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WBA im Detail: So geht es der Sparte Handel

Die Detailergebnisse des WKÖ-Wirtschaftsbarometers liefern positive Aussichten, der Höhepunkt ist aber überschritten

  • Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate können das Niveau der Einschätzung der bisherigen Lage nicht erreichen.
  • Umsatzerwartungen noch relativ optimistisch: 39 % der Befragten rechnen mit Umsatzsteigerungen, 13 % gehen von Umsatzeinbußen aus. 48 % erwarten eine stabile Umsatzentwicklung.
  • Geringere Dynamik bei Auftragslage: der Erwartungssaldo liegt etwas unter dem Spartendurchschnitt, 60 % gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 
  • Unternehmen rechnen mit rückläufigem Investitionsvolumen: Erwartungen zum Investitionsvolumen liegen unter dem Durchschnitt aller Sparten, Ersatzinvestitionen dominieren, positiv ist die hohe Anzahl an Unternehmen, die Neuinvestitionen planen.
  • Stabile Beschäftigung: mehr als 60 % der Befragten aus dem Handel wollen die Beschäftigung stabil halten. 

    Die Umsatzerwartungen bleiben im Handel auf relativ hohem Niveau. 39 % der Befragten geben an, dass sie mit steigenden Umsätzen rechnen, weitere 48 % gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Nur 13 % rechnen in den kommenden 12 Monaten mit sinkenden Umsätzen. Die bisherige Lage wird in Summe positiver bewertet als der Ausblick auf die kommenden 12 Monate.  

    Auch bei der Auftragslage zeichnet sich im Handel ein Rückgang aus. Rund ein Viertel der Befragten erwartet in den kommenden 12 Monaten eine Verbesserung der Auftragslage. 6 von 10 Unternehmen sehen einer stabilen Entwicklung entgegen. Der Erwartungssaldo aus positiven und negativen Antworten von 8 % liegt deutlich unter dem Niveau der bisherigen Lage.  

    Das Antwortverhalten macht deutlich, dass der Höhepunkt im Handel überschritten ist: Dementsprechend blicken die Handelsunternehmen vorsichtiger in die Zukunft und agieren eher abwartend. Der Erwartungssaldo zu den Investitionen liegt im negativen Bereich (minus 5).

    Auch bei der Beschäftigung zeichnet sich in den kommenden 12 Monaten eine weniger dynamische Entwicklung ab. Mehrheitlich wollen die Unternehmen aus dem Handel die Beschäftigung stabil halten (6 von 10 befragten Unternehmen). Ein Viertel der Unternehmen aus dem Handel beabsichtigen in den kommenden 12 Monaten, die Beschäftigung auszuweiten. 

    Investitionsmotive

    Ein positives Signal ist der hohe Anteil an Unternehmen, die angeben, Neuinvestitionen tätigen zu wollen. Die Absichten, Ersatzinvestitionen zu tätigen, liegen leicht über dem Durchschnitt für alle Sparten. Wesentlich geringer als in den sonstigen Sparten fallen im Handel die geplanten Rationalisierungsinvestitionen aus. Von den Unternehmen, die Neuinvestitionen tätigen, begründen dies 66 % mit Innovation und Digitalisierung und 65 % mit den Gewinnerwartungen. Diejenigen Unternehmen, die keine Neuinvestitionen planen, geben an, dass sie keine Notwendigkeit dafür sehen, nennen jedoch auch die hohe allgemeine Unsicherheit und den Fachkräftemangel als Gründe. 


    Senkung der Lohnnebenkosten und der Unternehmenssteuern vorrangig

    Die Ergebnisse zu Investitionsanreizen zeigen ein eindeutiges Bild: 65 % der Befragten aus der Sparte Handel sprechen sich für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten aus. An zweiter Stelle folgt eine Senkung der Unternehmenssteuern, die mehr als die Hälfte der Befragten aus der Sparte für notwendig erachten. Ebenfalls einen hohen Wert erreichen Verwaltungsvereinfachungen bzw. -beschleunigung sowie die steuerliche Begünstigung von Abschreibungen wie etwa durch eine degressive/vorzeitige Abschreibung.



    Factbox: WKÖ-Wirtschaftsbarometer

    Der WKÖ-Wirtschaftsbarometer ist die größte Umfrage der gewerblichen Wirtschaft. An der aktuellen Befragung haben sich über 5.000 Unternehmen aus ganz Österreich beteiligt, die Sonderauswertung für die Sparte Gewerbe und Handwerk umfasst Antworten von 1.996 Unternehmen.

    Alle Ergebnisse der aktuellen Umfrage finden Sie unter wirtschaftsbarometer.at.

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