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Nächste KV-Verhandlungsrunde für die Metalltechnische Industrie am Donnerstag 

Knill: Sind weiterhin für einen verantwortungsvollen KV-Abschluss bereit, Stil der Gewerkschaften zum Teil sehr unseriös

Verhandlungen
© WKÖ

Für Donnerstag, den 15.11., wurde zwischen den KV-Partnern ein Termin für die 6. Verhandlungsrunde vereinbart. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Es freut uns, dass die Gewerkschaften wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wir waren in den letzten Tagen immer offen für weitere Gespräche und Verhandlungen. Es scheint heuer aber aus politischen Gründen von Seiten der Gewerkschaft nötig zu sein, die Verhandlungen eskalieren zu lassen. Obwohl die Gewerkschaften die Verhandlungen zuletzt einseitig abgebrochen haben, sind wir weiterhin zu einem fairen und verantwortungsvollen Abschluss bereit und freuen uns auf hoffentlich konstruktive Gespräche“.

Die in den letzten Tagen durchgeführten Warnstreiks und Betriebsversammlungen der Gewerkschaften in Betrieben der Metalltechnischen Industrie werden vom Fachverband kritisch gesehen. Christian Knill: „Gewerkschaftliche Maßnahmen sind gutes Recht der Beschäftigten. Allerdings sollten sie auch gut begründet sein, denn sie kosten die Betriebe viel Geld, das dann am Ende auch den Beschäftigten nicht zur Verfügung steht, sie belasten die Gesprächsbasis und schaden dem Wirtschaftsstandort. Eine sachliche Begründung für Streiks fehlt aus unserer Sicht und einige Maßnahmen und Aussagen der Gewerkschaften sind sehr kontraproduktiv.“ So wurden unter anderem zielgerichtet Betriebsversammlungen und teilweise Warnstreiks bei Betrieben von Mitgliedern des Verhandlungsteams organisiert, etwa bei den Unternehmen von Johannes Collini, Christian Knill, Veit Schmid-Schmidsfelden und Stefan Ehrlich-Adám. Das sind allesamt erfolgreiche Familienbetriebe, in der Region verankert und stark exportorientiert. „Damit wird versucht, die Verhandler persönlich unter Druck zu setzen. Das ist leider ein schlechter Stil, persönliche An- und Untergriffe schaden der KV-Kultur nachhaltig und sind kein Beitrag zur Verbesserung des Gesprächsklimas.“

Die Faktenlage

Das zuletzt diskutierte Angebot des Fachverbands lag bei 2,7 % Lohnerhöhungen, gemeinsam mit möglichen Verbesserungen im Rahmenrecht lag das Paket bei über 3 %. Die Inflationsrate der letzten 12 Monate betrug rund 2 %, die gesamtwirtschaftliche Produktivität wird für heuer mit 0,7 % prognostiziert, 2017 lag sie bei 0,9 %. Die Branche besteht zu einem großen Teil aus Familienbetrieben in KMU-Größe, ist zu knapp 80 % exportorientiert und wuchs im ersten Halbjahr 2018 lediglich um rund 3 %. Die internationale Konjunktur speziell in der Industrie flaut heuer deutlich ab. „Die Warnzeichen auf den globalen Märkten leuchten bereits gelb und wir müssen aufpassen, dass wir die Konkurrenzfähigkeit vor allem auch für unsere kleineren Mitgliedsbetriebe erhalten. Der Rahmen, in dem wir uns bewegen, ist klar abgesteckt, die sachlich nicht begründbaren Forderungen der Gewerkschaften lassen sich aus den vorliegenden Zahlen nicht argumentieren. Ein KV-Abschluss bezieht sich auf Vergangenheit und Gegenwart, denn die kommenden Erhöhungen müssen erst in der Zukunft verdient werden. Ein zu hoher Abschluss verschlechtert unsere Wettbewerbsfähigkeit in der nahen Zukunft und würde allen Beteiligten auf lange Sicht sehr schaden“, so Knill abschließend.

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.


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