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WKÖ-Kopf: 2020 als Corona-Ausnahme-Jahr am Arbeitsmarkt soll sich nicht wiederholen

Trotz hoher Arbeitslosigkeit gibt es Jobchancen. Diese gilt es zu nutzen und entsprechend zu qualifizieren – auch während Kurzarbeit

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
© WKÖ/Marek Knopp

"Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit im 4. Quartal und damit auch im Gesamtjahr 2020 ist keine Überraschung. Wenn der Wirtschaftsmotor nicht mit voller Drehzahl fahren kann, fällt auch entsprechend weniger Arbeit an“, kommentiert Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute von der Statistik Austria veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Er verweist dabei auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des neuerlichen Lockdowns ab November. Gleichzeitig betonte Kopf, dass noch Schlimmeres dank der Kurzarbeit abgewendet werden konnte. "Die Corona-Kurzarbeit war das Instrument der Stunde, um den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort zu sichern und sie ist es auch weiterhin", so der WKÖ-Generalsekretär. 

Jetzt geht es Kopf zufolge aber darum, "dafür zu sorgen, dass das Corona-Jahr 2020 ein Ausnahme-Jahr am Arbeitsmarkt bleibt". Daher müssen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen forciert werden – auch für Kurzarbeitende: "Die bereits im Herbst geschaffene Weiterbildungsmöglichkeit während der Kurzarbeit ist eine tolle Chance für die Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um sich für die Zukunft gut aufzustellen", sagt Kopf.  

Fachkräfte sogar jetzt gesucht, Bedarf wird steigen

Dies ist laut Kopf vor allem deshalb so wichtig, weil Fachkräfte zunehmend gebraucht werden: "In einigen Bereichen existiert ein eklatanter Fachkräftemangel. Wenn die Wirtschaft erst wieder in Schwung kommt, wird sich dieser noch massiv verstärken." Daher gelte es, einerseits durch Kurzarbeit Fachkräfte zu halten, andererseits auf Qualifizierung zu setzen. Ebenso müsse ein Schwerpunkt auf Vermittlung, regional und überregional, gelegt werden.  

Um einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit vorzubeugen, sei es außerdem nötig, die auch derzeit existierenden Jobchancen besser sichtbar zu machen. "Es gibt im Moment österreichweit 40 Mangelberufe – vom Elektroinstallateur, Techniker für Maschinenbau über den Tischler bis zu den IT-Fachkräften. Wir müssen das jungen Leuten und anderen Jobsuchenden vermehrt aufzeigen, um sie für diese Berufe zu gewinnen", sagt Kopf. 

Diese Maßnahmen sind dem WKÖ-General zufolge "wichtige Weichenstellungen, damit der Aufschwung nachhaltig gelingen kann". Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Erholung sind aber freilich die Überwindung der Corona-Krise und weitere Öffnungsschritte: "Wir brauchen einen Stufenplan für die Öffnung. Denn wenn weiterhin erhebliche Wirtschaftsbereiche ohne Perspektive sind, wird es auch mit der Erholung am Arbeitsmarkt schwierig", warnt Kopf. (PWK134/DFS)

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