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Handel mit Vietnam löst Wertschöpfung in Österreich aus

Die österreichische Wertschöpfung durch den Handel mit Vietnam hat sich zwischen 2005 und 2015 vervielfacht

Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Vietnam haben sich sehr gut entwickelt. Österreich konnte seine Exporte zwischen 2005 und 2015 um 405 % steigern. Der Handel mit Vietnam erzeugt in Österreich eine stark steigende Wertschöpfung:

  • Die Wertschöpfung in Österreich durch direkte Exporte nach Vietnam stieg von 2005 bis 2015 um 584 % auf 300 Mio. US-Dollar an.
  • Die Wertschöpfung in Österreich durch die vietnamesische Endnachfrage
    (inklusive indirekter Effekte) stieg von 2005 bis 2015 um 384 % auf etwa
    290 Mio. US-Dollar an. Dieser Wert liegt unter der Wertschöpfung durch direkte Exporte, wegen importierten Vorleistungen in den Exporten aus Österreich.
  • Der relative Anteil Vietnams an der durch internationalen Handel erzeugten Wertschöpfung in Österreich hat sich zwischen 2005 und 2015 vervierfacht.
  • Die Wirtschaftssektoren Nahrungsmittel, Maschinen, Handel und Verkehr lösen die höchste Wertschöpfung in Österreich aus.

Wertschöpfung, Direktexporte, Endnachfrage?

Die Wertschöpfung durch internationalen Handel kann auf verschiedene Arten berechnet werden. 

Eine Methode berechnet die Wertschöpfung anhand direkter Exporte von Unternehmen aus Österreich in andere Länder.

Eine zweite Methode blickt auf Basis der Endnachfrage eines Landes auf die Wertschöpfung in z.B. Österreich und bezieht indirekte Effekte über Drittländer ein.

Die ausgelöste Wertschöpfung durch die Endnachfrage kann höher sein als die Wertschöpfung durch Direktexporte, wenn hohe österreichische Vorleistungen über Drittländer nach Vietnam geliefert werden. Sie kann jedoch auch niedriger sein, wenn sich hohe Anteile an Vorleistungen aus Drittländern in österreichischen Produkten befinden.

Direktexporte: Bedeutung Vietnams steigt

Österreichische Wertschöpfung durch direkte Exporte nach Vietnam: 300 Mio. US-Dollar (2015)

Die durch direkte Exporte nach Vietnam erwirtschaftete österreichische Wertschöpfung stieg zwischen 2005 und 2015 um rund 584 % an und betrug 2015 in etwa 300 Mio. US-Dollar. Der vietnamesische Exportmarkt gewann – relativ zu anderen Märkten – an Bedeutung. Der Anteil der österreichischen Wertschöpfung durch Exporttätigkeit mit Vietnam an der gesamten österreichischen Wertschöpfung durch Direktexporte stieg zwischen 2005 und 2015 um 380 % an. Ebenso stiegen die Exporte nach Vietnam in diesem Zeitraum schneller als das österreichische BIP.

Ausgelöste österreichische Wertschöpfung durch Direktexporte nach Vietnam

WKÖ
© WKÖ

Wertschöpfung durch Endnachfrage zeigt Offenheit Österreichs

Österreichische Wertschöpfung ausgelöst durch Vietnamesische Endnachfrage: 290 Mio. US-Dollar (2015)

Die durch die vietnamesische Endnachfrage in Österreich ausgelöste Wertschöpfung stieg seit 2005 von sehr niedrigem Niveau um 384 % an und belief sich 2015 auf 291 Mio. US-Dollar. Auch unter Miteinbezug indirekter Handelsverflechtungen mit Vietnam (über Drittländer) ist ersichtlich, dass der vietnamesische Absatzmarkt relativ zu anderen Exportmärkten an Bedeutung gewonnen hat (Anteil 2005: 0,06 %, Anteil 2015: 0,23 %). Da der Wert etwas niedriger ist als die Wertschöpfung durch direkte Exporte, zeigt sich, dass Österreich eine offene Wirtschaft ist und Vorleistungen aus Drittländer in seine Exportgüter einfließen lässt. 

Ausgelöste österreichische Wertschöpfung durch vietnamesische Endnachfrage (direkte und indirekte Exporte)

WKÖ
© WKÖ

Nahrungsmittel, Maschinenbau und Handel sind führende Sektoren im Export Österreichs nach Vietnam

Die sektorale Aufgliederung der direkten Wertschöpfungsexporte kann anhand der Wertschöpfungsträger sowie der Wertschöpfungsursprünge dargestellt werden. Im Wertschöpfungsträgerkonzept wird die österreichische Wertschöpfung der ausgeführten Waren bzw. Dienstleistungen dem jeweiligen exportierenden Sektor zugerechnet. Im Wertschöpfungsursprungskonzept wird die österreichische Wertschöpfung in den Exportgütern anteilsmäßig auf die dafür verantwortlichen österreichischen Wirtschaftssektoren aufgeteilt (z.B. da sie Vorleistungen aus anderen Sektoren beinhalten). D.h., in Summe bleibt die exportierte Wertschöpfung ident, es kommt jedoch zu sektoralen Verschiebungen.

Sektorale Wertschöpfungsanteile durch direkte Exporte nach Vietnam

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© WKÖ

Betrachtet man die sektorale Wertschöpfung durch direkte Exporte anhand der Wertschöpfungsträger, profitiert der Sektor Nahrungsmittel mit Abstand am stärksten – gefolgt von den Sektoren Maschinenbau, Handel, Verkehr, Chemie sowie Metallwaren und Elektronik. Nach dem Wertschöpfungsursprungs-
konzept
ist ersichtlich, dass insbesondere – neben dem Handel – auch weitere
österreichische Dienstleistungssektoren (Finanzwesen oder Beherbergung) aber auch die Landwirtschaft profitieren. Relativ gesehen werden diese also stärker als Vorleistungen in Exportgütern und weniger häufig direkt exportiert.

Die folgende Abbildung vergleicht nach der Wertschöpfungsursprungslogik die Wertschöpfungsanteile der österreichischen Direktexporte nach Vietnam mit den Anteilen an der Wertschöpfung die durch die Endnachfrage in Vietnam in Österreich ausgelöst wurde.

Sektorale Wertschöpfungsanteile nach Wertschöpfungsursprung durch Direktexport und Endnachfrage in Vietnam

WKÖ
© WKÖ

Werden indirekte Exportverflechtungen nach Vietnam mitberücksichtigt, gewinnen österreichische Dienstleistungssektoren wie die Freien Berufe oder das Finanzwesen an Bedeutung. Sie gelangen somit nicht nur als Direktexporte nach Vietnam, sondern auch als Vorleistungen in den Exporten von Drittländern. Die Sektoren Handel, Nahrungsmittel, Maschinenbau und Landwirtschaft verlieren in dieser Sichtweise gesehen an relativer Bedeutung. Augenscheinlich integrieren diese Sektoren verstärkt Vorleistungen aus andern Ländern. Klassische Exportsektoren bzw. produzierende Sektoren wie die Chemie oder die Metallerzeugung verfügen offenbar ebenso über stärkere indirekte Exportverbindungen (über Drittländer) nach Vietnam, da deren relativer Anteil unter Miteinbezug dieser Verflechtungen wieder ansteigt.


FAZIT Die Wertschöpfung, die in Österreich durch die Nachfrage in Vietnam und Exporte nach Vietnam ausgelöst wurde, hat sich zwischen 2005 und 2015 stark erhöht. Das Land gewinnt für Österreich an Bedeutung. 


Welche Daten stehen hinter dieser Auswertung?

Datenbanken, die auf Basis des Konzepts der Globalen Wertschöpfungskette die Wertschöpfungsanteile verschiedener Länder und Sektoren erfassen, ermöglichen eine detaillierte Analyse des internationalen Handels. Diese Auswertung basiert auf der Trade in Value Added (TiVA) Datenbank der OECD. Zusätzlich zur weit verbreiteten Erhebung der Ausfuhren anhand des monetären Wertes direkter Waren- und Dienstleistungsexporte kann mithilfe dieser Datenbanken die in Österreich generierte Wertschöpfung durch Direktexporte dargestellt werden. Auch können sogenannte multinationale Effekte der Handelsverflechtungen Österreichs mit einem Handelspartner (d.h. über andere Länder) erfasst werden.

Multinationale Effekte berücksichtigen hierbei die gesamte österreichische Wertschöpfung, die direkt oder indirekt Eingang in die Endnachfrage eines Handelspartners findet. Diese setzt sich – am Beispiel Vietnam dargestellt – wie nachfolgend beschrieben zusammen:

  • Die österreichische Wertschöpfung österreichischer Exporte, welche in die vietnamesische Endnachfrage eingeht.
  • Die österreichische Wertschöpfung österreichischer Exporte, die in Vietnam zunächst als Vorleistung in der Güter- und Dienstleistungsproduktion eingesetzt wird und anschließend dort in die Endverwendung gelangt und nicht für die Endverwendung in Drittländer weiterexportiert wird.
  • Die österreichische Wertschöpfung österreichischer Exporte, die in Drittländer als Vorleistung in die Güter- und Dienstleistungsproduktion eingeht, schlussendlich aber in die vietnamesische Endverwendung mündet. 


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