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WKÖ-Kühnel: „Ein Turboschub für die Attraktivität der Lehre“

Die Duale Akademie, ein Vorzeigemodell speziell für Maturanten und Studienabbrecher, startet österreichweit ab Herbst 2022 – Neues Lehrberufspaket für 4.100 Lehrlinge ab Mai

Lehrling Distance
© UNSPLASH/JESWIN THOMAS

Der Fachkräftemangel gefährdet den Aufschwung der österreichischen Wirtschaft nach der Corona-Krise. "Umso dringlicher ist es, dass wir jetzt und in den kommenden Jahren konsequent gegensteuern. Denn die Fachkräfte von morgen, das sind unsere Lehrlinge von heute: Viele Betriebe haben momentan große Schwierigkeiten, offene Lehrstellen zu besetzen“, sagte Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Linz.  

Umso wichtiger ist es, neue Zielgruppen anzusprechen und für den dualen Ausbildungsweg zu begeistern. "Die Lehre ist krisenfest, zukunftssicher und immer topaktuell. Deshalb freut es mich, dass wir nun ein weiteres hochattraktives Ausbildungsmodell österreichweit auf die Schiene bringen können."  

Österreichweit ab Herbst 2022 

Die Duale Akademie ist ein Best-practice-Modell, das vor knapp drei Jahren an der Wirtschaftskammer Oberösterreich gestartet wurde und mittlerweile auch in Salzburg, Vorarlberg und Wien erfolgreich etabliert ist. Bundesweit wird der Start im Herbst 2022 mit vier modernen und zukunftsträchtigen Berufsbildern erfolgen, nämlich Mechatronik, Applikationsentwicklung/Coding, Elektrotechnik und Speditionskaufmann/-frau.  

Die Ausbildung wendet sich speziell an Maturantinnen und Maturanten, die nicht sofort ein Studium anstreben, die praktische Berufserfahrungen sammeln oder frühzeitig einen Fuß in einem Ausbildungsbetrieb haben wollen, sowie an Studienabbrecher oder -umsteiger.   

"Für diese Zielgruppe schnürt die Duale Akademie ein höchst attraktives Paket: Die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen und technologieaffinen Berufen wird beschleunigt und als Zuckerl gibt es obendrauf aufgebesserte Einkommen, die auf die Lebensrealität dieser bereits etwas älteren jungen Menschen Bedacht nehmen. Die Trainees können sich mit topaktuellen Zusatzinhalten fachlich höherqualifizieren und es gibt dafür einen anerkannten Abschluss“, so Kühnel. 

Das Wirtschaftsministerium hat eine umfassende Richtlinie angekündigt, welche die Duale Akademie auf die richtige Stufe hebt: Für die Ausbildung als Mechatroniker ist das schon passiert. Die Ausbildungsform wird offiziell auf Stufe 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) eingestuft. Der Abschluss als "DA Professional" ist damit auf derselben Stufe wie eine HAK- oder HTL-Matura eingereiht. Zum Vergleich: Der Lehrabschluss ist auf Stufe 4, der Meistertitel steht auf Stufe 6 und ist gleichwertig zu einem universitären Bachelor.  

Neues Lehrberufspaket 

Ein weiterer Beleg dafür, welche tollen Karrierenchancen eine Lehre eröffnet, ist das neue Lehrberufspaket, das  im Mai 2021 in Kraft tritt und neue Berufsbilder für insgesamt 4.100 Lehrlinge bringt. "Die Lehrlingsausbildung ist mit einer Aktualitätsgarantie verbunden: Spätestens alle fünf Jahre werden die Ausbildungsinhalte überprüft, modernisiert und an die neueste Technologie und die betrieblichen Erfordernisse angepasst", erklärt Kühnel.  

Im Detail: Neugestaltet wurden die Lehrberufe Medizinproduktekaufmann/-frau, Verpackungstechnik, Entsorgungs- und Recyclingfachkraft, Binnenschifffahrt und Systemgastronomiefachkraft. Der neue Lehrberuf Mechatronik erfuhr eine Erweiterung um das Spezialmodul Additive Fertigung ("3D-Druck"). Forsttechnik und Zimmereitechnik wurden vom Ausbildungsversuch in einen Regellehrberuf hochgestuft und in den kaufmännisch administrativen Lehrberufen sowie beim Restaurantfachmann/-frau wurden die Prüfungsordnungen überarbeitet.  

„Die Berufs- und Bildungslandschaft, die Betriebe, aber vor allem die jungen Menschen erwarten sich von uns, dass wir die Lehrlingsausbildung kontinuierlich weiterentwickeln. Das tun wir, denn zeitgemäße Berufsbilder sind die Basis für unseren Fachkräftenachwuchs und damit für den Erfolg der österreichischen Wirtschaft“, betont Kühnel. (PWK217)

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