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WKÖ-Gewerbe und Handwerk: „Hilfen müssen Ausfälle wirklich adäquat abgelten“

Spartenobfrau Renate Scheichelbauer-Schuster befürchtet Aus für zahlreiche Betriebe: „Lockdown ist ein sehr, sehr harter Schlag“

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Die virologische Situation in Österreich ist dramatisch, erneut ist ein Lockdown die Folge. „Es geht jetzt ums Überleben“, sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zum jüngsten Beschluss der Regierung. „Wir tragen die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung mit. Klar ist aber: Das ist ein sehr, sehr harter Schlag für das Gewerbe und Handwerk, gerade kurz vor Weihnachten, der für viele Branchen wichtigsten Zeit im Jahr.“

Entscheidend sei es nun, dass die Lieferketten intakt bleiben und wesentliche Branchen ihre Tätigkeit fortsetzen können. "In den Produktionsbetrieben und auf den Baustellen muss das Weiterarbeiten wie in früheren Lockdowns sichergestellt sein, das ist für die Versorgungslage und die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich unverzichtbar“, betont Scheichelbauer-Schuster.

"Nicht mehr verkraftbar"

Einige Branchen wie die körpernahen Dienstleister (Friseure, Fußpfleger, Kosmetiker, Masseure, Tätowierer) sowie Floristen sind direkt vom Lockdown getroffen. Die Spartenobfrau appelliert indes an die Bundesregierung, die vielen indirekt betroffenen Betriebe im Gewerbe und Handwerk nicht zu vergessen. Viele Berufsgruppen müssen zwar selbst nicht zwingend zusperren, ihnen brechen aber die wichtigsten Kunden und Auftraggeber weg.

"Nach mehreren Lockdowns und durch die Summe der Belastungen ist die Eigenkapitalbasis vieler Betriebe weggeschmolzen. Sie sind durch den neuerlichen Lockdown existenziell bedroht und können auch geringere Umsatzeinbußen nicht mehr verkraften. Ohne wirklich adäquaten Ersatz der Ausfälle werden zahlreiche Betriebe im Gewerbe und Handwerk schließen müssen“, befürchtet Scheichelbauer-Schuster.

Das betrifft auch zum Beispiel Mischbetriebe im Lebensmittelgewerbe – Fleischer, Bäcker, Konditoren – die neben eigenen Verabreichungsplätzen wichtige Absatzmöglichkeiten als Zulieferer der Gastronomie und Tourismusbranche verlieren.

Oder Zulieferer des Veranstaltungsbereiches, etwa die Veranstaltungstechniker (Beleuchter und Beschaller), Zeltverleiher, Bewacher oder auch Caterer, die im Lockdown praktisch keine Aufträge verzeichnen. Auch die Film- und Musikwirtschaft bekommt die Einschränkungen schmerzhaft zu spüren.

Ganz massiv leiden die Berufsfotografen unter den Stornierungen von Events wie Hochzeiten, Bällen, Messeveranstaltungen oder Familienfeiern - ebenso wie die Betriebe der Mode und Bekleidungstechnik. Den Kunsthandwerken fallen wichtige Absatzmöglichkeiten über die Weihnachtsmärkte weg.

"Umfassende, einfache und rasche Hilfe"

"Die Unternehmen sind in ihren Planungen davon ausgegangen, dass es keinen weiteren Lockdown für alle mehr gibt. Jetzt ist genau das eingetreten. Die Betriebe dürfen mit den Folgen nicht allein gelassen werden. Die nun angekündigten Wirtschaftshilfen müssen umfassend und einfach beantragbar sein und rasch bei den betroffenen Betrieben ankommen. Sonst könnte es für manche zu spät sein“, appelliert Scheichelbauer-Schuster. (PWK670/HSP)

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