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Roth zu EU-Japan-Abkommen: „Wichtiges Signal für Ausbau der Handelsbeziehungen“

Japan ist Österreichs zweitwichtigster Wirtschaftspartner in Asien – auch heimische Betriebe werden von verbessertem Marktzugang profitieren

WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth
© WKÖ

„Das ist ein wichtiges Signal gegen Abschottungspolitik und für offenen und fairen Handel“ betont der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Jürgen Roth, zur heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments zum Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan. „Auch die österreichischen Unternehmen und ihre Beschäftigten werden von einem verbesserten Zugang zum japanischen Markt profitieren – und das ist gut für Wachstum, Jobs und Wohlstand.“

Bereits jetzt ist Japan nach China der zweitwichtigste Wirtschaftspartner für Österreich in Asien: Die heimischen Exporte legten 2017 um 3,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es bei den Ausfuhren mit 1,1 Milliarden Euro sogar ein Plus von 11,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Die österreichischen Gesamtimporte aus Japan stiegen 2017 um 8,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 4,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Für über 90 Prozent aller europäischen Lieferungen fallen die Zollsätze durch das EU-Abkommen mit Japan gänzlich weg oder werden zumindest stark reduziert. „Für österreichische Firmen ergeben sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten vor allem im High-Tech-Bereich, bei Maschinen und Anlagen, Bio- und Holztechnologie sowie bei Nahrungs- und Genussmitteln“, erwartet Roth. Ein weiterer großer Vorteil ist der bessere Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Japan. Außerdem entfallen durch mehr gegenseitige rechtliche Anerkennungen viele bisher bestehende nicht-tarifäre Handelshindernisse.

KMU-Förderprogramm soll Zugang zum japanischen Markt erleichtern

Vorteile dürfen sich längst nicht nur große Unternehmen, sondern auch KMU versprechen: Vor allem die Umsetzung des im Abkommen vorgesehenen KMU-Förderungsprogrammes sollte es kleinen und mittleren Unternehmen, die mit ihren Vorleistungen als Zulieferer für die Exportwirtschaft tätig sind oder auch direkt exportieren, erleichtern, Zugang zum japanischen Markt zu erlangen. Für sie ist es besonders herausfordernd, in neue Märkte vorzudringen, da damit häufig bürokratische Hindernisse und nicht selten die Einhebung von Spitzenzöllen verbunden sind. 

Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan ist auch das erste Handelsabkommen der EU, das ein ausdrückliches Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzübereinkommen beinhaltet und somit richtungsweisend für alle zukünftigen EU-Handelsabkommen ist. „Durch Handelsabkommen wie dieses kann die EU die Regeln für den internationalen Handel im Sinne europäischer Werte und Standards aktiv mitgestalten und ihre Führungsrolle bei der Gestaltung globaler Regeln ausbauen“, betont WKÖ-Vizepräsident Roth. Wichtig aus Sicht der Wirtschaft sei nun, dass die noch erforderlichen Verfahren rasch abgeschlossen werden, damit das Abkommen spätestens im Februar 2019 angewendet werden kann. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Bedeutung des Abkommens stellt die WKÖ online unter www.wko.at/eujapan zur Verfügung. (PWK864/SR)

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