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Mörk: Industrieproduktion mit Wachstumsschub, aber hohem Ertragsdruck 

Arbeitszeitflexibilisierung darf nicht Spielball im Wahlkampf werden – Direkte und indirekte Effekte durch Mindestlohn in Industrie

Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie
© Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie

„Es ist erfreulich, dass nach fünf Jahren des realen Rückgangs die Industrieproduktion wieder anspringt. Das erste Quartal 2017 bringt uns einen deutlichen Wachstumsschub, für das Gesamtjahr erwarten wir eine Zunahme der Beschäftigung“, betonte heute, Freitag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Andreas Mörk. In Hinblick auf das Scheitern der Sozialpartner-Gespräche sieht man in der Industrie einen Vertrauensverlust in die Gewerkschaft: „Uns ging es nie um den generellen 12-Stunden-Tag, sondern darum, Auftragsspitzen abzudecken und bestehende gesetzliche Möglichkeiten unbürokratischer auf betrieblicher Ebene einsetzen zu können. Die in Österreich so dringend benötigte Flexibilisierung der Arbeitszeit darf nicht zum Spielball im beginnenden Wahlkampf verkommen“, so Mörk. 

Erst gestern, Donnerstag, hatte sich Industrie-Vertreter Thomas Salzer in seiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitsrechtlichen Ausschusses der Wirtschaftskammer Österreich zu Wort gemeldet und betont, dass die Arbeitgeber-Vertreter mit dem Mindestlohn bereits in Vorleistung getreten sind, nun aber Bewegung in der Arbeitszeit-Frage erwartet werde. „Die von der Bundessparte Industrie gemeinsam mit der Industriellenvereinigung geforderten und im Arbeitszeitteil des Pakets enthaltenen Punkte sehen weder Lohnraub noch Abbau von Überstundenvergütungen vor. Bereits im Gesetz bestehende Möglichkeiten einer Höchstarbeitszeit von 12 Stunden pro Tag oder Arbeiten am Wochenende sollten praktikabler gestaltet werden“, so Mörk, der darauf verwies, dass die Einführung des Mindestlohns von 1.500 Euro in der Industrie für einige Bereiche sowohl von direkter (Textil, Bekleidung und Lederindustrie) als auch indirekter Bedeutung sei, da dadurch Vorleistungen verteuert bzw. Lohndruck auf höhere Lohn- und Gehaltsgruppen entstehe. 

Industrieproduktion mit deutlichem Plus, aber keine stabile Entwicklung

In Hinblick auf die Industriekonjunktur unterstrich der Industrie-Geschäftsführer, dass die Industrieproduktion im ersten Quartal wertmäßig 39 Mrd. Euro betrage – ein leichtes Plus von 0,3 Mrd. Euro gegenüber dem 4. Quartal 2016 und ein deutliches Plus gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahrs von 5,9 Mrd. Euro. Im Vergleich zur entsprechenden Periode des Vorjahrs erhöhte sich das Produktionsvolumen um nominell 14,6 %. Real – mit dem HVPI inflationsbereinigt – ergibt dies eine Steigerung um 12,2 Prozent. Eine ähnlich starke Produktionswertsteigerung in einem Quartal verzeichnete die Industrie zuletzt im 2. bzw. 3. Quartal 2011. Auch die Auftragseingänge der Industriebetriebe ziehen an: In den ersten drei Monaten 2017 liegt der Wert bei 24,9 Mrd. Euro, was einen nominellen Anstieg um 14,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet.

11 Branchen der Industrie verzeichnen Produktionssteigerungen

Generell erstrecke sich der Trend über die weitaus überwiegende Mehrheit der Fachverbände der Bundessparte Industrie. Alle Fachverbände berichten aber übereinstimmend, dass die Ertragssituation weiterhin enorm unter Druck steht und daher auch die Investitionen im Verhältnis zum sonstigen Wachstum zurückbleiben. Innerhalb der Industrie wiesen 11 Branchen – nämlich Bergwerke/Stahl, Mineralöl, Stein/Keramik, Chemie, PROPAK Produkte aus Papier/Karton, Bau, Holz, Gas/Wärme, NE-Metall, Metalltechnik sowie Elektro/Elektronik - in den ersten drei Monaten 2017 nominelle Produktionssteigerungen aus, während die drei Fachverbände der Papierindustrie, Textil/Bekleidung/Schuh/Lederindustrie sowie der Fahrzeugindustrie ihre Produktion nicht steigern konnten. Die Produktionswerte der Branchen Glasindustrie sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie stagnierten im ersten Quartal 2017.

Auch die Zahl der in den heimischen Industriebetrieben beschäftigten Personen steigt leicht: Im ersten Quartal betrug die Zahl des Eigenpersonals im Durchschnitt 399.410, somit ein Plus um 0,9 %. Die Zahl der Gesamtbeschäftigten stieg auf 424.394, was einen Zuwachs um 1,3 % bedeutet. „Aufgrund des realen Rückgangs der Industrieproduktion seit 2012 und der annähernd gleich gebliebenen Zahl der Beschäftigten hat die Bedeutung des Lohnanteils am Gesamtumsatz entgegen dem vorhergesagten Digitalisierungstrend weiter zugenommen“, so Mörk weiter. 

„Die positive Entwicklung ist jedoch kein Anlass für Euphorie! Weiterhin verzeichnen rund ein Drittel der Betriebe keine Gewinne, die Außenhandelszahlen vom April 2017 mit einem Minus von 1,4 % zeigen deutlich, dass die aktuelle Situation alles andere als stabil ist“, ergänzt Mörk.  

Erhöhung der Forschungsprämie ist zielführend

Positiv wertet die Industrie die zuletzt politisch paktierten Einigungen betreffend die Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 Prozent und die Anhebung der finanziellen Ausstattung der Nationalstiftung. „Hier kommt es zu weiteren Verbesserungen, die dazu führen werden, dass sich am heimischen Standort die Innovationslandschaft noch besser entwickeln wird“, so Mörk. Zielführend sei außerdem die Beschlussfassung der noch fehlenden budgettechnischen Voraussetzung für die Investitionszuwachsprämie für Großunternehmen. Dadurch sei der Weg frei für die baldige Erlassung der Förderrichtlinie, die immer noch ausständig ist, um seitens der Austria Wirtschaftsservice GesmbH (aws) die bisher eingelangten Anträge abarbeiten zu können. (PWK591/us)

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