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Mit dem Smartphone durchs Museum

Das Wiener Start-up Artivive erweitert Kunst um eine digitale Komponente

Artivive entwickelte eine App, die Kunstwerke zu neuem Leben erweckt. Mit Hilfe von Augmented Reality (AR) bewegen sich die Bilder über den Smartphone-Bildschirm, wenn Besucherinnen und Besucher die Kamera darauf richten. Hinter dem Start-up steckt ein Team aus jungen Gründern, die bereits international Eindruck hinterlassen haben. 

Artivive
© Artivive

Eine Gruppe Jugendlicher steht vor einem Gemälde in der Wiener Albertina. Ein paar zücken ihr Smartphone, mehrere Augenpaare richten sich auf den Bildschirm. Das darauffolgende Gelächter ist jedoch keinen originellen Insta-Stories geschuldet: Das Gemälde am Handybildschirm beginnt sich nämlich plötzlich zu bewegen. Möglich macht das eine AR-Plattform (kurz für Augmented Reality) des Wiener Start-ups Artivive, welches ungeahnte Möglichkeiten für Kunstschaffende eröffnet. 

Artivive bietet eine kostenlose App, mit deren Hilfe analoge Kunstwerke um bewegte Inhalte erweitert werden können. Dazu reicht es, die Handykamera auf ein gekennzeichnetes Kunstwerk zu richten: Vor den Augen der Betrachterinnen und Betrachter beginnt sich das Gemälde zu bewegen und eröffnet eine völlig neue Sicht auf ein vermeintlich bekanntes Werk. Möglich ist das durch Bridge by Artivive, einer Kreations-Plattform, mit deren Hilfe digitale Künstlerinnen und Künstler Video- und Bildinhalte über beliebige Kunstwerke legen können. 

Aus alt mach neu

Das Projekt, welches etwa die Jahrtausende alte Kulturtechnik der Malerei mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts kombiniert, begann im Jahr 2017. Sergiu Ardelean gründete Artivive gemeinsam mit seinem Partner, Codin Popescu, in Wien. “Ich komme aus der Werbung und war über 10 Jahre in einer größeren Agentur beschäftigt. Hier habe ich unter anderem AR-Lösungen für den Automobilbereich entwickelt und dabei das Potenzial von AR für Kunst und Kreative erkannt” erinnert sich der junge Gründer. Die beiden Firmenchefs lernten sich vor 15 Jahren auf einem Event in der Rumänischen Botschaft in Wien kennen. 

Das Gründungsteam bestand aus vier Personen: Neben den Co-Foundern engagierten sich Joachim Ringsmuth als CTO und Carina Doppler als Kommunikations- und Projektmanagerin bei dem jungen Start-up. War das Gästezimmer in Ardeleans Wohnung zu Beginn als Firmenzentrale ausreichend, brauchte es rasch größere Räumlichkeiten. Ein kleines Straßenlokal ohne Warmwasser und mit Flurtoilette im 15. Wiener Gemeindebezirk diente bis 2018 als Hauptsitz von Artivive. Heute ist nur noch der Bezirk der gleiche wie früher: Vor einem Jahr bezog das Unternehmen ein 160m² großes Büro mit einer eigenen Galerie. 

Gründer von Artivive
© Artivive Das Gründungsteam von Artivive, v.l.n.r: Joachim Ringsmuth/Sergiu Ardelean/Carina Doppler/Codin Popescu/

Internationale Kooperationen

Der erste Kooperationspartner von Artivive war die weltbekannte Wiener Albertina. Um den Fuß in die berühmte Tür zu bekommen, nutzte das Team den Überraschungseffekt: Im Vorfeld der Ausstellung “Film Stills”, die Fotografien von den Sets berühmter Filme zeigt, wurden die unbewegten Bilder im digitalen Raum um passende Filmausschnitte erweitert. Die Direktion des Museums zeigte sich von der Erweiterung der Ausstellung in den digitalen Raum begeistert. Es war der Start einer erfolgreichen Kooperation, die bis heute andauert.  

Neben der Albertina arbeitet das Start-up mit acht weiteren, internationalen Museen zusammen. Mehr als 22.000 Kunstschaffende nutzen die Plattform und haben über das Programm bereits 30.000 einzigartige Kunstwerke geschaffen. Im Jahr 2019 hat sich Artivive ein Standbein in den USA geschaffen, hier arbeiten in einem Büro in San Francisco zwei Mitarbeiter an der Etablierung des Services. Auch im fernen Osten hat das Unternehmen an Einfluss gewonnen: Über ein Joint Venture in China und Kooperationspartner in Israel und Südkorea kommen zahlreiche Kunstinteressierte auf der ganzen Welt in den Genuss von AR-Kunst.

„Es ist spannend zu sehen, wie schnell unsere Community wächst und wie viele Kunstwerke täglich auf unserer Plattform kreiert werden. Darum ist es auch unser Ziel, unser Tool in Zukunft noch besser an die Bedürfnisse von Kreativen und Kunstinstitutionen anzupassen", berichtet Sergiu Ardelean von seiner täglichen Motivation. Es fühlt sich augenscheinlich gut an, die Möglichkeiten zur Betrachtung von Kunst nachhaltig aufgerüttelt zu haben.

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