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Studie bestätigt: Lkw-Maut ist in Österreich um mindestens 25 Prozent zu hoch 

Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, fordert eine Senkung der Mauttarife, denn diese seien „ein wichtiger Standortfaktor“

v.l.: Studienautor Stephan Kritzinger, Spartenobmann Alexander Klacska, und Peter Tropper (Geschäftsführer Fachverband Güterbeförderungsgewerbe)
© wkö/BSTV v.l.: Studienautor Stephan Kritzinger, Spartenobmann Alexander Klacska, und Peter Tropper (Geschäftsführer des FV Güterbeförderungsgewerbe)

„Das derzeitige Mautsystem für Lkw und Busse ist fernab von Transparenz und Kostenwahrheit“, kritisiert Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er fordert eine schrittweise Senkung der Mauttarife für Lkw um mindestens 25 Prozent, bei Bussen sollte die Maut nochmals um 12 Prozent niedriger sein. Denn dass die Maut auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen seit Jahren zu hoch ist, bestätigt eine Prognos-Studie, die die Bundessparte Transport und Verkehr gemeinsam mit dem der Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe und der AISÖ (Arbeitsgemeinschaft Internationaler Straßenverkehrsunternehmer Österreichs) in Auftrag gegeben hat.  

Konkret zeigt die Studie „Überprüfung der Mauttarife auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen“, dass seit 2014 die Mauteinnahmen weit höher lagen als die Infrastrukturkosten. Und dies, obwohl laut EU-Wegekostenrichtlinie die Mautgebühren den dem Schwerverkehr zuordenbaren Infrastrukturkosten entsprechen sollen. „Im Jahr 2016 lag unseren Berechnungen nach die Überdeckung bei rund 8 Cent pro gefahrenem Kilometer. Das heißt, wenn ein Lkw rund 10.000 Mautkilometer im Jahr fährt, was keineswegs viel ist, dann zahlt er um 800 Euro im Jahr zu viel“, führt Stephan Kritzinger, einer der Studienautoren und Geschäftsführer des Zentrums für Integrierte Verkehrssysteme (ZIV) in Darmstadt, aus.   

EU-Land mit höchster Lkw-Maut 

„Kumuliert betrachtet haben Lkw und Busse von 2008 bis 2016 um mehr als 800 Millionen Euro zu viel bezahlt“, sagt Klacska. Dabei seien die Mautgebühren ein wichtiger Standortfaktor. „Allerdings ein Standortfaktor, der uns davonläuft.“ Klacska nennt ein Beispiel: „Wenn in Österreich ein Transport im Ennstal startet, kommt er mit 50 Euro Maut noch nicht einmal bis an die Grenze, denn 50 Euro reichen hierzulande nur für 130 Kilometer während man in Deutschland um dasselbe Geld 370 Kilometer weit kommt.“ Peter Tropper, Geschäftsführer des Fachverbands für Güterbeförderungsgewerbe in der WKÖ, sieht daher durch die Studie „die Vermutung bestätigt, dass Österreich das am höchsten bemautete Land in der EU ist.“    

Ein Problem bei der Überprüfung der österreichischen Mauttarife ist freilich, dass dem System eine aus dem Jahr 2000 stammende und damit veraltete Wegekostenrechnung zugrunde liegt. „Wir fordern das Verkehrsministerium auf, in diesem oder spätestens im nächsten Jahr eine neue Wegekostenrechnung in Auftrag zu geben“, so Klacska. Ohne eine solche dürfe es keinesfalls zu einer neuerlichen Mauterhöhung kommen. Vielmehr sei es nun Zeit für eine Tarifsenkung. 

Gang zum EuGH nicht ausgeschlossen 

Ganz ähnlich fordert Tropper eine neue Berechnung: „Ich frage mich, ob das derzeitige System EU-rechtskonform ist. Wir werden auf jeden Fall die EU-Kommission über die Studienergebnisse informieren“, kündigt Tropper an. Nicht ausgeschlossen sei außerdem, dass der Fachverband den Europäischen Gerichtshof (EuGH) um eine Überprüfung der österreichischen Mauthöhen bittet. Denn, so Tropper und Kacska unisono: „Wir brauchen mehr Transparenz im österreichischen Mautsystem.“ (PWK332/DFS)

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