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Seniorenrat und Pensionskassen fordern Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge 

Präsentation gemeinsamer Vorschläge des Österreichischen Seniorenrates und des Fachverbandes der Pensionskassen

Fritz Janda, Präs. LAbg. Ingrid Korosec, Obmann Andreas Zakostelsky und Präs. Peter Kostelka (v.l.n.r)
© Petra Maringer/FVPK Fritz Janda, Präs. LAbg. Ingrid Korosec, Obmann Andreas Zakostelsky und Präs. Peter Kostelka (v.l.n.r)

Der Österreichische Seniorenrat als gesetzlich anerkannte Interessenvertretung der älteren Menschen und der Fachverband der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) haben sich in den vergangenen Monaten bei intensiven Gesprächen auf gemeinsame Vorschläge zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge geeinigt. Ziel der gemeinsamen Forderungen ist es, den Lebensstandard der Pensionistinnen und Pensionisten zu verbessern. 

Über folgende Forderungen konnte Einvernehmen erzielt werden: 

  • Steuerfreie Auszahlung der PK-Pensionen aus versteuerten Arbeitnehmerbeiträgen und nach § 48a und § 48b PKG umgewandelten Arbeitgeberbeiträgen
  • Steuerliche Gleichsetzung von Arbeitgeber- mit Arbeitnehmerbeiträgen (wie im Regierungsprogramm angeführt)
  • Prämienmodell für Geringverdiener
  • In jedem Aufsichtsrat einer Pensionskasse soll zumindest ein Vertreter von den PK-Leistungs-Berechtigten vertreten sein, der mit den gleichen Rechten und Pflichten wie die übrigen Begünstigten und Kapitalvertreter ausgestattet ist
  • General-Pensionskassenvertrag für den Wechsel aus Vorsorgekassen sowie „Abfertigung Alt“ in Pensionskasse
  • Einrichtung einer Ombudsstelle für PK-Leistungs-Berechtigte als Anlaufstelle für alle Fragen und Beschwerden im Zusammenhang mit ihren PK-Ansprüchen

Lebensstandard der künftigen Pensionistinnen und Pensionisten verbessern

„Die gemeinsamen Vorschläge sind ein wichtiger Bestandteil unseres Forderungs-Kataloges an die Bundesregierung. Unsere Ziele sind, Verbesserungen für die bestehenden Leistungsbezieher zu erreichen und auch den Lebensstandard der künftigen Pensionistinnen und Pensionisten zu heben“, so Peter Kostelka, Präsident des Österreichischen Seniorenrats. „Die steuerliche Gleichsetzung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Beiträgen ist ein zentrales Anliegen. Betriebe hatten hier bislang Vorteile; diese müssen auch für jene gelten, die es tatsächlich betrifft. Ergänzend dazu macht ein Prämienmodell für Geringverdiener absolut Sinn. Zudem sollte die steuerfreie Auszahlung der Pensionskassen-Pensionen aus versteuerten Arbeitnehmerbeiträgen erfolgen und sollten damit Doppelbesteuerungen vermieden werden“.

Pensionistinnen und Pensionisten sollen im Aufsichtsrat einer Pensionskasse künftig vertreten sein

„Das österreichische Pensionskassen-System ist noch verhältnismäßig jung. Bis jetzt sind erst ein Zehntel der rund eine Million Österreicherinnen und Österreicher Leistungs-Bezieher. Diese Zahl wird aber in den nächsten Jahren selbstverständlich zunehmen. Daher macht es Sinn, dass die leistungsberechtigten Pensionistinnen und Pensionisten in jedem Aufsichtsrat einer Pensionskasse künftig einen Vertreter haben sollen“, sagt Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenrats. „Auch die Forderung nach Einrichtung einer Ombudsstelle für PK-Leistungsberechtigte begrüße ich als ehemalige Volksanwältin ganz besonders.“

Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich

„Wir danken dem Österreichischen Seniorenrat für den sehr guten Diskussions-Prozess in den letzten Monaten. Durch diese konstruktiven Gespräche konnten wir gemeinsam Forderungen an die Politik entwickeln, die zum Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich führen werden“, erklärt Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen: „Die Ombudsstelle in jeder Pensionskasse als Anlaufstelle für alle Leistungs-Berechtigten ist eine wichtige Forderung. Sie schafft noch mehr Transparenz und verbessert die Kommunikation. Die Branche ist absolut bereit dazu: Eine große Pensionskasse hat eine solche Ombudsstelle bereits – alle weiteren Pensionskassen sollen ebenfalls in den nächsten Monaten eine Ombudsstelle einrichten.“

Über den Österreichischen Seniorenrat

Dem Österreichischen Seniorenrat obliegt die gesetzliche Interessenvertretung von über 2,3 Millionen Seniorinnen und Senioren in Österreich. Im Jahr 2000 wurde der Verein gesetzlich als Sozialpartner anerkannt. Er ist seit diesem Zeitpunkt gemäß § 24(3) Bundes-Seniorengesetz in Angelegenheiten, welche die Interessen der österreichischen Senioren berühren können, ist der Österreichische Seniorenrat den gesetzlichen Interessenvertretungen der Dienstnehmer, der Wirtschaftstreibenden und der Landwirte gleichgestellt. Als Dachverband der großen Pensionisten- und Seniorenorganisationen dient der Seniorenrat als überparteiliches Gesprächsforum für alle Angelegenheiten, die ältere Menschen betreffen, und gewährleistet eine starke Vertretung aller Senioren.

Über den Fachverband der Pensionskassen

Der 1992 gegründete Fachverband der Pensionskassen ist die Vertretung aller betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen Österreichs und gehört zur Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Derzeit sind fünf überbetriebliche und vier betriebliche Pensionskassen Mitglied im Fachverband. Bei Pensionskassenverträgen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Derzeit haben rund 950.000 Österreicherinnen und Österreicher Anspruch auf eine Firmenpension. Insgesamt veranlagen die neun Pensionskassen ein Vermögen von über 21,9 Milliarden Euro – sie sind der größte private Pensionszahler Österreichs. (PWK191/JHR)

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