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Sozialpartnerinnen und Industriellenvereinigung setzen sich gemeinsam für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein

WKÖ-Vizepräsidentin und FiW-Bundesvorsitzende Martha Schultz: „Jetzt Kinderbetreuung und Elementarbildung stärken“

Sozialpartner und Industriellenvereinigung
© Nurith Wagner-Strauss

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gesellschaftlichen Schlüsselthema entwickelt. Dennoch ist das Ziel einer familienfreundlichen Berufswelt noch nicht erreicht. Die Corona-Krise hat erneut die große Bedeutung der Kinderbetreuung und Elementarbildung gezeigt.

Die Spitzen der österreichischen Sozialpartner und die Industriellenvereinigung haben dazu ein gemeinsames Forderungs-Programm mit konkreten Maßnahmen erarbeitet, das Martha Schultz, WKÖ-Vizepräsidentin und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW), Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und –Frauenvorsitzende, AK-Präsidentin Renate Anderl, Andrea Schwarzmann, Bundesbäuerin und Vizepräsidentin der LK Vorarlberg sowie IV-Generalsekretär Christoph Neumayer nun präsentiert haben. 

Kinderbetreuung entscheidend für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die Kinderbetreuung. Qualitätsvolle Kinderbetreuungsangebote sind aber nach wie vor nicht flächendeckend vorhanden. Gerade angesichts der Corona-Krise ist entscheidend, dass die Kinderbetreuung uneingeschränkt funktioniert.

Martha Schultz: „Das Ziel einer familienfreundlichen Berufswelt ist noch nicht erreicht. Nach wie vor müssen überwiegend Frauen den schwierigen Spagat zwischen Familie und Beruf meistern. Es braucht eine flächendeckende, flexible und leistbare Kinderbetreuung vom Neusiedlersee bis zum Bodensee. Wir setzen uns für einen Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kinderbetreuung in zwei Etappen - ab dem 1. Geburtstag und ab dem 2. Geburtstag - ein.“ Dafür braucht es auch die organisatorischen und personellen Ressourcen. Zudem müssen die Öffnungszeiten mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern vereinbar sein und die Schließtage an die Arbeitsrealität angepasst - also reduziert - werden.

Schultz: "Verpflichtendes und kostenloses 2. Kindergartenjahr für alle"

Ein besonderes Anliegen ist Schultz außerdem die Förderung der Sprachkompetenz. „Die Förderung der Sprachkompetenz muss schon im Kindergarten beginnen. Es geht um ein Kennenlernen und erstes spielerisches Erlernen von Grundkenntnissen in Fremdsprachen, insbesondere Englisch, und den Einsatz von Native Speakers. Wichtig ist daher ein verpflichtendes und kostenloses 2. Kindergartenjahr für alle“, konkretisiert Schultz.

Kinderbetreuung und Kinderbildung sind nicht nur ein Schlüssel zur Lösung eines bestimmten Problems, sondern ein ganzer Schlüsselbund. Sie ermöglichen es den Eltern, arbeiten zu gehen, und fördern die Entwicklung von Kindern. Und es werden damit gleich mehrere Ziele erreicht: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Fachkräfte am Arbeitsmarkt und faire Chancen für jedes Kind. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Voraussetzung dafür, dass sich Frauen und Männer für Kinder entscheiden und qualifiziert erwerbstätig sind“, betont Schultz abschließend. 

Weitere Forderungen im Papier der Sozialpartnerinnen und der Industriellenvereinigung sind:

  • Bundesrahmengesetz mit hohen Mindeststandard
  • Digitale, technische und naturwissenschaftliche Kompetenzen auf allen Bildungsstufe
  • Ausbildungsoffensive für Pädagoginnen und Pädagogen

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