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Nocker-Schwarzenbacher: Schluss mit den Mythen zur Mangelberufsliste

Köche müssen punktgenau dort vermittelt werden, wo sie dringend gebraucht werden - Ideologische Diskussionen und Angstmache helfen niemand

Köche
© wkö

„Wir wollen keine ideologischen Diskussionen und warnen vor politisch motivierter Panikmache, wir brauchen schlicht und ergreifend Fachkräfte um den Betrieb in vielen österreichischen Unternehmen aufrecht erhalten zu können“, appelliert Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Aufgrund der, von den Arbeitnehmervertretern immer wieder äußerst polemisch geführten Diskussion zur Regionalisierung der Mangelberufsliste, ist aus Sicht des Tourismus eine Klarstellung der Faktenlage, insbesondere zum Mangelberuf Koch, notwendig. 

Während in den westlichen Bundesländern Dezember die Zahl der der offenen Stellen doppelt so hoch war wie jene der Arbeitssuchenden, standen bundesweit 2.630 Arbeitssuchenden 2.178 offene Stellen zur Verfügung. Das heißt, mitten in der Hochsaison werden in den Wintersportregionen verzweifelt Köche gesucht, wobei der Bedarf am inländischen Arbeitsmarkt - trotz enormer Anstrengungen der Betriebe und des AMS -unmöglich abgedeckt werden kann. 

Faktum ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialministerin Berufe per Verordnung auf die Mangelberufsliste setzen kann. Das hat zur Folge, dass für diese Jobs auch Drittstaatsangehörige vermittelt werden können. 

Als Mangelberufe kommen solche Berufe in Betracht, bei denen pro gemeldeter offener Stelle höchstens 1,5 Arbeitssuchende vorgemerkt sind. In besonderen Fällen ist es auch möglich, Berufe mit einer Stellenandrangsziffer bis 1,8 auf die Liste zu setzen. Bisher wurde die Stellenandrangsziffer über eine durchschnittliche Jahresbetrachtung von September bis August bundesweit ermittelt. 

Regionalisierung der Mangelberufsliste

Da der Mangel an Köchen besonders in den westlichen Bundesländern enorm hoch ist, wurde von der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft die Regionalisierung dieser Mangelberufsliste gefordert, was auch im Regierungsprogramm aufgegriffen wurde. Das heißt, es wird nicht auf den bundesweiten Stellenandrang abgestellt, sondern bundesländerbezogen betrachtet. 

Nocker-Schwarzenbacher: „Das ist der richtige Schritt zu einer punktgenauen regionalen und bedarfsorientierten Servicierung am Arbeitsmarkt.“ Es gehe keinesfalls darum, Lohndumping gegenüber den inländischen Arbeitskräften zu betreiben, selbstverständlich gelten die kollektivvertraglichen Mindeststandards auch für Arbeitskräfte aus Drittstaaten, so Nocker-Schwarzenbacher und weiter: „Im Gegenteil, diese Maßnahme ist notwendig, um die Stilllegung von Betrieben oder Betriebsteilen zu verhindern und dient damit auch der Sicherung inländischer Arbeitsplätze. Die Stressbelastung auf die Stammbelegschaft und die mitarbeitenden Familienangehörigen wird verringert und wir können uns in bewährter Form um unsere Gäste kümmern. Wir sind froh, dass die Konjunktur momentan so erfreulich läuft und verstehen überhaupt nicht, dass das touristische Potential nicht ausgeschöpft werden kann, weil die Arbeitnehmerverteter sich aus ideologischen Gründen dagegen sträuben. 

Daher appellieren wir an die Sozialministerin, diese wichtige und vernünftige Maßnahme rasch umzusetzen - im Interesse des Tourismus und aller in der Branche Beschäftigten.“ 

Was die geplante und zugesagte Senkung der Umsatzsteuer von 13 auf 10 Prozent betrifft, zeigt sich die oberste Tourismussprecherin überzeugt, dass „selbstverständlich das, was im Regierungsprogramm verankert ist und von der neuen Tourismusministerin erneut fix zugesagt wurde, auch umgesetzt wird“. (PWK026/ES)

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