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Rauchfangkehrer als immaterielles UNESCO-Kulturerbe ausgezeichnet

Traditionellem Handwerk in Österreich neues Selbstverständnis und mehr öffentliches Bewusstsein für seinen gesellschaftlichen Wert geben

Rauchfangkehrer als immaterielles Kulturerbe: Urkundenübergabe durch UNESCO-Generalsekretärin Jankovic mit BIM Engelbrechtsmüller, WKÖ-Vizepräsident Schenz, BSGH-Obfrau Scheichelbauer-Schuster und BSGH-Geschäftsführer Kainz
© WKÖ/Huger Rauchfangkehrer als immaterielles Kulturerbe: Urkundenübergabe durch UNESCO-Generalsekretärin Jankovic mit BIM Engelbrechtsmüller, WKÖ-Vizepräsident Schenz, BSGH-Obfrau Scheichelbauer-Schuster und BSGH-Geschäftsführer Kainz

„Das Beschliefen also Besteigen sowie Kehren, Patschokieren und kontrollierte Ausbrennen von Rauchfängen, um diese von Ruß zu befreien, sind Handwerkstechniken der Rauchfangkehrer, die bereits im 17. Jahrhundert zum Einsatz kamen und heute noch österreichweit professionell durchgeführt werden. Das Handwerk der Rauchfangkehrer ist zudem eng verbunden mit gesellschaftlichen Ritualen, da sie symbolisch für Glück stehen“, sagte heute, Dienstag, Peter Engelbrechtsmüller, Bundesinnungsmeister der Österreichischen Rauchfangkehrer anlässlich der Urkundenübergabe zur Aufnahme der Rauchfangkehrer in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO durch UNESCO-Generalsekretärin Patrizia Jankovic in Wien. Diese betonte die Lebendigkeit des immateriellen Kulturerbes, das einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leistet. Derzeit sind 124 österreichischen Traditionen im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich dokumentiert. 

„Gesellschaftliche Praktiken und traditionelles Handwerk sind wesentliche Bestandteile zur Erhaltung des Kulturerbes. Traditionelles Handwerk in Österreich braucht ein neues Selbstverständnis und mehr öffentliches Bewusstsein für seinen gesellschaftlichen Wert, um erhalten zu bleiben.“
Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk

Die handwerklichen Tätigkeiten und Techniken rund um das Rauchfangkehren reichen bis ins Mittelalter zurück, und entwickelten sich aus dem zunehmenden Bedarf an Brandschutz in Städten sowie dem Einfluss italienischer Baukultur: Es wurden vermehrt mehrstöckige Stadthäuser mit komplizierten Rauchfangsystemen gebaut. Aufgrund der zunehmenden Komplexität in der Architektur wurde ein spezifisches Fach- und Erfahrungswissen notwendig. Die Reinigung schliefbarer (besteigbarer) Rauchfänge durch Kehrung, Patschokieren und kontrolliertes Ausbrennen waren gefährliche und herausfordernde Tätigkeiten. Die dafür erforderlichen Werkzeuge, wie Kehr- und Rutenbesen sowie Schereisen, werden auch heute noch verwendet.

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