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Metalltechnische Industrie: Forderungspaket der Gewerkschaften würde bis zu 10 % Mehrkosten bedeuten

Erste KV-Verhandlungsrunde sachlich und konstruktiv verlaufen, aber noch ohne Ergebnis

FMTI

Die erste Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) endete heute am frühen Abend ohne konkretes Ergebnis und mit viel weiterem Gesprächsbedarf. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Oktober angesetzt.

Christian Knill, Obmann und Sprecher des Fachverbands Metalltechnische Industrie: "Der Auftakt der KV-Verhandlungen stand für uns unter dem Motto: Wie ist das Forderungspaket zu verstehen und was bedeutet es für die Betriebe. Das nun im Detail diskutierte Paket ist in seiner Gesamtheit allerdings für die Betriebe nicht machbar."

Die heutige, sehr sachlich und konstruktiv geführte, Verhandlungsrunde brachte vor allem Klarheit zu den einzelnen Forderungen und ihren finanziellen Auswirkungen. Von den geforderten Lohn- und Gehaltserhöhungen über die Zulagen bis zu diversen Rahmenrechtsforderungen würde das Paket in seinem Gesamtumfang den Betrieben Mehrkosten von bis zu 10 % verursachen.

Christian Knill: "Die Forderungen sind, und das müssen wir leider wiederholen, angesichts der tatsächlichen Entwicklungen überzogen. Wir hatten im letzten Jahr den größten Wirtschaftseinbruch seit Jahrzehnten zu bewältigen. Wir haben nun wieder ein ordentliches Wachstum, das ist gut, so sichern wir Betriebe und Arbeitsplätze. Es gibt aber keinen Grund für Euphorie, denn wir werden heuer nicht einmal das aufholen können, was wir durch die Corona-Krise verloren haben. Vor diesem Hintergrund fehlt den Forderungen der Gewerkschaften das richtige Augenmaß."

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten in der MTI

  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie einen Rückgang in der Produktion von 10,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich weniger stark um rund 2 %. In den ersten fünf Monaten 2021 liegt die Produktion um rund 21 % im Plus, nach einem Minus von 18 % im Vergleichszeitraum 2020 ist das statistisch gesehen ein Ausgleich und in erster Linie durch Nachholeffekte begründet.
  • Laut einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Metalltechnischen Industrie rechnen diese für 2021 im Schnitt mit einem Wachstum von rund 9,3 %. Damit wäre noch immer nicht das Niveau von 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Krise, erreicht. Gleichzeitig beurteilen 45 % der Betriebe ihre Margensituation als aktuell schwächer als im Durchschnitt der Vorkrisenjahre. Der Grund dafür liegt vor allem im schwierigen internationalen Marktumfeld. Die Rohstoffpreise, etwa für Stahl, sind in den letzten Monaten explodiert und viele Vormaterialien am Weltmarkt nur schwer und mit großen Verzögerungen lieferbar.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelständisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung.
  • Die Metalltechnischen Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt beträgt 4.447 Euro, der Durchschnittslohn liegt bei 3.125 Euro. Die realen Löhne und Gehälter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 11 % und 28 % über KV.
  • Österreichs Gesamtwirtschaft verzeichnete 2020 einen historischen Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,7 Prozent. Für 2021 erwarten die Wirtschaftsforscher ein Wachstum von rund 4 %, der Einbruch ist somit noch nicht aufgeholt. Die Inflation lag in den zurückliegenden 12 Monaten bei durchschnittlich 1,9 %.

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt mehr als 134.000 Menschen, davon über 7.100 Lehrlinge, und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: www.metalltechnischeindustrie.at


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