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WKÖ-Kopf: Arbeits- und Fachkräftemangel bleibt auch 2022 die größte Herausforderung für den Arbeitsmarkt

Schwerpunkt auf Verkürzung der Arbeitslosigkeit durch rasche Vermittlung von Arbeitslosen legen sowie Steigerung der Mobilität am Arbeitsmarkt

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
© WKÖ/Marek Knopp

"Die pandemiebedingten Einschränkungen im Tourismus über den Jahreswechsel konnten die große Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt nicht bremsen. Damit bleibt der Arbeits- und Fachkräftemangel die größte Herausforderung für die heimische Wirtschaft“, sagt Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).  

Der gravierende Fachkräftemangel lasse sich an mehreren Stellen ablesen: Etwa der im Dezember erlassene Fachkräfteverordnung 2022, die mit 66 Mangelberufen deutlich umfangreicher ist als im Vorjahr oder den mehr als 200.000 offenen Stellen der AMS Job APP "alleJobs“. Damit kommen derzeit weniger als 1,5 offene Stellen auf eine arbeitslose Person. "Ein Schwerpunkt in der von Bundesminister Kocher für das 2. Quartal 2022 angekündigte Arbeitsmarkt-Reform muss daher in der Verkürzung der Arbeitslosigkeit durch rasche Vermittlung der Arbeitslosen liegen“, so Kopf. Auch die Mobilität am Arbeitsmarkt müsse deutlich gesteigert werden, etwa durch Ausbau der überregionalen Vermittlung und bessere Unterstützung für jene, die bereit sind, überregional einen Arbeitsplatz anzunehmen.  

Handlungsbedarf bestehe auch in Hinblick auf die Qualifizierung von arbeitslosen Menschen: Noch immer haben rund 44 Prozent der Arbeitslosen nur einen Pflichtschulabschluss. Aus Sicht der Wirtschaft müssen Arbeitslose, die für eine Ausbildung geeignet sind, für eine arbeitsplatznahe Ausbildung zu Fachkräften weiterentwickelt werden. Hinzu kommt der Bedarf eines weiteren Ausbaus der Kinderbetreuung, damit Eltern mit Betreuungspflichten rasch in den Arbeitsmarkt wieder einsteigen bzw. ihre Arbeitszeiten ausweiten können sowie die Verringerung von Vermittlungshemmnissen wie mangelnde Deutschkenntnisse durch ein ausreichendes und passendes Angebot an Deutschkursen.  

Weitere Punkte betreffen, so der WKÖ-Generalsekretär, den verstärkten Einsatz von Beschäftigungsanreizen wie der Eingliederungsbeihilfe oder des Kombilohn, um Zielgruppen wie etwa Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt vermitteln zu können. Das Programm Sprungbrett des Arbeitsministeriums leistet hier einen erfolgreichen Beitrag. Auch die Reform der Rot-Weiß-Rot Karte gilt es aus Sicht der Betriebe rasch in diesem Jahr in Angriff zu nehmen, um unbürokratisch dringend benötigte Fachkräfte in Österreich beschäftigen zu können. 

"Im Zuge der von Arbeitsminister Martin Kocher angekündigten Arbeitsmarktreform geht es daher darum, rasch alle Arbeitslosen wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt in Beschäftigung zu bringen. Denn der Fachkräftemangel wird durch den beginnenden Rückgang der Menschen im Erwerbsalter zusätzlich verstärkt. Fachkräftemangel darf weder unmittelbar noch langfristig dem Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich schaden“, so der WKÖ-Generalsekretär.

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