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Neue Studie: Luft in Graz deutlich besser geworden 

Wirtschaftskammer-Studie zeigt hohen Einfluss von Wind und Inversionswetterlage auf Messwerte – insgesamt seit 2005 Verbesserung erreicht

Uhrturm in Graz
© ÖW/Graz Tourismus/Fotograf: Harry Schiffer

Die Luftqualität in Graz ist seit 2005 deutlich besser geworden. Das zeigt eine Studie von POLICIES, dem Institut für Wirtschafts- und Innovationsforschung der Joanneum Research, das im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich und der Wirtschaftskammer Steiermark den Einfluss von Topographie und Wetter auf die Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Luftqualitätswerte untersucht. Täglich 48 Messwerte wurden für Stickstoffdioxid („NO2“) und Feinstaub („PM10“) ausgewertet. Die Länge des Zeitraums (2005–2017) erlaubt die Feststellung mehrjähriger Trends.

Konkret weist der Großteil der Messstellen keine Überschreitungen mehr aus. An einer oder zwei Messstellen verbleibende Überschreitungen passieren seltener und das Ausmaß der Überschreitung ist wesentlich geringer als früher. Diese Verbesserungen sind eingetreten, obwohl die Wirtschaftsleistung und die Bevölkerungszahl im selben Zeitraum signifikant gestiegen sind. „Die Auswirkungen des Wachstums wurden somit durch Maßnahmen der Emissionsverringerung bei weitem überkompensiert. Das zeigt, dass Wirtschaftswachstum und Klimaschutz einander keineswegs ausschließen“, kommentiert Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ, diese Ergebnisse.

Weitere Verbesserungen allerdings schwierig

Wetterphänomene wie Windarmut, Temperaturumkehr und kalte Temperaturen haben im Raum Graz maßgeblichen Anteil an Überschreitungen. Mehr als die Hälfte der Überschreitungen entfällt auf Inversionstage. Aufgrund der ausgeprägten Beckenlage und der Möglichkeit von Inversionswetterlagen – oft auch länger als einen Tag - vor allem in der kalten Jahreszeit hat Graz im Vergleich zu vielen anderen Städten ein erhöhtes Risiko der Grenzüberschreitung.

Dieses Risiko ist auch nicht durch die bis 2025 geplanten Großinvestitionen im Wärme- und Verkehrsbereich auszuschalten. Wenn im Winter ungünstige Wetterlagen über einen längeren Zeitraum bleiben, sind Überschreitungen der geltenden EU-Grenzwerte an bestimmten Grazer Messstellen kaum vermeidbar. „Die Maßnahmen von Stadt, Land und Wirtschaft greifen merkbar. Umso kritischer sehen wir die Pläne der Europäischen Union, die Grenzwerte hier weiter zu verschärfen. Denn eine derartige Reduktion der Werte ist aufgrund der natürlichen Voraussetzungen in Graz nicht möglich – das zeigt die vorliegende Studie deutlich“, schlussfolgert Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark.

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