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Österreichs Malerbetriebe sind Bewahrer eines UNESCO-Kulturerbes

Am 4. November wurden die „historischen und dekorativen Malerhandwerkstechniken“ in die Liste des Immateriellen Kulturerbes eingetragen

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© Envato

Österreichs Malerbetriebe tragen ein jahrhundertelanges Wissen von einer Generation zur nächsten weiter. Sie gestalten dieses dabei fortwährend neu und bewahren somit ein wertvolles Kulturerbe: Das wurde den aktuell 3490 heimischen Malerbetrieben nun offiziell bestätigt. 

Am 4. November 2021 hat die Österreichische UNESCO-Kommission nämlich die „historischen und dekorativen Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien“ in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.  

In der Begründung heißt es, dass die Geschichte der Malerhandwerkstechniken zu den ältesten Werken der Urgeschichte der Menschheit – den Höhlenmalereien vor mindestens 45.000 Jahren – zurückreiche. In der Antike seien diese verfeinert worden, im Mittelalter hätten sich unterschiedliche Strömungen des Malerberufs herausgebildet.  

Die Herstellung von Materialien, Werkzeugen und der Einsatz von Kalk-, Schablonier- und Sgraffitotechniken sowie die entsprechende Findung der Farbgebung und Formensprache verlangten bis heute eine intensive Ausbildung und in hohem Maße handwerkliches Können.  

Lukastag am 18. Oktober 

Ein wesentlicher Aspekt für die Anerkennung ist, dass ein Immaterielles Kulturerbe identitätsstiftend wirkt. So werde bei den Malern der Zusammenhalt unter anderem durch die jährliche Lukasfeier am 18. Oktober bestärkt: Der Evangelist Lukas mit Beinamen "Der Maler“ – häufig mit Farbpalette dargestellt - gilt als Schutzpatron und Namensgeber der "St. Lukasgilde“. Auch Rituale wie der Lehrlingsfreispruch beim Rupertikirtag in Salzburg oder die eigenen Fahnen des Malerhandwerks in jedem Bundesland tragen dazu bei.  

"Die historischen und dekorativen Malerhandwerkstechniken haben speziell in Österreich enorme soziale und kulturelle Bedeutung: Sie prägen Lebenswelten im privaten wie öffentlichen Bereich und sie dienen dem Schutz und der Erhaltung von historischer Substanz, was für das Tourismusland von hohem Wert ist. Die Handwerkstechniken mit traditionellen Materialien stellen darüber hinaus auch einen achtsamen Umgang mit Ressourcen sicher“, betont Mst. Erwin Wieland, Bundesinnungsmeister der Maler und Tapezierer in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die vielfältigen Aspekte.  

147 Einträge in Österreich 

Insgesamt wurden mit November 2021 elf Elemente neu in das österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, das es seit 2010 gibt. Damit sind nun 147 Traditionen gelistet, davon 37 im Bereich Traditionelle Handwerkstechniken. 

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