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Verhalten der Gewerkschaften unseriös und zukunftsvergessen 

Fakten und Klarstellungen zu den KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie

Metallarbeiter
© FMTI

Der Fachverband Metalltechnische Industrie sieht nach dem Abbruch der vierten KV-Verhandlungsrunde am vergangenen Wochenende einen Bedarf nach Klarstellung zu einigen von den Gewerkschaften dargestellten Punkten. Fachverbandsobmann Christian Knill: „Ich möchte Folgendes festhalten: Wir sind jederzeit zu einem fairen Abschluss bereit und waren dies auch in der vergangenen Verhandlungsrunde. Wir können den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Branche garantieren, dass es heuer, wie auch in vergangenen Jahren, mit dem KV-Abschluss einen echten Reallohngewinn geben wird, das haben sie sich verdient. Die Gewerkschaften agieren heuer allerdings leider nur politisch und nicht im Sinne der Beschäftigten. Ihre überzogenen Forderungen sind unseriös und nehmen unsere Branche in Geiselhaft für eine politische Kampagne. Das können wir nicht akzeptieren. Aber: wir sind nach wie vor am Verhandlungstisch und jederzeit für eine seriöse Vereinbarung zu haben.“

Der Fachverband stellt deshalb nochmals ausdrücklich klar:

  • Es darf keine unvernünftige Belastung der Betriebe in der Metalltechnischen Industrie geben. Der Abschluss muss sachlich und seriös verhandelt werden.

  • Fakt ist: Das Wirtschaftswachstum wird für 2018 mit rund 3 % geschätzt, das Wachstum in der Metalltechnischen Industrie liegt auf ähnlichem Niveau und ist solide, aber bei Weitem kein Höhenflug. Gleichzeitig ist die Beschäftigung deutlich gestiegen, das ist gesellschaftlich positiv zu sehen, reduziert allerdings die Produktivität. Jede über die Inflationsrate hinausgehende Erhöhung der KV-Löhne und Gehälter kann sich daher nur an gesamtwirtschaftlichen Parametern orientieren und das ist die gesamtwirtschaftliche Produktivität, die derzeit bei 0,7 % liegt.

  • Die von den Gewerkschaften geforderten 5 % sind meilenweit davon entfernt und haben keinerlei sachliche Begründung.

  • Das Angebot des Fachverbands beinhaltete zuletzt neben einigen Zugeständnissen im Rahmenrecht als Verhandlungsbasis auch eine Lohnerhöhung von zumindest der tatsächlichen Inflation der letzten zwölf Monate von 2,02 % und die Berücksichtigung des Produktivitätsfortschrittes in der Metalltechnischen Industrie. Die Gewerkschaften haben die Verhandlungen trotzdem einseitig abgebrochen.

  • Die Metalltechnische Industrie ist dennoch weiterhin für einen Abschluss bereit und offen für die nächste Verhandlungsrunde. Diese ist aufgrund der kommenden Feiertage und terminlicher Verhinderungen für den 8. November avisiert. Der Kollektivvertag gilt aber in jedem Fall weiter. Verhandelte Erhöhungen gelten dann jeweils zum festgesetzten Termin - auch rückwirkend.

  • Zur Abklärung offener Fragen und technischer Details stehen die Experten des Fachverbands den Gewerkschaften selbstverständlich auch vor dem 8. November laufend für Gespräche zur Verfügung.

  • Verhandelt wird der Kollektivvertrag für die Metalltechnische Industrie. Daten zu anderen Industriebranchen, die aktuell auch ihren KV verhandeln, wie etwa Fahrzeug- oder Stahlindustrie, spielen hier keine Rolle. Die Unterschiede der Branchen im Wachstum, bei der Lohnquote oder Produktivität sind enorm, eine Vermischung kommt einem Vergleich von Äpfeln und Birnen nahe. Es gibt daher auch keine sogenannte „Metaller-Runde“ mehr, das ist ein Konzept aus dem vorigen Jahrhundert.

  • Die Novelle des Arbeitszeitgesetzes hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie, daher kann es auch keinerlei Gegenleistungen geben. Sollte die betriebliche Praxis ein anderes Bild ergeben, ist der Fachverband gerne bereit, dies in den nächsten Jahren zu besprechen und faire Lösungen zu finden.

  • Der Fachverband hat außerdem ein Zukunftskonzept für einen KV 4.0 vorgelegt, das etwa verlängerte Laufzeiten und einen einheitlichen Beschäftigungsbegriff vorsieht. Darüber hinaus geht es darin um eine vernünftige und transparente Datenbasis für künftige KV-Verhandlungen und Fragen wie Jahres- oder Lebensarbeitszeiten. Alle Punkte wurden von den Gewerkschaften ohne Bereitschaft zur tiefergehenden Diskussion abgelehnt. Christian Knill: „Diese Zukunftsverweigerung ist absolut unverständlich und einer modernen Interessenvertretung nicht würdig. Vor der Zukunft kann man sich nicht verstecken und es ist fahrlässig, hier nur zu blockieren und in keiner Form offen für Neues zu sein. Es geht uns dabei nicht um eine Benachteiligung der Beschäftigten, das ist eine Unterstellung ohne sachliche Basis.“

  • Die Gewerkschaften haben schon vor der letzten Verhandlungsrunde und ohne Rücksicht auf ein etwaiges Ergebnis Betriebsrätekonferenzen organisiert und bereits vor dem Start der ersten Verhandlungsrunde die Grundlagen für Streiks geplant. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Verhandlungen nicht seriös betrieben werden, sondern vielmehr schon im Vorfeld eine Eskalation aus rein politischen Gründen geplant wurde.


Knill appelliert abschließend: „Herr Wimmer, Herr Dürtscher: Wenn Sie bereit sind, die Realität zu akzeptieren, können wir nach den Feiertagen rasch abschließen. Und wenn Sie auch nur halbwegs fair und seriös agieren wollen, dann dürfen Sie bei Ihren Versammlungen keine Halbwahrheiten verbreiten und uns ´Verhöhnung` unterstellen. Wir haben ein erstes Angebot gelegt, aber Verhandlungen brauchen immer zwei Partner, die sich auch bewegen. Alle Fakten sprechen eine klare Sprache: Das starre Festhalten an Ihren Forderungen ist unseriös und zukunftsvergessen.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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