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Friseure: So kommen wir gesund und sicher durch den Winter

Bundesinnung der Friseure fordert Möglichkeit für Kategorie-1-Kontakte, sich aus der Quarantäne freizutesten – Wochenlange Ausfälle existenzbedrohend.

v.l.n.r: Die Bundes- bzw. Landesinnungsmeister der Frisöre Wolfgang Eder, Georg Wilhelmer und Clemens Happ
© WKÖ v.l.n.r: Die Bundes- bzw. Landesinnungsmeister der Frisöre Wolfgang Eder, Georg Wilhelmer und Clemens Happ
Die 9.200 österreichischen Friseursalons sehen der Wintersaison mit Sorgenfalten entgegen: "Die großen Veranstaltungen wie Bälle werden uns heuer sehr fehlen. Wir spüren immer noch die Verunsicherung unserer Kunden, die Umsätze sind weit vom Vorkrisenniveau entfernt", sagte Wolfgang Eder, Bundesinnungsmeister der Friseure und Landesinnungsmeister für Salzburg, am Freitag bei einem Pressegespräch in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 

Zudem hängt ein weiteres Damoklesschwert über vielen Betrieben: Mit den Infektionszahlen steigt die Anzahl von Kategorie-1-Kontaktpersonen, die aufgrund einer covid-19-infizierten Person in ihrem Umfeld eine zehntägige Quarantäne einhalten müssen. Und zwar unabhängig davon, ob sie selbst negativ oder positiv getestet wurden. "Wenn Mitarbeiter oder ganze Teams so lange ausfallen, ist das für viele unserer Betriebe existenzbedrohend. Wir brauchen dringend eine Möglichkeit, dass sich Kontaktpersonen mit negativen Tests vorzeitig freitesten können", fordert Eder.  

Zudem urgiert die Branche raschere Testergebnisse und einen Kostenersatz für Mitarbeiter-Testungen. "Da brauchen wir einfach rascher Klarheit, im Interesse unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Arbeitgeber, aber vor allem natürlich im Sinne der Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden. Und es muss vorgebaut werden, dass nicht aufgrund von Verdachtsfällen unsere Betriebe wochenlang zusperren müssen“, ergänzte Georg Wilhelmer, stv. Bundes- und Landesinnungsmeister für Kärnten. 

Ein Viertel weniger Umsatz 

Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist für viele Friseure prekär: Die Corona-Krise hat heftige Ausfälle verursacht. Bereits im März 2020 betrug das Umsatzminus fast 60 Prozent. Darauf folgte ein Totalausfall im April, der Mai war der einzige Monat mit Umsätzen auf saisonal üblichem Niveau. Seither stagniert das Geschäft rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau.  

"Umfragen zeigen, wie dramatisch die Situation für viele Mitgliedsbetriebe ist. Während die Unternehmen in der Sparte Gewerbe und Handwerk als Ganzes ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2020 deutlich besser beurteilten als noch im Vorquartal, gab es bei uns regelrecht einen Stimmungseinbruch: Die Hälfte aller Friseurbetriebe bewertet die Geschäftslage als schlecht“, sagt Clemens Happ, stv. Bundes- und Landesinnungsmeister für Tirol.  

Die Friseurbranche zählt mit einem Aufwand von 55 bis 60 Prozent zu den personalintensivsten Branchen überhaupt. Deshalb zählt eine rasche und nachhaltige Senkung der hohen Lohnnebenkosten in Österreich zu den dringlichsten Forderungen. Eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 20 Prozent auf 10 Prozent ließe sich auch kurzfristig realisieren. "Das würde zu einer nachhaltigen Wirtschaftsbelebung beitragen und helfen, die Umsatzeinbußen zumindest etwas abzufedern", so Happ.  

Freitesten und raschere Resultate 

Die Forderungen der Friseure zusammengefasst: 

  • Damit es nicht zu existenzbedrohenden Betriebssperren kommt, sollen sich Kontaktpersonen mit negativen Testergebnissen aus der Quarantäne freitesten können.
  • Test-Ergebnisse müssen rascher vorliegen (oder Schnelltests anerkannt werden).
  • Halbierung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 20 auf 10 Prozent. Internationale Beispiele zeigen, dass damit über mehrere Jahre betrachtet tausende Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.
  • Eine rasche Senkung der hohen Lohnnebenkosten in Österreich wäre für die besonders personalintensive Friseurbranche eine dringend benötigte Entlastung.

"An der Branche hängen rund 20.000 Beschäftigte, die Friseure bilden zudem besonders viele Lehrlinge aus. Erfreulicherweise haben unsere Betriebe ihre Zuversicht nicht verloren. So wollen 80 Prozent an ihrem Mitarbeiterstand festhalten, 15 Prozent würden ihn sogar gern erhöhen. Damit das trotz der enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gelingen kann, brauchen wir jetzt Unterstützung. Dann kommen wir tatsächlich sicher und gesund durch den Winter", betonte Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder. (PWK470/HSP)

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