562/AS)

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