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WKÖ-Rechnungsabschluss 2020: Trotz rückläufiger Einnahmen Rekord-Unterstützung für Mitgliedsbetriebe

Info- und Service-Angebot massiv ausgeweitet - 900 Mio. Euro aus Härtefall-Fonds ausbezahlt – rückläufige Einnahmen durch Einsparungen und Rücklagen abgedeckt

Geld
© Envato

Im Rechnungsabschluss der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) für das Jahr 2020, der heute dem Finanzausschuss übermittelt wurde, in weiterer Folge dem Präsidium vorgelegt wird und dem Wirtschaftsparlament im Juni zum Beschluss vorliegt, spiegelt sich die Corona-Pandemie wider: Während die Kammerumlagen um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen, stiegen die Aufwendungen der WKÖ für die Betreuung und Akut-Unterstützung ihrer Mitglieder deutlich. Gleichzeitig wurden die gewohnten Leistungen aufrechterhalten. „Die enorme Ausweitung der Mitgliederbetreuung und die Unterstützungen für die Betriebe waren nur durch konsequentes Kostenmanagement und zielgerichtete Sparmaßnahmen möglich. Zudem haben wir in dieser absoluten Krisensituation auf Rücklagen zurückgegriffen, um unseren Mitgliedern bestmöglich zur Seite zu stehen“, erklärt WKÖ-Vizepräsident und Finanzreferent Richard Schenz. Corona-bedingt weist der Rechnungsabschluss einen Bilanzverlust von 26,4 Mio. Euro aus, der aus Rücklagen abgedeckt wird.


Trotz des Einnahmenrückgangs wurde das Informations- und Service-Angebot an allen Mitglieder-Kontaktpunkten sowie die interessenspolitische Arbeit für die rund 540.000 Mitglieder deutlich ausgebaut: Der Corona-Infopoint auf wko.at erreichte mehr als 21 Mio. Zugriffe. Weiters wurden 680 Webinare mit mehr als 115.000 Teilnehmenden durchgeführt und Unterstützungen etwa bei den betrieblichen Testungen gesetzt. Parallel dazu wurde das gewohnte Leistungsprofil der Wirtschaftskammerorganisation mit rund 35.000 Gründungsberatungen, der Betreuung von weltweit über 62.700 österreichischen Exporteurinnen und Exporteuren sowie rund 328.000 Bildungsberatungen aufrecht erhalten. „Das alles war nur möglich, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftskammer während der Coronakrise weit über das übliche Maß hinaus und beinahe rund um die Uhr für die Betriebe und ihre Anliegen gearbeitet haben“, sagt Finanzreferent Richard Schenz.


Hilfen für stark von der Pandemie betroffene Betriebe

Die Wirtschaftskammer wickelt als operativer Dienstleister den Härtefall-Fonds mit einem Volumen von 2 Mrd. Euro für die Bundesregierung ab und hat im vergangenen Jahr bereits rund 900 Mio. Euro ausbezahlt. Insgesamt konnten für die heimischen Betriebe mehr als € 30 Mrd. an staatlicher Unterstützung sichergestellt werden. Gemeinsam mit den Landeskammern wurde als ergänzendes Sicherheitsnetz ein Unterstützungs-Fonds in Höhe von 50 Mio. Euro für Klein- und Kleinstunternehmer eingerichtet, die durch die Covid-19 Krise unverschuldet in Existenznot geraten sind.


WKÖ Rechnungsabschluss im Detail

Die Wirtschaftskammer Österreich finanziert sich aus den Kammerumlagen, die im Jahr 2020 insgesamt 207,8 Millionen Euro betrugen. Das sind um 14,2 Millionen Euro weniger als im Jahr 2019. Die Einnahmen aus der Kammerumlage 2 sanken 2020 gegenüber dem Jahr davor um 4,3 Prozent, jene aus der Kammerumlage 1 um 9,8 Prozent.


Zu den Umlagen kommen 9,2 Millionen Euro an Waren- und Leistungserlösen. Diese sind um 12,4 Millionen Euro geringer als 2019. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 32,3 Millionen Euro handelt es sich vorwiegend um Refundierungen für Projekte und Kostenersätze, denen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen.


Die im Corona-Jahr 2020 wirtschaftlich bedingten Mindereinnahmen sowie der deutlich gestiegene Mehraufwand zur Akut-Unterstützung der Mitgliedsbetriebe führte trotz konsequentem Kostenmanagement und Einsparungen zu einem negativen Betriebserfolg für 2020 von 27,5 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Finanzerfolg von 1,3 Millionen Euro. Das negative Ergebnis vor Steuern beläuft sich somit auf 26,2 Millionen Euro. Nach Berücksichtigung der Kapitalertragssteuer ergibt sich das negative Ergebnis nach Steuern sowie der Bilanzverlust in Höhe von 26,4 Millionen Euro. Dieser wird aus Rücklagen abgedeckt werden. 


Der Personalaufwand (inkl. Altersversorgung) betrug im Vorjahr 137,2 Millionen Euro, womit das Budget exakt eingehalten wurde. Die Sachaufwendungen betrugen insgesamt 139,6 Millionen Euro. 


Richard Schenz abschließend: „Die Wirtschaftskammer hat unter den extrem fordernden Bedingungen des Jahres 2020 für ihre Mitglieder wertvolle und deutlich erweiterte Leistungen in den Bereichen Interessenpolitik und Service sichergestellt und damit Schlagkraft und Durchsetzungskraft bewiesen.“ (PWK253/SR/us)

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