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WKÖ-Tourismus: Ukraine-Krise gefährdet den Aufschwung im Tourismus

Zahlreiche Branchenvertreter:innen appellieren: Gezielte Entlastung notwendig – Politik muss Teuerungswelle abfedern 

Reisen, Tourismus
© Envato

"Nach zwei Jahren Pandemie sehnen sich Menschen nach Urlaub. Deshalb hat sich die Buchungslage in den Tourismus- und Freizeitbranchen zuletzt positiv entwickelt und auch mit Blick auf den Sommer standen die Vorzeichen durchaus gut. Leider droht uns der Ukainekrieg in Hinblick auf die erhofften ‚Nachholeffekte‘ einen Strich durch die Rechnung zu machen: Unsere Betriebe sind mit stetig steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen konfrontiert, die sie teilweise auch an ihre Gäste weitergeben werden müssen. Dieser drohenden Teuerungswelle muss die Politik rasch gegensteuern", sagt Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Gerade energieintensive Tourismusbetriebe, wie Thermen oder Großküchen mit Kühlräumen, sind zuletzt unter Druck geraten. Seeber: "Hier bedarf es gezielter Entlastungsmaßnahmen, wie etwa einen Energiekosten-Zuschuss oder die Senkung der Mineralölsteuer. Auch eine beschleunigte Umsetzung von Maßnahmen der ökosozialen Steuerreform sollte angedacht werden, so könnte man etwa die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrags vorziehen. Außerdem macht die Ukrainekrise deutlich, dass wir ein längerfristiges zukunftsfittes Modell der Kurzarbeit benötigen."

Hotellerie und Gastronomie stehen nach 2 Jahren Corona vor nächster großer Hürde

Auch Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie, appelliert für rasche Entlastung: "Nach der enormen Durststrecke während der Corona-Pandemie sind unsere Betriebe nun mit der nächsten großen Hürde konfrontiert. Gerade die Hotellerie ist von der massiven Teuerungswelle, die in Form von sich vervielfachenden Energie- und Lebensmittelkosten auf uns zurollt, schwer betroffen. Was das in Zeiten der coronabedingten Neuverschuldung, der nach wie vor angespannten Lage am internationalen Reisemarkt und dem nur langsam anspringenden Kongress- Seminar- und Städtetourismus bedeutet, ist wohl jedem klar. Es braucht deshalb dringend Entlastungsmaßnahmen für Betriebe - wie Steuergutschriften, aber auch eine spürbare Lohnnebenkostensenkung." Selbst die solide Buchungslage für Ostern könne die enormen Belastungen nicht wettmachen, so Kraus-Winkler.

In die selbe Kerbe schlägt Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie: "Viele unserer Betriebe spüren bereits jetzt die steigenden Lebensmittelpreise und die Lieferengpässe bei bestimmten Lebensmitteln. Auch die inflationsbedingten Einbußen bei den verfügbaren Einkommen werden sich auf das Geschäft in der Gastronomie auswirken. Wir wissen, dass als erstes bei Restaurantbesuchen gespart wird, sobald das Geld knapp wird. Klarerweise können Wirtinnen und Wirte nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Lösungen, um dieser Teuerungsspirale entgegenzuwirken, sind daher das Gebot der Stunde!"

Schausteller und Zirkusse in Sorge wegen steigender Kosten

Auch bei der von Corona schwer gebeutelten Branche der Schausteller und Zirkusse rechnet man - aufgrund der kriegsbedingt unsicheren Gesamtstimmung und der Teuerungen - mit mehr Zurückhaltung beim Konsumverhalten. Peter Wiesbauer, WKÖ-Branchensprecher: "Damit die Fahrpreise bzw. Eintrittspreise nicht erhöht werden müssen und das Vergnügen für eine Familie leistbar bleibt, müssen gezielte steuerliche Entlastungsmaßnahmen gesetzt werden."

WKÖ-Reisebüros enttäuscht über Beibehaltung von 3-G bei Einreise 

"Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist ein deutlicher Dämpfer bei den Buchungsanfragen erkennbar. Ursache dafür ist insbesondere die große Verunsicherung unter Reisenden", berichtet Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros. "Besonders hart betroffen sind Spezialreiseveranstalter oder ‚Incomer‘, die den russischen oder ukrainischen Markt bearbeiten. Aber auch mit dem asiatischen Markt gibt es aufgrund der verlängerten Flugzeiten große Schwierigkeiten. Eine Umorientierung auf andere Märkte benötigt Zeit. Daher brauchen diese besonders betroffenen Betriebe zur Überbrückung zielgerichtete Hilfen in Form von Zuschüssen." 

Enttäuscht zeigt sich Kadanka über die Beibehaltung der 3G-Regelung bei der Einreise nach Österreich: "Gerade jetzt wäre ein Ende von 3G, wie es in immer mehr europäischen Ländern bereits umgesetzt wird, ein wichtiges Signal für den heimischen Tourismus gewesen."

(PWK153/ES)

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