th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Metalltechnische Industrie: Starker Produktionsrückgang 2020, Anzeichen für Erholung 2021

Hohe Lohnstückkosten schwächen Wettbewerbsfähigkeit; volatile Metallpreise und Verfügbarkeiten bei Vormaterialien bremsen Wachstum 

  • Corona-Krise brachte 2020 mit minus 10,6 % starken Einbruch der Produktion
  • Produktionsverlust betrug rund 3,6 Milliarden Euro
  • Rückgang der Beschäftigung um 2,1 % - Flexible Arbeitszeitmodelle und Kurzarbeit haben sich bewährt
  • Stabilisierung der Nachfrage im 2. Halbjahr 2020
  • Anzeichen für Erholung: Produktionswachstum im 1. Quartal 2021 rund 6,2 %im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr
  • Unternehmen hoffen laut Umfrage auf Anstieg der Produktion 2021 in Richtung Niveau von 2019
  • Risiken: Kritische Entwicklung bei Vormaterialien und zu hohe Lohnstückkosten im Vergleich zu umliegenden Ländern
Metallverarbeitung
© Envato

Die Metalltechnische Industrie verzeichnete im Jahr 2020 pandemiebedingt einen Produktionsrückgang von 10,6 % (preisbereinigt), das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Der Gesamtproduktionswert betrug rund 35,9 Milli-arden Euro (2019: 39,6 Mrd.). Die Beschäftigung sank leicht auf 134.000 (2019: 136.000). Der Einbruch konnte durch effektive Präventionskonzepte der Unternehmen und die konstante Aufrechterhaltung der Produktion gedämpft werden. Das zweite Halbjahr 2020 brachte auch eine Stabilisierung der globalen Nachfrage.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: "Die Corona-Krise hat uns 2020 stark getroffen. Der Rückgang von fast 11 % in der Produktion kostete die Unternehmen über dreieinhalb Milliarden Euro an Produktionsverlusten und wir werden noch einige gute Wachstumsjahre benötigen, um diese Verluste auszugleichen. Für das Jahr 2021 sehen wir erste Anzeichen der Erholung; vorausgesetzt die Rahmenbedingungen, gesundheitliche wie politische, bleiben stabil. Besonders positiv ist zu vermerken: unsere flexiblen Arbeitszeitmodelle haben sich bewährt." 

Die Exportquote der Metalltechnischen Industrie betrug im vergangenen Jahr 77,6 %, die drei wichtigsten Exportmärkte waren Deutschland (9,6 Milliarden Euro), die USA (2,6 Mrd.) und Frankreich (1,8 Mrd.). Insgesamt sind die Exporte 2020 real um 9,6 % gesunken.

Ausblick: positive Grundstimmung, Sorge um Metallpreise und Verfügbarkeiten

Für das laufende Jahr zeigt sich folgendes Bild: Laut Produktionsindex der Metalltechnischen Industrie betrug das reale Wachstum in den Monaten Jänner bis März 6,2 %. Eine Blitzumfrage des Fachverbands unter den Mitgliedsbetrieben zeigt, dass die Unternehmen auf eine steigende Produktion hoffen: Im Schnitt erwarten die Befragten für das Gesamtjahr 2021 eine reale Produktionssteigerung von bis zu 12 %. Dennoch geht derzeit noch fast jedes fünfte Unternehmen von keinem Wachstum oder sogar einem weiteren Rückgang aus.

Die Lage ist also volatil. Zusätzlich belasten die aktuellen Entwicklungen bei den Vormaterialien die Unternehmen, vor allem die Metallpreise laufen aus dem Ruder. Über 80 % der Unternehmen sehen derzeit steigende Vormaterialpreise, Verfügbarkeiten und vor allem lange Lieferzeiten als größte Herausforderungen. Der Großhandelspreisindex Eisen und Stahl ist seit November um 36,5 % gestiegen. 

Christian Knill: "Unsere Bilanz fällt zwiespältig aus: Das vergangene Jahr hat die Branche pandemiebedingt weit zurückgeworfen. Aktuell sehen wir wieder Anzeichen von Wachstum, das uns zumindest auf das Vorkrisenniveau zurückbringen könnte. Dazu brauchen wir in den nächsten Monaten aber zweistellige Wachstumsraten. Auf der anderen Seite sind die globalen Metallpreise ein Risiko – sowohl für die Ertragskraft unserer Unternehmen als
auch für das derzeit prognostizierte Wachstum. Zudem verliert der Produktionsstandort Österreich Marktanteile auf der ganzen Welt. Grund dafür sind im Besonderen die hohen Lohnstückkosten im europäischen Vergleich. Das behindert Investitionen in Österreich und schwächt den Industriestandort nachhaltig. Es wäre wichtig, die Anzeichen des Aufschwungs gerade jetzt mit standortstärkenden Maßnahmen zu unterstützen."

Weitere Informationen: www.metalltechnischeindustrie.at 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Betriebe aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und "Hidden Champions".

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt mehr als 134.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von 36 Milliarden Euro.

Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich. 


Das könnte Sie auch interessieren

Impfung, Spritze

WKÖ-Handel: Trefelik begrüßt Impfungen im Handel

Brauchen dringend Benefits, um die Jugend zum Impfen zu bewegen und so die Impfquote zu erhöhen mehr

Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des WKÖ-Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation

WKÖ-Sery zur Urheberrechtsnovelle: Gesamtpaket stimmt positiv

Gute Balance bei Regelungen - nur noch einige Wermutstropfen vorhanden mehr