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Mindestlohn: Branchen teilweise massiv betroffen 

Textilreiniger, Mode- und Bekleidungstechnik, Friseure und Floristen mit derzeit großen Lohnunterschieden zu geplantem Mindestlohniveau

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Die Umsetzung eines Mindestlohns von 1.500 Euro Brutto stellt eine Vielzahl an Branchen vor große Herausforderungen, da hier teilweise noch deutliche Unterschiede in den Lohnniveaus bestehen. In diesen Branchen dominieren vor allem  Klein- und Kleinstbetriebe - die zudem  in der überwiegenden Mehrzahl nicht zu den ertragsstarken Branchen zählen. Die Einführung eines Mindestlohns würde diese Branchen sehr hart treffen und zu deutlichen Mehrkosten für die Betriebe führen. Die Einführung eines Mindestlohns darf zudem nicht ohne eine Verknüpfung mit einer Flexibilisierung der Arbeitszeit gesehen werden. Denn gerade in Dienstleistungsbranchen ist eine flexible Arbeitszeit das Um und Auf um wirtschaftliche erfolgreich zu sein. 

Besonders betroffen im Gewerbe und Handwerk von einer Mindestlohnerhöhung auf € 1.500 wären unter anderen die Textilreinigung, Mode- und Bekleidungstechnik, sowie die Friseure und die Floristen.

„Höhere Löhne – und damit höhere Produktionskosten – werden dazu führen, dass Produktionsstandorte langfristig in Länder mit geringeren Kosten ausgelagert werden“, so der BIM der Textilreiniger und Wäscher, Walter Imp. Die Anhebung des Lohnniveaus werde zudem dazu führen, dass der Lohnunterschied zwischen geringer und höher qualifizierten bzw. jüngeren und älteren Arbeitnehmern zunimmt. „Die Verteuerung von Jobs wird mit Sicherheit dazu beitragen, dass die Neuschaffung von Arbeitsplätzen überdacht wird und die Konkurrenzfähigkeit unserer Betriebe drastisch reduziert wird“,  so Imp. 

Auch die Bundesinnungsmeisterin der Mode- und Bekleidungstechnik unterstreicht diesen Aspekt: „Der künftig höhere Verdienst von jungen, ungelernten Mitarbeiter führt zwangsläufig zu einer Anhebung der Kollektivvertragsstufen qualifizierter Mitarbeiter. Qualifizierung muss sich weiterhin im Lohnniveau wiederspiegeln und darf nicht willkürlich bestimmt werden“, so Annemarie Mölzer, die um drastisch steigende Arbeitskosten fürchtet. Beispiele für die negativen Auswirkungen eines hohen Mindestlohns seien Frankreich und Griechenland, wo insbesondere Niedrigqualifizierte und Jugendliche betroffen sind. 

Mindestlohn: Kein Ersatz für Sozialleistungen

„Mindestlohn und steigende Arbeitslosigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Denn nur wenn der Mindestlohn für die Betriebe leistbar ist, ist er auch umsetzbar. Und: das Instrument des Mindestlohns darf nicht als Ersatz für Sozialleistungen gesehen werden. Zielführender sind Steuernachlässe oder höhere direkte Sozialleistungen an die Betroffenen“, so der Bundesinnungsmeister der Floristen, Rudolf Hajek.

Die Umsetzung von 1.500 Euro Mindestlohn wird davon abhängen, welche Übergangszeiträume für die Branchen vereinbart werden, betont der Bundesinnungsmeister der Friseure, Wolfgang Eder: „Diese müssen derart gestaltet sein, dass sich die Betriebe einen Mindestlohn auch tatsächlich leisten können. 1.500 Euro zuzüglich Sonderzahlungen sind weit höher als der deutsche Mindestlohn! Daher brauchen wir zumindest lange Übergangszeiträume, damit wir uns darauf einstellen und die allergrößten Nachteile vermeiden können.“ (PWK128/US) 

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