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Österreichische Lebensmittel: Deutschland bleibt wichtigster Handelspartner

Lebensmittel aus Österreich sind in Deutschland Bestseller – Export sichert Arbeitsplätze und schafft Mehrwert für die heimische Volkswirtschaft

Lebensmittel
© WKÖ

"Lebensmittel ‚Made in Austria‘ schmecken der ganzen Welt, besonders den deutschen Konsumentinnen und Konsumenten. Das zeigen auch die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2019: Die österreichischen Agrarexporte (Zollkapitel 1 bis 24) legten insgesamt um 5 % zu und erreichten ein Volumen von 6,1 Mrd. Euro. Die Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie konnten mit einem Wert von 3,7 Mrd. Euro sogar um 6,3 % wachsen", erklärt Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie. "Deutschland ist wieder unser wichtigster Handelspartner. Im ersten Halbjahr 2019 gingen rund 34 % aller Exporte der Lebensmittelindustrie (Zollkapitel 16 bis 24) mit einem Wert von rund 1,3 Mrd. Euro in unser Nachbarland. Das ist ein Plus von 8,7 %. Weltweit liefern die heimischen Lebensmittelhersteller in über 180 Märkte. Der Export bleibt der Motor für unsere Branche."

Der Europäische Binnenmarkt ist für heimische Lebensmittel unverzichtbar

Die vorläufigen Exportzahlen des ersten Halbjahres 2019 unterstreichen die immense Bedeutung des EU-Binnenmarktes für die heimische Lebensmittelindustrie: Rund 70 % ihrer Exporte gehen in die EU (2,5 Mrd. Euro), 30 % in Drittstaaten (1,2 Mrd. Euro). Auf Staaten außerhalb Europas entfallen nur etwa 23 % des Exportvolumens (0,9 Mrd. Euro): Dazu zählen die USA (14 %), Kanada (0,3 %), Japan (0,5 %) und die MERCOSUR-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay (1,2 %). 

Die TOP 10-Exportländer für Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie aus Österreich sind Deutschland, die USA (524 Mio. Euro, +12,5 %), gefolgt von Italien (236 Mio. Euro, -2,4 %) und der Schweiz (141 Mio. Euro, +5,4 %). Ungarn, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Frankreich, Tschechische Republik und Polen folgen in dieser Reihenfolge weiter im Ranking. 

Die heimischen Exportkaiser sind neben Energy-Drinks, Limonaden und Eistees weiterhin Süßwaren, Feinbackwaren und Spezialitäten der österreichischen Mehlspeisküche. Zum Erfolg der österreichischen Lebensmittel im Ausland tragen auch die Exporteure von Käse, Fruchtsäften, Milcherzeugnissen (Joghurts), Wurst- und Fleischzubereitungen bei.  

Dazu Koßdorff: "Die ANUGA, die von 5. bis 9. Oktober 2019 in Köln stattfindet, bietet als internationale Fachmesse für Ernährung und Treffpunkt für die internationale Lebensmittelwirtschaft wieder Gelegenheit, Lebensmittel und Getränke ‚Made in Austria‘ dem Fachpublikum zu präsentieren. Sie ist Türöffner für die heimischen Lebensmittelexporteure."

Michael Blass (AMA-Marketing) und Katharina Kossdorff (Fachverband der Lebensmittelindustrie)
© Agrarmarkt Austria Marketing/APA-Fotoservice/Rastegar Michael Blass (AMA-Marketing) und Katharina Kossdorff (Fachverband der Lebensmittelindustrie)

Inlandsmarkt bleibt weiterhin angespannt

Den heftigen Kampf um Marktanteile im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel, der primär über Rabatte, Aktionen, Eigenmarken und Kundenbindungsprogramme geführt wird, bekommen die Lieferanten unverändert deutlich zu spüren. Die drei größten Handelsunternehmen in Österreich haben einen Marktanteil von über 87 %.  

Zusätzlich geben volatile Rohstoffkosten, Klimawandel und Wetterkapriolen Anlass zur Sorge. In Österreich sind viele Rohwaren regelmäßig nicht in ausreichender Menge oder Qualität vorhanden. Um die Herstellung von Lebensmitteln in Österreich für die Konsumentinnen und Konsumenten tagtäglich mit gleichbleibender Qualität zu garantieren, muss die Lebensmittelwirtschaft daher seit Jahrzehnten zusätzlich Rohstoffe und Halbfabrikate aus über 180 Ländern der Welt importieren. Die österreichische Agraraußenhandelsbilanz ist traditionell deutlich negativ. 

Positive Effekte für den Absatz auf dem Inlandsmarkt brachten 2019 das gute Ausflugs- und Grillwetter in den Sommermonaten und der boomende Tourismus. 

Offensive in der EU-Handelspolitik zur Stärkung des heimischen Standortes

Weil der Druck am Inlandsmarkt enorm ist, hat der Export für die heimische Lebensmittelindustrie höchste Bedeutung. EU-Abkommen, die Türen auf andere Märkte aufstoßen, sind daher essentiell. Die österreichische Lebensmittelindustrie begrüßt bilaterale Vereinbarungen der EU, die faire Wettbewerbsbedingungen für beide Seiten sicherstellen und in denen EU-Standards berücksichtigt sind. 

Flankenschutz für Standort, Binnenmarkt und Export durch die nächste Bundesregierung

Die Lebensmittelindustrie zählt mit einer Bruttowertschöpfung von 16 Mrd. Euro zu den größten Branchen Österreichs und sichert in einer Gesamtschau aufgrund ihrer intensiven Verflechtung mit anderen Branchen rund 153.000 Arbeitsplätze. Jeder in der Branche erwirtschaftete Euro löst weitere 1,23 Euro in anderen Branchen aus.  

"Wir wünschen uns von der nächsten Bundesregierung, dass sie weiterhin alle Anstrengungen unternimmt, unseren Produktionsstandort für Lebensmittel zu stärken und den Exportmotor auf Touren zu halten. Dazu zählen faire Spielregeln für die heimischen Hersteller im Inland, Support für unsere Lebensmittelexporteure auf politischer Ebene sowie ein sachlicher Diskurs über Handelsabkommen", so Koßdorff. Die Exportinitiativen der Bundesministerien für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und auch die Aktivitäten der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA sind ein Vorzeigebeispiel für eine erfolgreiche Partnerschaft und müssen für die Zukunft ausgebaut werden. Die Devise kann nur sein: Volle Kraft in den Export! 

Dazu fordert der Fachverband auch klar, den wichtigsten Exportmarkt für heimische Lebensmittel – den EU-Binnenmarkt – zu stärken und nicht durch nationale Alleingänge zu schwächen. Nur einheitliche Vorgaben auf EU-Ebene sind im Wettbewerb nicht diskriminierend, weil sie für alle Marktteilnehmer im Binnenmarkt gleichermaßen gelten – im Gegensatz zu nationalen Systemen. Der Fachverband bekräftigt daher, auf ein "Gold Plating" bei Anforderungen an heimische Lebensmittel zu verzichten, ua bei der Kennzeichnung verpackter Produkte (Herkunft).

Die Lebensmittelindustrie formuliert auch klare Wünsche für mehr Fairness innerhalb der Lebensmittelkette. Die EU-weiten Regelungen gegen unlautere Geschäftspraktiken (UTP) müssen alle Marktteilnehmer schützen und ein Wohlverhalten entlang der Wertschöpfungskette im Binnenmarkt gewährleisten. 

"Unsere heimischen Lebensmittelhersteller aus der Industrie schaffen Mehrwert — sowohl als Arbeitgeber als auch mit Steuern und Sozialbeiträgen sowie als wichtiger Partner in der Wertschöpfungskette", betont Koßdorff und bekräftigt: "Den hohen volkswirtschaftlichen Stellenwert der österreichischen Lebensmittelindustrie gilt es auch künftig zum Wohle unserer heimischen Unternehmen und der zahlreichen mit diesen verbundenen Branchen nachhaltig abzusichern und auszubauen."

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 direkt Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2018 ein Produktionsvolumen von 8,5 Mrd. Euro - 7,1 Mrd. Euro davon im Export in über 180 Länder. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

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