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WKÖ-Kopf: Fachkräftemangel nimmt zu, konsequente Vermittlung ist Gebot der Stunde

Dynamik am Arbeitsmarkt steigt – bereits nahezu gleich viele offene Stellen wie Arbeitslose

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
© WKÖ/Marek Knopp

"Es ist sehr erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit erstmals wieder unter dem Vorkrisenniveau liegt. Mit deutlich mehr als 200.000 offenen Stellen auf der AMS-Plattform "Alle Jobs" gibt es schon fast so viele offene Stellen wie Arbeitslose. Das zeigt, dass die Erholung der Wirtschaft an Fahrt gewinnt", kommentiert Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Dennoch sei das nur die eine Seite der Medaille. "Die Kehrseite ist der steigende Fachkräftemangel." 

Auch in der jüngsten WIFO-Konjunkturumfrage nannten die befragten Unternehmen erstmals seit Beginn der COVID-19 Krise den Mangel an Arbeitskräften als größtes Hemmnis. Im Monat August 2021 gab es rund 80 Mangelberufe. "Hier müssen wir aufpassen, dass dies den Aufschwung nicht gefährdet", warnt Kopf.

"Alle Kraft in die konsequente Vermittlung stecken"

Konkret müsse "alle Kraft in die konsequente Vermittlung von arbeitsuchenden Menschen auf offene Stellen gesteckt werden. Es ist die richtige Zeit, um die Beschäftigungsanreize zu erhöhen". Wie erst kürzlich auch Experten auf einer Veranstaltung der Arbeiterkammer betonten, ist etwa die Zuverdienstmöglichkeit während der Arbeitslosigkeit in vielen Fällen ein Hindernis für die Aufnahme einer regulären Beschäftigung. "Wir müssen alles ohne Tabus analysieren, diskutieren und die eine oder andere Maßnahme auch reformieren", betont Kopf.

Auch müsse die Mobilität am Arbeitsmarkt deutlich gesteigert werden, etwa durch Ausbau der überregionalen Vermittlung und  bessere Unterstützung für jene, die bereit sind, überregional einen Arbeitsplatz anzunehmen. Das gelte genauso für den Lehrstellenmarkt, wo es ein großes Ost-West-Gefälle gibt. Österreichweit übersteigt die Zahl der offenen Lehrstellen die Zahl der Lehrstellensuchenden per Ende August um 605. In Wien hingegen gibt es deutlich mehr Lehrstellensuchende (3.500) als offene Lehrstellen (560). Durch einen Ausbau des Vermittlungsprojekts b. mobile sollen insbesondere Lehrstellensuchen aus Wien und Niederösterreich dabei unterstützt werden, in westlichen Bundesländer eine Lehre aufzunehmen.

"Im Zuge der von Arbeitsminister Martin Kocher angekündigten Arbeitsmarktreform geht es daher darum, dass wir alles, was der Besetzung der offenen Stellen im Wege steht, genau unter die Lupe nehmen. Denn der Fachkräftemangel darf weder jetzt den Aufschwung nach der Corona-Krise bremsen, noch langfristig dem Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich schaden", so der WKÖ-Generalsekretär. (PWK436/DFS)

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