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Transportbranche steuert massivem Fahrermangel entgegen

Umfrage der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ gemeinsam mit den zuständigen Fachverbänden zeigt: Bereits zwei von drei Unternehmen sind betroffen

LKW-Fahrer
© WKÖ

Eine Umfrage unter 432 Güterbeförderungs- und Busunternehmen bestätigt einen Trend, der schon in den jüngsten Konjunkturumfragen der Branche zu beobachten war: Die Unternehmen im Bereich Transport und Verkehr steuern einem massiven Fahrermangel entgegen. Konkret ergab die Umfrage, die die Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam mit dem Fachverband Güterbeförderungsgewerbe und der Berufsgruppe Autobus unter den Mitgliedern durchführte, dass bereits drei Viertel der Güterförderungs- und Busunternehmen vom Fahrermangel betroffen sind. Nur 23 Prozent antworteten, keinen Fahrermangel im eigenen Betrieb zu spüren. Im Durchschnitt über alle Befragten fehlen pro Unternehmen 3,1 Lenker im Güterbeförderungsbereich und 4,2 in der Bus-Branche.

Hohe Offene-Stellen-Quote, allen voran bei Kleinbetrieben

Ein wichtiger Indikator zum Arbeitskräftebedarf stellt die Offene-Stellen-Quote dar. Sie zeigt den Anteil der offenen Stellen im Verhältnis zu den verfügbaren Arbeitsplätzen. In der Güterbeförderungsbranche liegt diese Quote unter den Fahrern bereits bei 9,2% und im Busbereich immerhin bei 4,9%. Zum Vergleich: Die Offene-Stellen-Quote der Statistik Austria über alle Wirtschaftszweige liegt derzeit bei 2,8%. Bei der Betrachtung nach Größenklassen der Unternehmen fällt auf, dass die Offene-Stellen-Quote am höchsten bei kleinen Unternehmen ist und mit der Größe der Unternehmen sinkt. Damit stehen vor allem kleinere Unternehmen vor der Herausforderung, genügend Fahrer zu finden, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und Wachstumsmöglichkeiten zu ergreifen.  

Viele Pensionierungen stehen bevor

Grund zur Sorge bereitet auch die derzeitige Struktur der Altersversteilung der Lenker: Im Lkw-Bereich sind bereits mehr als zwei Drittel der Fahrer über 40 Jahre alt – ein Drittel davon ist schon 51-60 Jahre alt. Im Autobusgewerbe macht der Anteil der Über-50-Jährigen sogar über 43 % aus. Das bedeutet auf mittlere Sicht einen Generationenwechsel mit entsprechenden Herausforderungen für die Neubesetzung der Stellen. „In zehn Jahren werden viele der Über-50-Jährigen nicht mehr am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Eine Lösung für diese Herausforderung kann neben der gezielten Neuausbildung von jungen Arbeitskräften auch die Förderung von Möglichkeiten für Berufsumsteiger darstellen“, sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ. 

Wie werden Fahrer gesucht?

Bei der Suche nach neuem Fahrpersonal setzt die Branche auf unterschiedliche Methoden. Von den Befragten wurde in diesem Zusammenhang oft Inserate, Mundpropaganda, das AMS und Internet/Social Media genannt. Aber längst nicht alle fehlenden Fahrer werden als offene Stellen beim AMS gemeldet. Somit entsteht mitunter der Eindruck, dass der Fahrermangel gar nicht so hoch wäre. Aus der Umfrage wird deutlich, dass im Güterbeförderungsbereich nur 6 von 10 als offene Stellen beim AMS gemeldet werden und im Bus-Bereich sogar nur jede zweite Stelle. (PWK356/DFS)

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