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WKÖ-Rechnungsabschluss 2020 beschlossen: Rekord-Unterstützung für Mitgliedsbetriebe trotz rückläufiger Einnahmen

Info- und Service-Angebot für Mitglieder wurde in der Corona-Krise massiv ausgeweitet - rückläufige Einnahmen durch Einsparungen und Rücklagen abgedeckt

WKÖ-Vizepräsident Schenz
© WKÖ/Marek Knopp

Der Rechnungsabschluss der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) für 2020 wurde heute von WKÖ-Vizepräsident und Finanzreferent Richard Schenz dem Wirtschaftsparlament präsentiert und im Anschluss von diesem höchsten WKÖ-Gremium mit Stimmenmehrheit beschlossen. Erwartungsgemäß widerspiegeln die Kammerfinanzen die Corona-Pandemie: Während die Einnahmen aus Umlagen um 6,4 Prozent im Vergleich zu 2019 sanken, steigerte die WKÖ die Aufwendungen für die Betreuung und Akut-Unterstützung ihrer Mitglieder deutlich. Gleichzeitig wurden die gewohnten Leistungen aufrechterhalten.

"Die enorme Ausweitung der Mitgliederbetreuung und die Unterstützungen für die Betriebe waren nur durch konsequentes Kostenmanagement und zielgerichtete Sparmaßnahmen möglich. Zudem haben wir in dieser extrem herausfordernden Krisensituation auf Rücklagen zurückgegriffen, um unsere Mitgliedern bestmöglich zur unterstützen“, sagt Schenz. Corona-bedingt weist der Rechnungsabschluss einen Bilanzverlust von 26,4 Mio. Euro aus, der aus Rücklagen abgedeckt wird.

Trotz niedrigerer Einnahmen wurden das Info- und Service-Angebot und die interessenspolitische Arbeit für die rund 540.000 Mitglieder massiv ausgebaut: Der Corona-Infopoint auf wko.at erreichte mehr als 21 Mio. Zugriffe, es wurden rund 680 Webinare mit mehr als 115.000 Teilnehmenden durchgeführt und die Betriebe etwa bei den betrieblichen Testungen unterstützt. Parallel dazu profitierten die Betriebe natürlich vom gewohnten Leistungsprofil der Wirtschaftskammerorganisation. So gab es voriges Jahr rund 35.000 Gründungsberatungen, wurden weltweit über 62.700 österreichischen Exporteurinnen und Exporteuren betreut und rund 328.000 Bildungsberatungen abgewickelt. "All das ist nur gelungen, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftskammer während der Coronakrise weit über das übliche Maß hinaus und beinahe rund um die Uhr für die Betriebe und ihre Anliegen gearbeitet haben“, betont Schenz.

Die Wirtschaftskammer wickelt als operativer Dienstleister den Härtefall-Fonds für die Bundesregierung ab und hat 2020 bereits rund 900 Mio. Euro ausbezahlt. Insgesamt konnten für die heimischen Betriebe mehr als 30 Mrd. Euro an staatlicher Unterstützung sichergestellt werden. Und: Als ergänzendes Sicherheitsnetz wurde gemeinsam mit den Landeskammern ein Unterstützungs-Fonds von 50 Mio. Euro für Klein- und Kleinstunternehmer eingerichtet, die durch Corona unverschuldet in existentielle Not geraten sind.

WKÖ Rechnungsabschluss im Detail

Die WKÖ finanziert sich aus den Kammerumlagen, die im Jahr 2020 insgesamt 207,8 Millionen Euro betrugen. Das sind um 14,2 Mio. Euro weniger als 2019. Die Einnahmen aus der Kammerumlage 2 sanken 2020 gegenüber dem Jahr davor um 4,3 Prozent, jene aus der Kammerumlage 1 um 9,8 Prozent.

Zu den Umlagen kommen 9,2 Mio. Euro an Waren- und Leistungserlösen. Diese sind um 12,4 Mio. Euro geringer als 2019. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 32,3 Mio. Euro handelt es sich vorwiegend um Refundierungen für Projekte und Kostenersätze, denen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen.

Die im Corona-Jahr 2020 wirtschaftlich bedingten Mindereinnahmen sowie der deutlich gestiegene Mehraufwand zur Akut-Unterstützung der Mitgliedsbetriebe führte trotz konsequentem Kostenmanagement und Einsparungen zu einem negativen Betriebserfolg für 2020 von 27,5 Millionen Euro. Bei einem Finanzerfolg von 1,3 Mio. Euro beläuft sich das negative Ergebnis vor Steuern somit auf 26,2 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung der Kapitalertragssteuer ergibt sich das negative Ergebnis nach Steuern sowie der Bilanzverlust in Höhe von 26,4 Mio. Dieser wird aus Rücklagen abgedeckt werden.

Der Personalaufwand (inkl. Altersversorgung) betrug im Vorjahr 137,2 Millionen Euro, womit das Budget exakt eingehalten wurde. Die Sachaufwendungen betrugen insgesamt 139,6 Millionen Euro.

Richard Schenz abschließend: "Als Wirtschaftskammer haben wir unter den extremen Rahmenbedingungen des Jahres 2020 für unsere Mitglieder wichtige und deutlich ausgebaute Leistungen in den Bereichen Interessenpolitik und Service sichergestellt. Damit haben wir Schlagkraft und Durchsetzungskraft bewiesen.“ (PWK324/SR)

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