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WKÖ-Kiennast/Mandl/Menz: "Sammlung und Recycling müssen alltagstauglich sein" - Nein zu teurem Pfandsystem

Industrie, lebensmittelverarbeitendes Gewerbe und Handel warnen: Gesamte Lebensmittelwirtschaft würde mit teurem Pfandsystem über Gebühr belastet

Flaschenpfand
© AdobeStock

"Es besteht der nicht unberechtigte Verdacht, dass in Österreich quasi über Nacht ein Einwegpfand eingeführt werden soll", zeigen sich Julius Kiennast, Obmann des Bundesgremiums Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Willibald Mandl, Bundesinnungsmeister des Lebensmittelgewerbes in der WKÖ sowie Siegfried Menz, Obmann der Bundessparte Industrie besorgt. "Klein- und Mittelbetriebe, aber auch Industriebetriebe würden mit einem teuren Pfandsystem über Gebühr belastet, viele sogar in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht", halten sie fest. 

"Abfallvermeidung ist ein Gebot der Stunde – es gibt aber effizientere und kostenschonendere Wege dafür als ein teures Pfandsystem", halten die Wirtschaftsvertreter fest. Das vom BMK präferierte neue System verursacht WKÖ – Berechnungen zufolge jährlich rund 60 Millionen mehr als angegeben, nämlich rund 190 Millionen Euro.   

Logistische und finanzielle Mehrbelastung

"Für den Lebensmittelhandel wäre die Einführung eines Einwegpfandes nicht nur mit enormen finanziellen, personellen und logistischen Mehrbelastungen verbunden", so Kiennast weiter. "Insbesondere für kleine Händlerinnen und Händler wäre diese Mehrbelastung wirtschaftlich nicht tragbar. Im europäischen Vergleich ist Österreichs Gemeindestruktur im ländlichen Raum äußerst kleinstrukturiert – oftmals mit nicht mehr als 1.000 Einwohnern pro Ort. In diesen Gemeinden werden vielfach kleine Nahversorgungsgeschäfte von selbstständigen Kaufleuten erfolgreich betrieben, was wesentlich zur Lebensqualität der örtlichen Bevölkerung beiträgt. Ihre Existenz wäre durch die Einführung eines Einwegpfands massiv gefährdet, denn sie stünden vor der Wahl, entweder wirtschaftlich untragbare Investitionen durchzuführen oder einen Rückgang der Kundenfrequenz in Kauf nehmen zu müssen, wenn sie von der Rücknahmeverpflichtung ausgeschlossen werden", betont Kiennast.  

"Ein Flaschenpfand löst das Kunststoffproblem in Österreich nicht. Neben den hohen Kosten spricht Folgendes gegen ein Pfand: In acht Bundesländern funktioniert die Plastiksammlung einwandfrei, die EU-Vorgaben sind hier keine Hürde. Warum also sollten wir ein hundert Millionen Euro teures Parallelsystem erschaffen, dass nur die Getränke verteuert und niemandem hilft?", hält Bundessparte Industrie-Obmann Menz fest. 

Bundesländer zeigen Praxislösungen vor

"Ein Einweg-Pfand wäre eine Gefährdung der Nahversorgung durch die 1.448 Bäcker, 1.215 Fleischer und 1.332 Konditoren in Österreich, die durch den starken Wettbewerbsdruck und die Coronakrise schon jetzt über Gebühr belastet werden", gibt Bundesinnungsmeister Willibald Mandl, zu bedenken. "Wir haben in Österreich erfreuliche Beispiele, die zeigen, dass das ganzheitliche Sammelsystem funktioniert", sagt Mandl: "Im Burgenland, in Tirol oder in Vorarlberg werden die verbindlichen EU-Sammelquoten für Kunststoff-Getränkeflaschen jetzt schon – und zwar ohne Pfand – erfüllt. Daran sollten wir uns österreichweit ein Vorbild nehmen."

Das Recycling-Modell der WKÖ umfasst zehn Punkte für eine alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft, das Betriebe, Haushalte und den Außer-Haus-Konsum einbindet und vermeidet, dass Wertstoffe als Müll entsorgt werden. Es sieht als Alternative zu einem Einwegpfand einen bundesweiten Ausbau der getrennten Sammlung von Plastikflaschen, Dosen und anderen Wertstoffen vor, mit dem die EU-Sammelziele erreicht werden können – und das ganz ohne ein teures Pfandsystem.

Zehn-Punkte-Recycling-Modell 
Die Eckpunkte des Konzepts der Wirtschaftskammer Österreich sind hier abrufbar

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