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WKÖ-Handelsobmann Trefelik: "Einwegpfand lässt kleine Einzelhändler um Existenz fürchten"

Sammlung von Kunststoff-Flaschen muss für Konsumenten so einfach wie möglich sein – daher mehr Sammelbehälter statt Einwegpfand

Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel
© WKÖ/Nadine Studeny

"Die ganze Pfand-Diskussion verunsichert den Lebensmittel-Einzelhandel – vor allem die ‚Kleinen‘, die um ihre Existenz fürchten müssen", sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich. "Wir brauchen kein politisches Hick-Hack, sondern einen konstruktiven Dialog. Die Österreicherinnen und Österreicher sind schon jetzt stark motiviert, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Wir haben in Österreich eine großartige Rücklaufquote von 70 Prozent der Kunststoff-Getränkeflaschen." Bis 2029 ist eine Steigerung auf 90 Prozent auch ohne Einwegpfand zu schaffen. Die Europäische Union schreibt eine getrennte Sammlung von Kunststoff-Getränkeflaschen im Ausmaß von 77 Prozent ab 2025 und 90 Prozent ab 2029 vor.

Das Konzept eines Einwegpfandes mit einer PET-Rücknahme in Einzelhandelsstandorten wäre teuer und würde für viele Betriebe den Todesstoß bedeuten. Geschäfte mit einer kleineren Verkaufsfläche von der Rücknahmepflicht zu befreien, ist nur auf den ersten Blick eine sinnvolle Lösung. "Denkt man diese Variante zu Ende, wird einleuchten, dass die Konsumentinnen und Konsumenten dann ihre Einwegpfandflaschen in die größeren Geschäfte zurücktragen müssten und dort gleich einkaufen gingen", analysiert Trefelik die Konsequenz einer solchen Regelung. Dieser Kundenschwund für die kleinen Geschäfte wäre ebenso wenig verkraftbar wie das Handling der Rücknahme. Das würde nämlich zu zusätzlichen Personalkosten, Platzproblemen, Hygieneproblemen und Verwaltungsaufwand für die Abrechnung führen.

Ziele mit Aussortierung erreichbar 

"Viel besser als das Pfand ist es, die Sammlung der Gelben Tonne bzw. des Gelben Sacks auszubauen und damit die Convenience für den Konsumenten zu steigern", ist Trefelik überzeugt. Würden in den Wohnhäusern jeweils eine von zwei der Grauen Tonnen für Restmüll durch eine Gelbe Tonne für Kunststoff ersetzt, so würden zu den rund 2 Millionen bereits bestehenden Rückgabestellen à la longue noch Zigtausende hinzukommen. "Diese bequeme Möglichkeit der umweltgerechten Entsorgung weckt die Sammelleidenschaft viel besser als die Reduktion von derzeit 2 Millionen auf höchsten 10.000 Rücknahmemöglichkeiten im Handel und vergleichbaren Einrichtungen wie etwa Kiosken", betont der Handelsobmann.

Es geht auch ohne Einwegpfand

Über die gebetsmühlenhafte Wiederholung der Umweltorganisationen, ein Einwegpfand sei unumgänglich, ist Trefelik verstimmt: "Das ist einfach nicht wahr." Und in Richtung Politik appelliert er: "Das Ministerium soll endlich die Diskussion über von der Wirtschaft bereits vor Monaten vorgelegte Alternativmodelle zur Erreichung der EU-Sammelziele ergebnisoffen und ohne Scheuklappen zulassen."

BMK selbst für Aussortierung

Gemäß Studie des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ist die Aussortierung aus dem Restmüll notwendig, um die Kunststoff-Sammelziele für alle Verpackungen zu erfüllen. Ob aussortiertes Material auf die vorgeschriebenen Sammelziele für Kunststoff-Getränkeflaschen anrechenbar sein wird, ist noch offen. Sollte das nicht der Fall sein, muss dennoch kein Einwegpfand eingeführt werden, um die Ziele zu erreichen. Mit dem "Zehn-Punkte-Plan der WKÖ für eine alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft" können die Ziele durch benutzerfreundlichen Ausbau der Sammellogistik erreicht werden.

(PWK094/sei)

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