th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Pfand auf Plastikflaschen: Es gibt bessere Alternativen

Gesamtheitliche Recycling-Strategie, die Getränkeflaschen-Sammlung in Haushalten und Betrieben ankurbelt, ist zielführender und kostengünstiger

Plastikflaschen
© WKÖ

„Die Wirtschaftskammer Österreich trägt das Ziel der EU, die Wertstoff-Sammelquoten zu erhöhen und die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln, voll und ganz mit“, sagt Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei auf die Einführung eines Einwegpfands auf Plastikflaschen zu setzen, wie es derzeit Greenpeace, Global 2000 und andere NGOs fordern, sei aber zu kurz gedacht. Zumal ein Pfand auf alle Getränkeflaschen die Kosten für Konsumenten und für Unternehmen erheblich erhöhen würde, und es kostengünstiger Alternativen gibt, um das Ziel zu erreichen. „Geld vom Konsum abzuziehen wäre gerade jetzt, wo es um die Erholung angeschlagener Betriebe nach dem Corona-Lockdown geht, die falsche Maßnahme zum falschen Zeitpunkt“, warnt daher Schwarzer.

Strategie zur Erreichung der übergeordneten Recyclingziele umsetzen

Laut EU-Richtlinie ist für die getrennte Sammlung von Getränke-Kunststoffflaschen ab 2029 eine Mindest-Quote von 90% vorgesehen. Derzeit liegt der Österreich-Schnitt bei rund 70 Prozent. Einzelne Bundesländer schaffen das Ziel aber schon jetzt oder sind ihm zumindest sehr nahe: Burgenland, Tirol und Vorarlberg liegen bereits über 90 Prozent, die Steiermark über 80 Prozent.

Dem WKÖ-Experten zufolge gelingt dies, wenn an mehreren Rädchen gleichzeitig gedreht wird: „Wir müssen eine gesamthafte Strategie zur Erreichung der übergeordneten Recyclingziele von 50 bzw. 55% für Kunststoffverpackungen umsetzen“, sagt Schwarzer. 

Die konkreten Maßnahmen:

  • Ausbau der getrennten Sammlung für Haushalte durch verstärkte Bewusstseinsbildung, Sammlung näher am Wohnort ermöglichen
  • noch bessere Erfassung in Parks, Spielplätzen, auf Wander- und Radwegen
  • Verbesserung in Gewerbe und Industrie (verstärkte Beratung, Bewusstseinsbildung bei Mitarbeitern, Anreize zur Umsetzung)
  • Aussortierung von Wertstoffen im erforderlichen Ausmaß (Restmüllsortierung wird ohnehin nötig sein um das 50/55% Ziel zu erreichen)

Umweltexperte Schwarzer und Handelsobmann Buchmüller sehen ökologische Vorteile

„Diese Strategie hat Vorteile aus ökologischer Sicht, da wesentlich größere Mengen an Wertstoffen bewegt werden“, betont Schwarzer. Und sie kommt laut Berechnung der WKÖ um 30-40 Millionen Euro im Jahr günstiger als eine Strategie mit Einwegpfandsystem – und zwar sowohl für Konsumenten, die die Mehrkosten letztlich tragen, als auch für Unternehmen. Vor allem viele Handelsunternehmen wären durch Mehrkosten belastet. „Der Handel bekannt sich ganz klar zum Umweltschutz. Die ökologische Wirkung eines Einwegpfandes ist jedoch so gering, dass sie den Mehraufwand nicht rechtfertigt“, sagt daher Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel.

Das könnte Sie auch interessieren

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf

WKÖ-Kopf zu Arbeitsmarkt: Dank Kurzarbeit zeigt sich Licht am Ende des Tunnels

Attraktives Kurzarbeits-Modell sichert Beschäftigung –sinnvolle Weiterentwicklung anstatt naivem Rechenmodell der Arbeitszeitkürzung mehr

Jugendliche

Polytechnische Schulen: Neue Lehrpläne näher am Bedarf der Wirtschaft

WKÖ begrüßt zeitgemäße Inhalte und Fokus auf digitale Kompetenzen. Nächster Schritt: Gesamtreform der 9. Schulstufe mehr