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PET-Flaschen: Wirtschaft fordert Diskussion über beste Lösung ohne Scheuklappen

WKÖ-Schwarzer: Wertstoffe sammeln muss so leicht wie möglich gemacht werden, dann stimmt die Sammelquote – Pfandkosten gefährden Nahversorger

Plastikflaschen
© Envato

"Die Behauptungen ‚in Österreich wachsen die Müllberge‘ und dafür sei die Plastikflasche verantwortlich, sind unzutreffend. Österreich hat eine ausgezeichnete Abfallwirtschaft, immer mehr Kunststoffflaschen werden im Bottle-to-Bottle-Recycling wieder als Rohstoff für neue Flaschen eingesetzt, und die Wirtschaft verstärkt generell die Bemühungen um das Schließen der Stoffkreisläufe, gerade bei Kunststoffen", stellt Stephan Schwarzer, Umweltexperte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), klar. Ein Pfandsystem greife schon deshalb zu kurz, weil Getränkeflaschen nur rund fünf Prozent der Kunststoffabfälle insgesamt ausmachen. 

Das dieser Tage von Pfandbefürwortern präsentierte Rechtsgutachten enthält dazu nichts Neues, es verlangt auch kein Pfand. „Es verweist lediglich darauf, dass Unionsvorschriften termingerecht umzusetzen sind und in der Folge die Sammelquoten zu erreichen sind. Dies ist ohnehin unbestritten“, so Schwarzer.

Die WKÖ hat zur Zielerreichung (erste Stufe bis 2025, zweite Stufe bis 2029) einen Zehn-Punkte-Plan veröffentlicht. Die Grundidee des Plans ist einfach: bequemer sammeln, wo Wertstoffe anfallen, sowohl in den Haushalten, im Gewerbe als auch im Sport- und Freizeitbereich. In den Haushalten soll der Weg bei Dosen und Kunststoffflaschen zum Recycling nicht weiter sein als der Weg zur Restmüllentsorgung. Im Outdoorbereich sollen Mistkübel und Wertstoffsammelbehälter Hand in Hand gehen.

Aussortieren aus Restmüll ist nicht Grundvoraussetzung

Die Frage, ob Wertstoffe aus Müll sortiert werden sollen, hat das Klimaministerium bisher immer bejaht, weil in der Realität Sammelquoten von 100 Prozent nicht erreicht werden, für die Erreichung der 90 Prozent im Jahr 2029 ist die Anrechnung des Sortierens aber nicht die Grundvoraussetzung. "Der Zehn-Punkte-Plan der WKÖ wäre somit weiter der einfachste, praxistauglichste und kostengünstigste Weg, die EU-Recyclingziele zu erreichen, selbst wenn die Autorin des Rechtsgutachtens recht hätte und eine Anrechnung nicht möglich sei, ändert dies nichts an unserem Plan", sagt Schwarzer. Auch gebe es gute Gründe dafür, die Aussortierung einzubeziehen, etwa wenn Sammelsysteme flächendeckend zur Verfügung stehen und die Qualität des Materials passt.

Vor- und Nachteile evidenzbasiert abwägen

Die Wirtschaft vermisst, dass alle Vorschläge und Konzepte ergebnisoffen diskutiert werden. „Die Vor- und Nachteile sind evidenzbasiert gegeneinander abzuwägen. Den Mehrkosten des Pfands steht kein Vorteil gegenüber, ideologische Vorfestlegungen dürfen dem Finden der besten Lösung nicht im Wege stehen“, sagt der WKÖ-Experte. Diese Mehrkosten trägt niemand anderer als die Konsumentin und der Konsument. Dazu kommt: "Die Einführung des Pfandsystems gefährdet die Nahversorgung. In der Folge erzeugt die Ausdünnung der Einkaufsmöglichkeiten im ländlichen Raum mehr PKW-Verkehr und CO2-Emissionen. Dies entspricht nicht gerade dem Umweltgedanken, dem die Recyclingquoten ja dienen sollen."

"Bauen wir auf dem hervorragenden österreichischen Sammelsystem auf, und machen wir es noch einfacher und leistungsfähiger, ohne dem Konsumenten und dem Greisler in die Brieftasche zu greifen,"  so Schwarzer daher abschließend.

(PWK095/DFS)

 

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