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Rabmer-Koller zu neuem EU-KMU-Barometer: Licht und Schatten bei Wirtschaftsaussichten

Der europäische SMEunited KMU-Barometer ist leicht auf 77,1 gestiegen; heimische KMU bewerten ihre Aussichten weniger positiv als zuletzt

Europa
© WKÖ

Europas KMU haben positivere Erwartungen als im letzten Semester: Der KMU-Wirtschaftsklimaindex für Herbst 2019 stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 77,1 Punkte - eine leichte Verbesserung, aber auch kein Höchstwert. Das zeigt der EU-KMU-Barometer für Herbst 2019, den Ulrike Rabmer-Koller, Präsidentin des europäischen KMU-Verbands SMEunited und WKÖ-Vizepräsidentin, in Brüssel vorstellte. „Europas KMU haben im ersten Halbjahr 2019 bessere Ergebnisse erzielt als erwartet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Brexit noch nicht eingetreten ist und die Handelskonflikte zwischen den USA und China noch keine gravierenden Auswirkungen gezeigt haben.“ Das Vertrauen der am stärksten von einem Brexit betroffenen Länder nimmt jedoch weiter ab. Positiv zu vermerken ist, dass KMU von einer guten Beschäftigungslage und Lohnsteigerungen profitieren, die die Binnennachfrage in Europa nach wie vorantreiben. 

„Sektoren, die stärker von der Binnennachfrage abhängen, zeigen sich auch stabiler“, so Rabmer-Koller. Dies gilt insbesondere für das Baugewerbe, wo europäische KMU ein besonders positives erstes Halbjahr verzeichnen. „In diesem Bereich konnten die Betriebe aufgrund der gestiegenen Binnennachfrage, der niedrigen Kreditkosten und der steigenden Preise für Wohnimmobilien eine recht gute Saison verbuchen.“ Interessanterweise zeigen die neuen Zahlen, dass europäische KMU zwar das derzeitige allgemeine politische und wirtschaftliche Umfeld als eher negativ empfinden, die Zukunft ihres eigenen Unternehmens jedoch eher positiv sehen. Während die allgemeinen Erwartungen auf 3,5 gesunken sind, bleiben die Erwartungen für Umsatz und Beschäftigung bei 8,6 bzw. 6,8 stabil. 

SMEunited-Präsidentin und WKÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller
© Philippe Veldeman SMEunited-Präsidentin und WKÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller

In Österreich zeigt sich, dass KMU ihre Geschäftsaussichten für die nächsten 12 Monate weniger positiv bewerten als ihre bisherige Situation. KMU blicken zudem negativer auf die Zukunft als große Unternehmen, besonders mit Blick auf den erwarteten Gesamtumsatz und den Exportumsatz. Die Eintrübung der Geschäftsaussichten spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft der heimischen KMU wider: Beim erwarteten Investitionsvolumen setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Unterm Strich will ein Viertel der befragten KMU das Investitionsvolumen in den kommenden 12 Monaten erhöhen und 6 von 10 KMU gleich behalten. „Mit 60 % waren der wichtigste Grund für Neuinvestitionen von KMU Innovation und Digitalisierung. Daher ist es besonders wichtig, jetzt diesem sinkenden Trend entgegenzuwirken und Investitionsanreize zu schaffen“, fordert Rabmer-Koller.

79 % der KMU für Senkung der Lohnnebenkosten

Die Ergebnisse zu Investitionsanreizen zeigen ein eindeutiges Bild: 79 % der befragten österreichischen KMU sprechen sich für eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten aus. An zweiter Stelle folgt eine Senkung der Unternehmenssteuern, die mehr als 62 % für notwendig erachten. 

„Deshalb ist es bei den künftigen Förderprogrammen dringend erforderlich, die Schwerpunkte auf Innovation, Digitalisierung, Bildung und Kreislaufwirtschaft zu legen, damit Investitionsanreize gesetzt und KMU bei den anstehenden Herausforderungen bestens unterstützt werden“, sagt Rabmer-Koller abschließend. (PWK492/FA)

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