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"Was jetzt zählt, ist Vertrauen und Planbarkeit"

WKÖ-Experte Christoph Schneider über die Ergebnisse des aktuellen Wirtschaftsbarometers und wie sich das aktuelle Wirtschaftsklima auf die heimischen Betriebe auswirkt.

Handshake
© Corbis

Herr Schneider, die internationalen Konjunkturprognosen kühlen merklich ab. Wie ist diese Entwicklung für die heimischen Betriebe spürbar?
Christoph Schneider:
In unserem aktuellen WKÖ-Wirtschaftsbarometer, der größten Umfrage der gewerblichen Wirtschaft bestätigt sich, dass eine Phase langsameren Wachstums bevorsteht. Die Wirtschaftsklima-Aussichten der Unternehmen liegen aktuell im negativen Bereich, das heißt, mehr Unternehmen gehen von einer Verschlechterung als von einer Verbesserung aus. Damit bestätigt sich der Stimmungsumschwung, der bereits zum Jahresende einsetzte.

Wie äußert sich das konkret?
Konkret zeigt sich, dass die Unternehmen zunehmend vorsichtiger agieren und abwarten bei Investitionen und auch die Beschäftigung nicht in dem starken Ausmaß wie bisher ausgeweitet wird. Die gestiegenen Risiken sind zur Realität geworden und drücken auf die Stimmung der Unternehmen. Die Eintrübung in den Erwartungen erfasst Unternehmen aller Größenklassen und alle Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme der Bauwirtschaft.

Wo sehen Sie die größten Risiken?
Die größten Risiken liegen derzeit im außenwirtschaftlichen Umfeld. Das spüren zuerst die Exporteure, die mit deutlich geringeren Zuwächsen in den kommenden Monaten rechnen. Zunehmender Protektionismus, schwelende Handelskonflikte und der bevorstehende Brexit drücken hier auf die Stimmung.

Weiters sind aber auch die Geschäftsaussichten der Unternehmen im Inland eingeschränkt. Die Wachstumsraten werden nicht so hoch sein wie in den letzten Jahren.

Christoph Schneider
© WKÖ


Zur Person: Christoph Schneider

Dr. Christoph Schneider leitet seit 2009 die Abteilung für Wirtschafts- und Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. Der gebürtige Kanadier ist zudem Vorsitzender des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen der österreichischen Sozialpartner.

Was kann, was muss getan werden, um hier entgegenzuwirken?
Was für Unternehmen zählt, ist Vertrauen und Planbarkeit der Rahmenbedingungen. Die Rahmenbedingungen am Standort Österreich müssen derart ausgestaltet sein, dass die Wirtschaft entlastet wird und Bereitschaft der Unternehmen für Investitionen steigt. Investitionen sind die Basis von Wachstum und Beschäftigung und sichern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen. 

Gerade in der aktuellen Phase ist es auch wichtig, dass die Politik den Standort stärkt. In den letzten Monaten wurden viele Reform- und Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, die derzeit auf Eis liegen. Es ist wichtig, dass die begonnenen Reform- und Entlastungsschritte fortgesetzt werden. Dieses Ziel darf in Wahlkampfzeiten nicht durch Schnellschüsse und teure „Wahlzuckerl“ gefährdet werden. Denn auch das geht zu Lasten des Vertrauens der Unternehmen.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?
Gerade aktuell ist die Unsicherheit sehr hoch und auch die weitere Entwicklung von vielen Faktoren abhängig, die die Unternehmen selbst nicht beeinflussen können. Je gefestigter die Unternehmen in der Einschätzung und den Erwartungen des Wirtschaftsklimas sind, desto eher steigt die Bereitschaft, den Personalstock auszubauen und Investitionen zu tätigen.

Wirtschaftsbarometer Austria

Der Wirtschaftsbarometer Austria (WBA) der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die seit 2002 halbjährlich durchgeführte Befragung von österreichischen Unternehmen zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Ziel der Befragung ist das Erfassen der aktuellen und bevorstehenden Entwicklung in der Konjunktur.

Alle Ergebnisse der aktuellen Umfrage finden Sie unter wirtschaftsbarometer.at.


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