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So wird der Klimaschutz zur Chance

Coverstory im neuen ÖKO+: Klimaschutz kann, wenn man es richtig macht, eine große Chance sein – auch für die Wirtschaft. Zu Besuch bei einem Unternehmen, welches das bereits vorlebt.

Stephan Bauer
© Heinz Tesarek Stephan Bauer

Zwischen Tradition und Zukunft ist es oft gar nicht weit. Hier, im Westen Oberösterreichs, auf einer schmalen Landstraße, die die Dörfer Pilsbach und Moosham verbindet, ist es nur eine einzige Linkskurve. Vor ihr: Grün verpackte Heuballen und grasende Kühe. Hinter ihr: eine Forschungsanlage des Underground Sun Conversion Projekts der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG). Abgeschieden, zwischen Weiden und Wald, zwischen Gräsern und Feldern voller Kukuruz forscht die RAG hier seit mehreren Jahren. Ihr ambitioniertes Ziel: Eine Methode zu entwickeln, mit der in Zukunft Wind- und Sonnenenergie unterirdisch in großen Mengen gespeichert werden kann. Eine Lösung, die die Energiezukunft nachhaltig prägen könnte.

"Die Vision, die uns antreibt"

Stephan Bauer hat seinen Blaumann und schwere Arbeitsschuhe angezogen. Bauer, Kulturtechniker und Wasserwirtschafter, leitet seit knapp zwei Jahren bei der RAG die Abteilung Green Gas Technology. "Das Thema gewinnt definitiv an Bedeutung", sagt Bauer. Während er sich über die Forschungsanlage in Pilsbach bewegt, hat er immer ein gelbes Kästchen an seine Hosentasche geklemmt. Ein Gasmessgerät, das bei Unregelmäßigkeiten Alarm schlagen würde. Bauer steigt über eine Eisentreppe neben einer der zwei Sonden nach oben. Von hier aus ragt sie einen Kilometer nach unten in die Erde, in ein Gestein, aus dem früher Gas gefördert wurde. "Die Vision, die uns antreibt", sagt Bauer, "ist das speicherbar Machen von erneuerbarer Energie." Das sei am Energie-Sektor eine der wesentlichen Herausforderungen der Zukunft. Der Grund: Sonnen-, Wasser- und Windenergie produziere im Sommer zu viel, im Winter aber zu wenig Energie.

Seit 2013 forscht die RAG gemeinsam mit Partnern in Pilsbach wie Sommerüberschüsse in den Winter verlagert werden könnten. Bis 2017 mit dem Projekt Underground Sun Storage. "Wir wollten zeigen, dass man erneuerbare Energie in ausgeförderten Erdgaslagerstätten speichern kann. Und zwar in Form von Wasserstoff – das hat sehr gut funktioniert", so Bauer. Zusätzliche Erkenntnisse führten zum aktuellen Projekt Underground Sun Conversion, bei dem Wasserstoff und CO2 in denselben Lagerstätten durch einen mikrobiologischen Prozess in Methan, also erneuerbares Erdgas, umgewandelt werden. 

Weltweit an vorderster Front 

Von der Geräuschkulisse würde man nicht glauben, dass hier so ein schweres Gerät arbeitet. Nur ein monotones Pumpen des Verdichters, der das Wasserstoff-CO2-Gemisch in den Boden drückt, ist ein bisschen lauter zu hören. "Ich bin guter Dinge, dass wir das weiterentwickeln können", sagt Bauer. Worum es ihm und der RAG gehe, sei Innovationsvorsprung und der Antrieb, auch weltweit an vorderster Front etwas zu entwickeln. Billig sei das nicht, aber für ein Gelingen der Energiewende, glaubt Bauer, brauche es neben einem Ausbau erneuerbaren Energien eben auch eine Möglichkeit, die Überschüsse zu speichern und abrufen zu können.

Zurück im Container schlüpft Bauer aus den schweren Arbeitsschuhen. "Wir haben, was die Energiewende betrifft, auf jeden Fall massiven Handlungsbedarf. Die Zeit bis 2030, bis 2050 wird sehr schnell vergehen. Gut, dass wir schon angefangen haben."

(Reportage: Christoph Wagner)

Weitere Porträts von Unternehmen, die den Klimaschutz als Chance begreifen, finden Sie in der neuen Ausgabe des Fachmagazins ÖKO+. Weitere Themen:

  • Warum Kunststoffe besser sind als ihr Ruf
  • Welche Rolle Großwärmespeicher in Zukunft spielen werden
  • Wie die Zillertaler Verkehrsbetriebe die Weichen in Richtung CO2-Neutralität stellt

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