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WKÖ-Seeber: Eine Öffnung mit viel „Wenn und Aber“

Grundsätzliches Lockdown-Ende am 12.12. wird begrüßt, aber Unverständnis über anhaltende Schließung vieler Betriebe im Tourismus

Robert Seeber, Obmann der WKÖ-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
© WKO

Auch wenn Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute angekündigte Wiederöffnung ab 12. Dezember grundsätzlich begrüßt, spricht er von einer „Öffnung mit viel ‚Wenn und Aber‘“. Seeber: „Natürlich begrüßen wir das Lockdown-Ende am 12.12 in einigen Bundesländern und für einige Branchen. Die verbliebenen Einschränkungen sind aber teilweise überschießend und die Öffnungsschritte ganz klar hinter den Erwartungen der Branche zurückgeblieben. Es ist unverständlich, dass zahlreiche unserer Tourismusbetriebe, die sich stets an alle Regeln gehalten, alle Maßnahmen mitgetragen und sich auf die fixe Öffnungszusage verlassen haben, nun - durch die regionale, schrittweise Vorgehensweise – weiterhin in den Lockdown gezwungen sind. Und das mitten in der für viele Branchen so wichtigen Vorweihnachtszeit.“

Konkret endet der Lockdown etwa in Oberösterreich für alle am 17. Dezember. Erst an diesem Tag dürfen Gastronomie und Hotellerie auch in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark wieder aufsperren. In Wien bleiben Gastronomie und Hotellerie sogar bis 20. Dezember zu. Dazu kommen zusätzliche Auflagen wie die Sperrstunde um 23 Uhr, die Konsumation nur am Verabreichungsplatz oder die Maskenpflicht abseits desselben.

Jetzt rasch bundesweite Öffnung aller Branchen und Betriebe auf Schiene bringen

„Niemand aus der Branche versteht, dass immer wieder die Tourismusbetriebe, die für enorme Wertschöpfung und Beschäftigung im Land sorgen, die Ersten sind, die zusperren müssen, und die Letzten, die öffnen dürfen. Eine sachliche Rechtfertigung dafür gibt es nicht. Immerhin geht auch die AGES davon aus, dass nur 1-2 Prozent der Ansteckungen in Tourismus- und Freizeitbetrieben stattfinden“, kritisiert Seeber und unterstreicht: „Unser Ziel war immer eine breite, einheitliche Öffnung quer durch alle Branchen in ganz Österreich. Darauf haben wir vertraut, darauf haben sich die Betriebe und ihre MitarbeiterInnen verlassen. Um das angeschlagene Vertrauen nicht endgültig zu verlieren, muss das jetzt rasch gelingen, denn beim Weihnachtsgeschäft kommt es auf jeden Tag an.“

Anstatt immer wieder Betriebe zu sperren, die unter Einhaltung der umfangreichen Auflagen ohnehin sicher sind, solle sich die Politik viel stärker auf das Forcieren des Impfens und den Ausbau der PCR-Testinfrastruktur konzentrieren. Nur mit diesen beiden Maßnahmen könne man die Pandemie dauerhaft in den Griff bekommen, ist Seeber überzeugt.

Fleckerlteppich an Regeln schadet Image des Urlaubslandes Österreich

Zudem sei eine einheitliche Vorgehensweise ein entscheidendes Signal an Gäste im In- und Ausland, sagt Seeber: „Dieser Fleckerlteppich an Regeln und Maßnahmen, den wir jetzt wieder haben, schadet dem Image des Urlaubslandes Österreich und somit dem Tourismusstandort. Viele Gäste, die aufgrund des Lockdowns ihren Urlaub verschoben haben, stornieren nun endgültig. Das verlorene Vertrauen können wir – wenn überhaupt - nur durch verlässliche Ansagen zurückgewinnen.“

Die weiterhin geltende 2G-Regel hält Seeber zum derzeitigen Zeitpunkt für alternativlos. Als „Goldstandard“ im internationalen Vergleich bezeichnet der Branchenvertreter die verpflichtenden Präventionskonzepte, die 2G-Regel für Gäste und die 3G-Regel für MitarbeiterInnen. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen sei es nun um so wichtiger, dass die Leistungen der Betriebe auch im Ausland wahrgenommen werden. Seeber: „Österreich bleibt nicht nur ein schönes, sondern vor allem auch ein sicheres Urlaubsland. Deshalb müssen auch die bilateralen Gespräche auf Regierungsebene mit Deutschland darauf abzielen, dass die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet rasch zurückgenommen wird.“

Seeber: Maßnahmen der letzten Wochen haben tiefe Spuren hinterlassen

Die Maßnahmen der letzten Wochen haben, so Seeber, tiefe Spuren in der Branche hinterlassen: „Die Lockdownphasen der letzten 21 Monate sitzen unseren Betrieben und ihren MitarberInnen tief in den Knochen. Mehrere Branchen, wie Nachtgastronomie, Veranstaltungswirtschaft und Schausteller, wissen immer noch nicht, wie es in den kommenden Wochen weitergehen wird. Vor allem kleinere und mittlere Tourismusbetriebe sind häufig auf Überbrückungskredite angewiesen.“ Dementsprechend führe weiterhin kein Weg an Wirtschaftshilfen vorbei.

Seeber: „Klar ist: Zu einem weiteren Lockdown darf es auf keinen Fall mehr kommen. Unsere Betriebe würden das selbst mit staatlichen Unterstützungen nicht mehr überstehen. Die beste Wirtschaftshilfe ist aber, wenn die Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Österreich endlich wieder das machen können was sie am liebsten tun und am besten können: Ihre Gäste empfangen und verwöhnen!“ (PWK740/ES)

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